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EIntracht Trier - TuS Koblenz: Ausschreitungen der Fans - Polizei ermittelt

Verband prüft Vorfälle : „Rote Linien überschritten“: Fan-Ausschreitungen in Trierer Innenstadt nach Oberliga-Derby

Rund um das Derby in der Fußball-Oberliga zwischen Eintracht Trier und der TuS Koblenz kam es in Trier zu Ausschreitungen beider Fanlager. Die Polizei musste mehrfach einschreiten, der Verband ermittelt wegen möglicher Strafen für die Vereine.

Rund um die Oberligabegegnung zwischen der TuS Koblenz und Eintracht Trier am Sonntag, 5. September (Endstand 0:2 für Eintracht Trier) kam es über zwei Tage sowohl in Koblenz als auch in Trier zu mehreren teils massiven Auseinandersetzungen zwischen Ultras und Hooligans beider Vereine und der Polizei. Das teilt die Polizei mit.

Das jeher aus polizeilicher Sicht als konfliktbehaftet zu bezeichnende Aufeinandertreffen der beiden Traditionsvereine aus Koblenz und Trier, diesmal ausgetragen im Koblenzer Stadion Oberwerth, war bereits im Vorfeld unter Einbeziehung starker Polizeikräfte geplant worden, sodass knapp 200 Einsatzkräfte vor Ort für die nötige Sicherheit sorgen mussten. Seitens der Trierer Fanszene war jedoch zu einem Boykott des Spiels aufgerufen worden, da man in Koblenz auf ein Zaunfahnenverbot (Gefahr von verdecktem Abbrennen von Pyrotechnik) bestand und zudem der Verkauf von Eintrittstickets an Gästefans stark kontingentiert worden war. Die Folge war, dass auch keine Trierer Anhänger der hiesigen Ultra- und Hooliganszene das Spiel besuchten, sondern lediglich 120 wirklich nur an dem Spiel interessierte Sympathisanten der Eintracht den Weg nach Koblenz auf sich nahmen. Das Spiel verlief insofern auch ohne nennenswerte Zwischenfälle; Ungewöhnlich war nur, dass auch nur etwa 40 Anhänger der als gewaltgeneigten oder -bereiten Szene der Koblenzer Anhänger der gewöhnlich bis zu 100 Personen umfassenden Gruppe den Weg ins Stadion gefunden hatten.

Nach dem Spiel Eintracht Trier gegen TuS Koblenz: Einsätze in Trierer Stadtgebiet

Nachdem der Einsatz in Koblenz beendet war, überschlugen sich dann die Ereignisse im Stadtgebiet Trier. Aus einer als Szenelokal der Eintracht bekannten Gaststätte in der Maarstraße erfolgte am Sonntagabend, 19 Uhr, der Hilferuf einer Wirtin an die Polizeiinspektion Trier. Etwa 30 dunkel gekleidete Personen hätten in der Gaststätte randaliert und Einrichtungsgegenstände zerstört. Die Gruppe sei jedoch auch schon wieder weg und in Richtung Innenstadt geflüchtet. Schnell formierte sich die Polizei Trier und konnte die vermeidlichen Vandalen gegen 19.20 Uhr in der Güterstraße antreffen und kontrollieren, wobei zeitnah bestätigt werden konnte, dass es sich dabei um Anhänger der TuS Koblenz gehandelt hatte.

Noch während die Kontrollmaßnahmen liefen, näherte sich gegen 19.55 Uhr aus Richtung Domänenstraße eine etwa 50-köpfige Personengruppe aus dem Spektrum der Trierer Hooligan- und Ultraszene, und suchten, mit Handschuhen und Mundschutz bewaffnet, die direkte Konfrontation mit den Koblenzer Anhängern. Nur unter Einsatz körperlicher Gewalt sowie von Pfefferspray konnten die zahlenmäßig unterlegenen Polizeibeamten ein direktes Aufeinandertreffen der rivalisierenden Fanlager verhindern und die Trierer Aggressoren in die Flucht schlagen. Glücklichen Umständen war es zu verdanken, dass keine Verletzten zu beklagen waren.

Fans der TuS Koblenz erhalten Platzverweis für Stadtgebiet

Nachdem sämtliche Maßnahmen beendet waren, erhielt die Koblenzer Gruppe einen Platzverweis für das Stadtgebiet Trier und wurde unter Polizeibegleitung aus der Stadt eskortiert. Eine Absuche am Auseinandersetzungsort in der Güterstraße ergab, dass auch dort vor der Kontrolle Schutzausrüstung wie Handschuhe und Mundschutz sowie Sturmhauben abgelegt worden war, sodass von einer kurzfristig geplanten Racheaktion auszugehen ist.

Der Einsatzort in der Güterstraße musste für den fließenden Verkehr in der Zeit zwischen 19.20 Uhr und etwa Uhr voll gesperrt werden und war nicht mehr passierbar.

Hintergrund der jüngsten Eskalation dürfte ein Vorfall vom vorangegangen Samstag, 4. September in Koblenz gewesen sein, bei dem eine Gruppe von Eintracht Hooligans und Ultras bereits einen Tag vor dem Spiel ebenfalls ein Szenelokal der TuS aufgesucht und dort provoziert hatte. Die Gruppe hatte einen Platzverweis für die Stadt Koblenz sowie ein Stadionbetretungsverbot erhalten.

Verband überprüft Fälle

Der zuständige Fußballverband wurde über die Vorfälle in Koblenz und Trier in Kenntnis gesetzt und prüft Sanktionen gegen beide Vereine, die bis hin zu einem Ausschluss der Mannschaften vom laufenden Spielbetrieb führen könnten. Bereits jetzt ist von einer Spielortverlegung der Eintracht für anstehende Spiele im Großraum Koblenz die Rede.

Der Leiter der Polizeiinspektion Trier, Polizeioberrat Christian Hamm betont, dass am vergangenen Wochenende rote Linien überschritten worden waren und man ganz entschieden und entschlossen präventiv sowie repressiv der jüngsten Entwicklung Einhalt gebieten wird. Eine Reihe von Ermittlungsverfahren, wie schwerer Hausfriedensbruch, Landfriedensbruch, Sachbeschädigung sowie tätlicher Angriff auf Vollstreckungsbeamte sind bereits eingeleitet worden.