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Unwetter
(Update) Erneut wälzt sich eine Schlammlawine durch Trassem (Fotos/Video)

FOTO: Florian Blaes
Trassem. Gerade hatten die Helfer einen provisorischen Damm errichtet, rauschte am Donnerstagnachmittag schon wieder eine Schlammlawine durch das Dorf. Zuletzt war das bereits am Mittwoch und vor drei Wochen passiert. Von Benedikt Laubert und Florian Blaes

Und wieder eine Lawine. Ende April rutscht ein Hang über Trassem ab, Mittwochabend wiederholt sich das Unglück. Und Donnerstagnachmittag erneut.

Hier der aktuelle Bericht dazu: Schwere Unwetter am Donnerstag: Trassem und Pölich besonders betroffen

Erneut Unwettereinsatz in Trassem FOTO: Florian Blaes

Das passierte am Mittwoch: Es trifft erneut die  Menschen, die unterhalb des Halstenbergs wohnen. Wieder wälzen sich Wasser- und Schlammmassen durch Trassem. Erst vor drei Wochen haben Schlamm und Geröll nach einem Unwetter Balkone überzogen, Garagen und Keller gefüllt.

Die Lawine von Mittwoch könnte nun die Kritik am Baugebiet verschärfen, das just oberhalb des Hangs entstehen soll. Und die Anwohner fordern einen wirksamen Schutz für ihre Häuser. Auch in Be­urig, Serrig und Freudenburg gab es Einsätze wegen des Regens.

Ein starker Regenschauer löst Mittwochabend den Hangrutsch in Trassem aus. Von den Feldern oberhalb der Straße Unterm Halstenberg kommt eine Wasser- und Schlammlawine und wälzt sich durch Gärten, Garagen und in einen Keller. Sie bahnt sich ihren Weg ins Tal. Knöchelhoch steht das Wasser auf der Straße und macht sie zeitweise unpassierbar. Die Feuerwehr wird um 20.03 Uhr alarmiert. Sie sperrt den Bereich großräumig ab.

Anwohner Karl Schiffer-Merten ist bereits vor drei Wochen vom schweren Unwetter betroffen. Er sagt: „Innerhalb von wenigen Minuten schoss das Wasser den Hang herunter und überflutete den ganzen Garten.“ Besonders betroffen ist diesmal aber der Nachbar nebenan. Er hat seinen Garten gerade erst wieder vom Schlamm und Dreck des letzten Rutschs befreit. Doch nun erwischt es ihn noch schlimmer. Zentimeterhoch steht der

Schlamm im Garten. Der Gartenteich ist nun als solcher nicht mehr zu erkennen. Das Wasser sucht sich den Weg durch die Garage ins Untergeschoss des Hauses. Feuerwehr und THW brauchen mehrere Stunden, um alles Wasser und allen Schlamm abzupumpen.

Die Anwohner haben aus den Folgen der letzten Lawine gelernt: Dieses Mal errichten sie auf der Straße innerhalb weniger Minuten Barrieren aus Holzbrettern und anderen Dingen, so dass wenigstens die zweite Häuserreihe verschont bleibt. Bernhard Hein, Wehrleiter der Feuerwehr der VG Saarburg, hat das Kommando bei dem Einsatz. Er lobt im Gespräch mit dem TV das schnelle Eingreifen der Anwohner. Auch ein junger Mann aus der gleichen Straße, der ebenfalls vom Unwetter betroffen ist, lobt vor Ort die gute Zusammenarbeit unter den Nachbarn.

Er berichtet, dass kurz nach dem Gewitter schon die ersten hilfsbereiten Anwohner mit Gummistiefeln, Schaufel und Besen zur Stelle gewesen seien.

Die Feuerwehr überlässt der Gemeinde nach dem Einsatz rund 200 Sandsäcke, um einen provisorischen Schutzwall oberhalb der ersten Häuserreihe zu errichten. Freiwillige Helfer bauen den Damm am Donnerstag.

Die Anwohner kritisierten den mangelnden Schutz ihrer Häuser. Karl Schiffer-Merten sagt etwa: „Schon zum zweiten Mal haben wir Wasser im Keller, Fluten ergießen sich den Hang hinab. Da muss jetzt wirklich ein Schutz errichtet werden.“

Bereits nach der letzten Schlammlawine gibt es Kritik an Überlegungen des Ortsgemeinderats, oberhalb des betroffenen Hanges ein Baugebiet auszuweisen (der TV berichtete). Nach der letzten Flut spricht sich Ortsbürgermeister Roland Konter dafür aus, das ebenfalls im Rat besprochene andere mögliche Baugebiet zu nutzen: das Gebiet Perdenbacher Gewann, das bereits in Teilen Neubaugebiet ist. Für eine aktuelle Stellungnahme war Konter dieses Mal nicht zu erreichen – er war selbst mit Aufräumarbeiten in der betroffenen Straße beschäftigt.

Die Einsatzkräfte der Feuerwehr und des THW säubern die Straßen und spritzen sie ab, nachdem der starke Regen abgezogen ist. Mit einem Radlader des THW und der Hilfe eines Privatmanns aus Trassem werden die Schlammmassen abtransportiert.

Auch auf der Saarburger Straße in Trassem kommt es wegen des Unwetters zu Behinderungen. Auf der Fahrbahn steht das Wasser, Geröllmassen liegen auf dem Teer. Auch diese werden später beseitigt. Die Aufräumarbeiten ziehen sich bis in die späten Abendstunden hin.

VG-Bürgermeister Jürgen Dixius macht sich ein Bild von der Lage in Trassem. In Beurig, Serrig und Freudenburg müssen die Feuerwehren ebenfalls zu vollgelaufenen Kellern ausrücken und diese leer pumpen, sagt der Einsatzleiter. 

Im Einsatz sind in der VG mehr als 100 Einsatzkräfte von Feuerwehr-Einsatzzentrale (FEZ), Wehrleitung und Führungsstaffel sowie der Feuerwehren aus Trassem, Freudenburg, Saarburg, Beurig und Serrig. Auch das Technische Hilfswerk, das Deutsche Rote Kreuz und die Polizei haben geholfen.