Flüchtling zündet sich in Hermeskeiler Afa an: Erste Hintergründe (Update)

Kostenpflichtiger Inhalt: Drama in Asyleinrichtung : Flüchtling zündet sich in Hermeskeiler Afa an: Erste Hintergründe (Update)

Die Verzweiflungstat eines jungen Mannes in der Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende in Hermeskeil (Kreis Trier-Saarburg) erschüttert die Region. Die Ermittlungen der Behörden stehen noch am Anfang. Es gibt aber erste Hinweise zu den Hintergründen.

Mittwochnachmittag in der Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende (Afa) in Hermeskeil. Gegen 15.30 Uhr kommt es zu einem dramatischen Zwischenfall, der so zuvor in einer Afa der Region noch nie passiert ist. Wie die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) später mitteilt, übergießt sich ein Bewohner der Einrichtung mit einer brennbaren Flüssigkeit. Der junge Mann Mitte 20 zündet sich anschließend selbst an.

Er überlebt die lebensgefährliche Tat, zieht sich aber schwere Verbrennungen zu. Die alarmierten Rettungskräfte und die Polizei rücken mit einem Großaufgebot zur Afa an. Der verletzte Flüchtling wird erstversorgt und dann zur weiteren Behandlung in eine Spezialklinik gebracht.

Nach bisherigen Ermittlungen liegt bei der Tat kein Fremdverschulden vor. Daher übernimmt nach Absprache der Behörden nicht die Polizei, sondern die ADD die Pressearbeit und informiert die Medien in einer kurzen Erstmeldung.

Auf Nachfrage von volksfreund.de ergänzt ADD-Pressesprecher Nikolai Zaplatynski, es gebe keine weiteren Verletzten. Allerdings würden Mitarbeiter und Bewohner der Afa Hermeskeil, die den schlimmen Vorfall mitbekommen hätten, bei Bedarf durch die Notfallseelsorge betreut.

Foto: TV/Friedemann Vetter

Nach vorläufigen Erkenntnissen sei der Tat des Flüchtlings kein Konflikt mit anderen Bewohnern vorausgegangen. Vermutlich handele es sich vielmehr um eine Verzweiflungstat, weil sich der junge Mann angesichts seiner drohenden Abschiebung in einer ausweglosen Situation gewähnt haben könnte.

„Wir werden offene Fragen zusammen mit dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge klären“, kündigt Nikolai Zaplatynski am Mittwochabend an.

Normalerweise berichten wir nicht über Suizidversuche. Der Hermeskeiler Fall hat jedoch einen größeren Polizeieinsatz ausgelöst, den viele Menschen mitbekommen haben.

Für Menschen, die sich in einer ausweglosen Lage wähnen oder sogar erwägen, sich das Leben zu nehmen, gibt es spezielle Hilfsangebote, etwa bei der Telefonseelsorge. Die Telefonnummern lauten: 0800/1110111 oder 0800/1110222. Auch Gespräche im eigenen Umfeld können helfen.

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