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Falsche Ärzte rufen in der Eifel und im Hunsrück an

Polizei warnt vor neuer Betrugsmasche in Zeiten von Corona : Falsche Ärzte rufen in der Eifel und im Hunsrück an

Telefonbetrüger treiben wieder in der Eifel und im Hunsrück ihr Unwesen. Wie die Täter versuchen, die aktuelle Corona-Krise für ihre Machenschaften auszunutzen.

Das Telefon klingelt. Die Nummer: unterdrückt. Am Apparat meldet sich ein Arzt. Er spricht Deutsch mit leichtem Akzent. „Der Eifelkreis ist ein Hochrisikogebiet für den Ausbruch von Covit-19“, erzählt er. Daher müsse nun auch der Angerufene auf das Corona-Virus getestet werden. Bald würde der Arzt bei ihm vorbeischauen. Die Untersuchung koste allerdings Geld.

So schildern Betroffene die dubiosen Anrufe, die derzeit in der Eifel kursieren. Mehr als 20 Personen in der Eifel wurden in den vergangenen Tagen von vermeintlichen Medizinern belästigt, heißt es bei der Polizei.

Und auch im Hunsrück, etwa in Birkenfeld, meldeten sich angebliche MItarbeiter einer in Wirklichkeit nicht-existenten „Bundesdesinfektionsstelle“, informiert die Inspektion in Idar-Oberstein. Rund um Wittlich, Daun und Gerolstein seien solche Fälle nicht bekannt, teilen die Dienststellen mit. Doch vielleicht sei das nur eine Frage der Zeit.

„Das ist eine richtige Welle“, sagt der Bitburger Dienststellenleiter Christian Hamm, den die Vorfälle besorgen. Denn bei den angeblichen Ärzten handelt es sich um Betrüger.

Sich als Virologen auszugeben, scheint in Zeiten der Corona-Krise die neueste Masche der Callcenter-Gauner zu sein. „Eine besonders perfide“, findet Hamm. Denn viele Menschen seien wegen der neuen Erfahrung mit einer Pandemie derzeit stark verunsichert oder sogar in Panik. Und daher besonders anfällig für solche Betrügereien.

Im Visier haben die Verbrecher dabei, wie bei allen Telefontricks, vor allem ältere Menschen. Was den Tätern dabei in die Karten spielt: Senioren gehören zur sogenannten RIsiko-Gruppe für die das Virus gefährlich werden kann. Und haben meist auch am meisten Angst vor einer Infektion.

Hereingefallen sei aber nach aktuellem Ermittlungsstand noch niemand auf den Trick. Bei keinem der Betroffenen habe der falsche Doktor vor der Haustür gestanden, sagt Hamm. Diejenigen, die sich bei der Polizei gemeldet haben, hätten die Betrüger am Telefon abgewimmelt.

Und genau dazu rät die Polizei auch unabhängig von der Masche. Wer einen solchen merkwürdigen Anruf bekommt, soll bloß keine Angaben zu Bargeld im Haus machen, am besten sofort auflegen und die 110 wählen.

Die Ermittler empfehen den Betroffenen außerdem, wachsam zu bleiben. Wenn sich eine verdächtige Person dem Haus nähert, sollten sie bei der Polizei durchklingeln. Aber auch wenn weitere dubiose Anrufe eingehen. Denn es sei möglich, dass die Betrüger ihre Masche wieder ändern, wenn sie merken, dass sie als falsche Ärzte keinen Erfolg haben.

Denn die Täter sind da durchaus kreativ: Kurz bevor die vorgeblichen Mediziner auf den Plan traten, haben nämlich noch falsche Polizisten ihr Unwesen getrieben. Und vor einer erfundenen Einbruchsserie gewarnt. Und in anderen Gegenden Deutschlands, etwa in Hessen, geben sich die Verbrecher als Verwandte aus, die am Corona-Virus erkrankt seien und daher dringend Hilfe benötigten. Natürlich in Form von Geld.

Wer Hinweise zu den Anrufen falscher Polizisten oder Ärzte hat, kann sich unter Telefon: 06561/96850 bei der Dienststelle in Bitburg melden.