1. Blaulicht

Brandstifter schlägt erneut in Irrel zu

Kostenpflichtiger Inhalt: Polizei ermittelt „mit Hochdruck“ : Brandstifter schlägt erneut in Irrel zu

Die Serie rätselhafter Feuer in der Südeifel geht weiter. In der Nacht zum Dienstag ist das Vereinshaus der Irreler Reservistenkameradschaft abgebrannt. Die Polizei sucht mit Hochdruck nach dem Feuerteufel.

Schwarz verkohlte Stümpfe ragen aus einem Ascheberg. Ein ganzes Gebäude —einfach in sich zusammgenfallen. Viel ist nicht mehr übrig vom Vereinshaus der Reservistenkameradschaft Irrel, als die Feuerwehr gegen 10 Uhr abrückt. Sie hatten, als sie gegen 5.20 Uhr alarmiert wurde, bereits keine Chance mehr gehabt, den Bau zu retten. Die Flammen haben ganze Arbeit geleistet.

Die Einsatzkräfte schätzen den Schaden auf rund 100 000 Euro. Und auch emotional trifft es die Kameradschaft schwer, die sich hier, nahe des ehemaligen Westwallbunkers Katzenkopf, vor der Corona-Krise noch regelmäßig traf. Denn damit ist es jetzt wohl erstmal vorbei.

Doch die Reservisten sind nicht die einzigen, die in den vergangenen Tagen zusehen mussten, wie sich ihr Besitz in Asche verwandelte. Denn derzeit ist in der Eifel eine wahre Serie solcher rätselhafter Brände im Gange (der TV berichtete).

Vor dem Vereinshaus traf es die Waldschänke in Irrel, die ebenfalls bis auf die Grundmauern niederbrannte. Zudem fackelte ein Bauwagen bei Schankweiler ab sowie ein Büdchen und ein Stall in der ehemaligen Siedlung Staudenhof bei Mauel.

Die Tatorte sind stets leerstehende Gebäude, sie liegen allesamt in einem Umkreis von etwa 30 Kilometern und wurden in den frühen Morgenstunden angesteckt. All das laut Polizei: Indizien dafür, dass hier ein Brandstifter unterwegs ist, der sich in der Gegend auskennt. Und inzwischen wohl einen Schaden im hohen fünfstelligen Bereich angerichtet hat.

Komplett abgebrannt: das Vereinshaus der Reservistenkameradschaft wurde Dienstagmorgen zum Raub der Flammen. Foto: TV/Feuerwehr Irrel

„Das ist alles andere als ein Kavaliersdelikt“, sagt Christian Hamm, Dienststellenleiter der Polizei Bitburg, die mit der Inspektion Prüm und der Kriminalpolizei Wittlich bei den Ermittlungen zusammenarbeitet. Brandstiftungen werden mit Freiheitsstrafen von einem bis zehn Jahren bestraft. Für den Schuldigen teure Zivilprozesse können sich anschließen, wenn Besitzer abgebrannter Gebäude ihr Geld zurückverlangen. Doch dafür muss der Täter natürlich erstmal gefasst werden.

„Für uns hat die Suche nach dem Schuldigen allerhöchste Priorität“; sagt Hamm: „Auch in der Corona-Krise ist die Polizei Bitburg stark und jederzeit handlungsfähig. Wir arbeiten mit Hochdruck an der Aufklärung der Brände.“ Derzeit werteten die Ermittler der Kriminalpolizei Wittlich die Spuren der Tatorte aus, in Erwartung, dass diese etwas mehr über den Feuerteufel verraten, der schon so viel Unheil gestiftet hat.

Komplett abgebrannt: das Vereinshaus der Reservistenkameradschaft wurde Dienstagmorgen zum Raub der Flammen. Foto: TV/Feuerwehr Irrel

Weiterhin hoffen die Ermittler aber auch auf Hinweise der Bürger. Die sitzen zwar wegen Corona zunehmend zuhause, „aber auch aus dem Fenster kann man Beobachtungen machen, die uns helfen können“, sagt Hamm: Etwa auffällige Personen oder Wagen, die des nachts noch unterwegs sind.

Hinweise zu den Bränden nimmt die Kriminalinspektion Wittlich unter Telefon 06571/95000, E-Mail: kiwittlich

Komplett abgebrannt: das Vereinshaus der Reservistenkameradschaft wurde Dienstagmorgen zum Raub der Flammen. Foto: TV/Feuerwehr Irrel

@polizei.rlp.de, entgegen. Zeugen können aber auch die Dienststellen in Bitburg (Telefon 06561/96850) oder Prüm (Telefon 06551/9420) kontaktieren.