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Eifel, Hunsrück, Trier: 150 Unfälle durch Schneefall am Freitag

Wetter-Chaos am Freitag : Schneefall: Mehrere Verletzte bei 150 Unfällen auf den Straßen in Eifel, Mosel und Hunsrück (Fotos)

Schneefall am Freitag: Unfälle in der Eifel

Als der Schnee herunterkam, ging auf den Straßen teilweise nichts mehr: Am Freitag hatten Polizei und Rettungskräfte etliche Unfälle aufzunehmen, mehrere Menschen wurden verletzt. Einschränkungen gab es auch im Busverkehr. Der Überblick.

Nach dem Schneefall am Freitag hat sich die Situation auf den Straßen in der Region normalisiert, der Polizei waren keine größeren Einschränkungen mehr bekannt. “Die Straßen sind soweit frei“, teilte ein Sprecher am Samstagmorgen auf Nachfrage mit, an einzelnen Stellen könnten umgestürzte Bäume für Behinderungen sorgen.

Einzelne Busverbindungen waren am Samstag noch eingeschränkt. Auch die A60 war am Samstag zwischen Winterspelt und Bleialf wegen Bergungsarbeiten zeitweilig gesperrt, nachdem am Freitag dort ein LKW liegengeblieben war. Auf der A48 kam es hinter dem Autobahndreieck Vulkaneifel Richtung Koblenz zwischen Ulmen und Laubach am Samstagmorgen wegen eines querstehenden LKW zu Behinderungen, mittlerweile ist diese Unfallstelle aber geräumt.

In der Nacht auf Sonntag breitete sich von Osten erneut Schneefall aus. Es bleibt auch die kommenden Tage kalt und bedeckt.

Schneefall am Freitag sorgte für Verkehrschaos: 150 Unfälle

Seit dem Freitagmittag hatte es immer stärker in der Region geschneit, vor allem in der Eifel, dann aber auch verstärkt im Hunsrück. Bei der Polizeiinspektion Prüm waren die ersten schneebedingten Unfallmeldungen schon gegen 13 Uhr eingegangen. Auf fast allen Straßen lag am Nachmittag eine meist feste Schneedecke. Allein die Polizei Bitburg erhielt bis 17 Uhr Meldungen über 25 Verkehrsunfälle. Zumeist wurde in der ganzen Region aber nur von Sachschäden berichtet.

 Zu einem Unfall, der grade noch so glimpflich ausging musste die Polizei im Bereich der Ortslage von Dohm-Lammersdorf. Hier war ein Fahrer mit seinem Jeep, welcher erschreckender Weise nur mit Sommerreifen ausgerüstet war, auf schneebedeckter Fahrbahn ins Rutschen gekommen und im Gegenverkehr frontal mit einem Schneeräumfahrzeug kollidiert.
Zu einem Unfall, der grade noch so glimpflich ausging musste die Polizei im Bereich der Ortslage von Dohm-Lammersdorf. Hier war ein Fahrer mit seinem Jeep, welcher erschreckender Weise nur mit Sommerreifen ausgerüstet war, auf schneebedeckter Fahrbahn ins Rutschen gekommen und im Gegenverkehr frontal mit einem Schneeräumfahrzeug kollidiert. Foto: Polizei Gerolstein

Ein Sprecher des Polizeipräsidiums Trier berichtete ebenfalls von zahlreichen Unfällen oder zeitweise blockierten Straßen. „Blechschäden haben wir jede Menge“, sagte er.

Wie viele Unfälle es ab Einsetzen des Schneefalls gab, teilte am Samstagmorgen ein Sprecher der Polizei auf Nachfrage der Redaktion mit. Demnach habe es nach derzeitigem Stand schätzungsweise rund 150 witterungsbedingte Unfälle in der Region Trier gegeben. In den allermeisten Fällen blieb es bei Blechschäden. Zwölf Personen seien allerdings leicht verletzt worden, keine schwer. Die Zahl wurde am Sonntag bestätigt.

Im Kreis Trier-Saarburg gab es am Freitagabend gegen 19.30 Uhr auf der L 42 zwischen Newl und Olk einen witterungsbedingten Verkehrsunfall. Eine 34-Jährige hatte die Kontrolle über ihr Fahrzeug verloren und geriet ins Schleudern. Ein entgegenkommender Pkw konnte nicht rechtzeitig ausweichen und stieß mit der Autofahrerin zusammen. Diese musste nach der Erstversorgung durch den Rettungsdienst in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Die beiden Insassen des anderen Pkw blieben unverletzt, allerdings entstand an beiden Fahrzeugen hoher Sachschaden. Zur Unfallaufnahme und Bergung der beiden Fahrzeuge musste die L 42 in dem Bereich komplett gesperrt werden.

Staus und Unfälle in der Eifel

An vielen Stellen, sogar auf Bundesstraßen, so im Bereich von Gerolstein-Lissingen und Oberere-Stroheich stockte der Verkehr am Nachmittag, weil sich auf schneebedeckten Fahrbahnen Fahrzeuge, PKW und LKW festgefahren hatten.

Mit am heftigsten von Staus betroffen war die A60. Dort ereigneten sich zwei Unfälle im Bereich der Auffahrt Bitburg Richtung Belgien. Ein Fahrzeug überschlug sich und blieb noch längere Zeit im Straßengraben auf der Seite liegen, da auch die Abschleppdienste kurzfristig ausgelastet waren. Der Fahrer wurde dabei leicht verletzt.

