Feuerteufel schlägt in Zemmer erneut zu

300 Heuballen brennen in Zemmer ab : Feuerteufel schlägt erneut zu

Es hat wieder gebrannt: Am Montagmorgen findet ein Landwirt aus Zemmer sein Warenlager völlig verkohlt vor. Die Nacht zuvor hatte es bereits ein Feuer im Nachbarort Beilingen gegeben. Die Polizei vermutet denselben Täter hinter den Brandstiftungen.

Ein dampfender schwarzer Haufen liegt auf der Wiese. Mehr ist am Montagmorgen nicht mehr vom Heulager eines Zemmerer Landwirts (Trierer Land) übrig. Am Sonntagnachmittag war noch alles in Ordnung gewesen. Gegen 15 Uhr hatte der Bauer seine 300 Strohballen gesehen, bevor sich das Viehfutter in einen Haufen glühender Asche verwandelte. Ein Feuerwehreinsatz war nicht mehr nötig gewesen – schließlich gab es nichts mehr zu retten. Die Polizei Schweich schätzt den Schaden auf mehrere Tausend Euro.

Es ist der zweite Großbrand in der Fidei innerhalb kürzester Zeit. Am frühen Sonntagmorgen waren in Beilingen (VG Speicher), keine 10 Kilometer vom neuen Tatort, bereits rund 400 Heuballen einem Feuer zum Opfer gefallen (der TV berichtete). Verantwortlich dafür ist laut Polizei wohl ein Feuerteufel, der rund um Speicher sein Unwesen treibt.

Angefangen hat die Brandserie vor vier Wochen vermeintlich harmlos. Laut dem Speicherer Wehrleiter Arnold Faber brannten zunächst Mülltonnen und Hecken in und um die Töpferstadt. Verletzt wurde dabei niemand und auch der Schaden hielt sich in Grenzen. Doch es scheint nun, dass der Täter sich langsam an größere Feuer heranwagt. „Wir nehmen das sehr ernst“, sagt ein Polizeisprecher aus Bitburg.

Warum der Unbekannte immer wieder zündelt, ist laut Dieter Wiegandt, Brandermittler bei der Polizei Schweich, völlig unklar. Es könnten persönliche Motive hinter den Taten stecken, aber auch psychologische. Die Kriminologie kennt zwar sogenannte Pyromanen, die einen innerlichen Drang verspüren, Feuer zu legen. Ob es sich beim Brandstifter aus dem Speicherer Umland aber um einen solchen Menschen handelt, ist laut Wiegandt noch offen. Ermittelt werde in alle Richtungen.

Am Tatort in Zemmer lässt sich wenig über die Identität des Feuerteufels herausfinden. Nächtlicher Regen habe alle Spuren weggewaschen, sagt Wiegandt. Von einem verkohlten Haufen Asche lasse sich auch die Vorgehensweise des Täters nicht ableiten. Die Ermittler sind also auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen.

Zum Brand in Beilingen seien beriets erste Hinweise eingegangen, sagt ein Sprecher der Polizei Bitburg, die den Fall bearbeitet. Ein entscheidender Tipp zur Ergreifung des Täters war aber nicht dabei.Derzeit wird der Brand in Beilingen von der Polizei Bitburg betreut, der Brand in Zemmer von den Kollegen in Schweich. „Wir stehen aber in regem Austausch“, sagt Wiegandt.

Ob das so bleibt, sei allerdings noch nicht entschieden. Möglich wäre es auch, dass bald eine Kriminalfachdienststelle den Fall übernimmt – etwa die Kripo Wittlich oder Schweich.

Wer hat etwas Verdächtiges gesehen? Hinweise zur Brandstiftung in Beilingen nimmt die Polizei Bitburg unter Telefon: 06561/96850 entgegen. Beobachtungen rund um Zemmer können an die Polizei Schweich weitergeleitet werden. Telefon: 06502/91570.

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