. Auf der A60 havarierte auch ein Sattelzug. Noch während man auf der A60 im Einsatz war, kam es zu einem weiteren LKW-Unfall auf der L16 zwischen Habscheid und Pronsfeld. Hier war ein Sattelzug aufgrund von Schnee in den Straßengraben gestürzt. Auch hier musste ein Trierer Bergungsunternehmen tätig werden. In beiden Fällen blieben die LKW-Fahrer unverletzt.

Auch auf der B51 zwischen Stadtkyll und Prüm kam es zu massiv stockendem Verkehr und Staus. Viele LKW kamen dort im Schnee nicht mehr voran. Unter anderem war auf der B 51 bei Stadtkyll ein LKW in den Graben gefahren, so dass eine Bergung des Fahrzeugs notwendig wurde.

„Massig Unfälle“, meldet die Polizei bei Daun. Es gab laufend neue Unfallmitteilungen. Unter anderem blockierten gegen 14.30 Uhr mehrere LKW die B 421 im Bereich Oberehe. Gleiches Bild im Bitburger Land: „Es geht hier im Moment ziemlich drunter und drüber“, hieß es schon am Nachmittag in der Polizeiinspektion Bitburg. Auf der B50 zwischen Sinspelt und Bitburg war ein Laster umgekippt und sorgte für Staus in beiden Richtungen, bis eine Spezialfirma das Fahrzeug bergen konnte.

Einer der größten Staus befand sich auf der A48 zwischen Mayen und der Abzweigung zur A1 bei Mehren. Auch am Abend hatte sich die Situation auf der A48 noch nicht entspannt. Es wurden weiterhin Staus und stockender Verkehr gemeldet.

Schneefall: Das sagt die Polizei in Wittlich und Prüm

Die Polizeiinspektion in Wittlich meldete am frühen Samstagmorgen insgesamt 15 Verkehrsunfälle, wovon bei einem eine 58-jährige Autofahrerin leicht verletzt wurde. Sie war am Freitagnachmittag auf der schneebedeckten Kreisstraße 69 nahe Hetzerath (Landkreis Bernkastel-Wittlich) mit ihrem Wagen ins Schleudern und dadurch in den Gegenverkehr geraten. Dabei kam es zum Frontalzusammenstoß mit dem Auto eines 70-Jährigen, der aber unverletzt blieb. Bei den übrigen Unfällen kam es lediglich zu Blechschäden.

Die Polizeiinspektion Prüm gab am Samstagabend eine Mitteilung heraus, in der sie Bilanz zog. Demnach seien am Freitag bis 22 Uhr insgesamt 22 Verkehrsunfälle registriert worden. Dabei sei eine Person leicht verletzt worden. Durch den Schneefall sei insbesondere die A60 zwischen Waxweiler und Winterspelt (auf der Autobahn krachte es sechs Mal), die B51 zwischen Olzheim und Stadtkyll sowie mehrere Landstraßen betroffen gewesen.

Unter anderem sei auf der L10, Gemarkung Waxweiler, am frühen Freitagnachmittag ein Auto auf schneebedeckter Fahrbahn in den Gegenverkehr geraten und dort mit einem Bus kollidiert. Durch den Zusammenstoß sei der Busfahrer leicht verletzt worden. Die 25 Schülerinnen und Schüler im Bus sowie der PKW-Fahrer blieben unverletzt.

Schnee im Hunsrück: Straßen bei Morbach betroffen

Auch im Hunsrück sah es für Autofahrer nicht gut aus. Die B50 steckte rund um den Flughafen Hahn auf einer Strecke von circa 50 Kilometern im Schneechaos.

Die Straßen rund um Morbach waren ebenfalls betroffen. Kaum ein Vorankommen gab es auf der L160 Richtung Kempfel, der B327 Richtung Thalfang und der B 269 Richtung Birkenfeld. Auch auf den Straßen rund um Idar-Oberstein ging kaum noch etwas voran.

Busverkehr in Trier am Freitagabend eingestellt

Nachdem am Freitagnachmittag bereits in weiten Teilen der Region der Busverkehr eingestellt worden war, standen ab dem Abend auch die Busse in Trier still. Um 22 Uhr meldeten die Stadtwerke: „Wegen der glatten Straßen müssen wir alle Linien bis zum Betriebsende einstellen.“ Am Samstagmorgen wurde der Betrieb in Trier wieder aufgenommen, es kam aber zunächst noch zu Störungen auf den Linien 89 und 88. Mittlerweile gilt freie Fahrt.

Im übrigen Gebiet des Verkehrsverbundes Region Trier (VRT) konnte es witterungsbedingt auch am Wochenende noch zu Teilausfällen oder Verspätungen kommen. Aktuelle Hinweise gibt es auf der Störungsseite des VRT.

Schneefall im Raum Koblenz und im Saarland

In Koblenz wurden bei zwei von 25 Unfällen vier Menschen leicht verletzt, wie die Polizei mitteilte. Die Polizei in Worms zählte über den Freitagabend hinweg insgesamt neun Unfälle in ihrem Einsatzgebiet, die auf das Schneetreiben zurückzuführen waren. Die Polizei im Saarland zählte für das ganze Bundesland von Freitagnachmittag bis Samstagfrüh insgesamt 120 Unfälle. Von diesen kam es bei 110 zu Blechschäden, bei weiteren 10 Unfällen wurden zudem Personen leicht verletzt. Aufgrund der hohen Schneelast kam es in Saarbrücken zudem zu Astbrüchen, teilweise waren Bäume umgestürzt oder deren Kronen abgebrochen. Die Landeshauptstadt bat die Bürger um erhöhte Vorsicht. Der Deutsch-Französische Garten und der Wildpark wurden am Samstag bis auf Weiteres gesperrt.