Gefahrstoff-Unfall auf der A 60 bei Waxweiler

Unfall : Update: A 60 bei Waxweiler nach Gefahrstoff-Unfall wieder frei (Fotos)

Die Autobahn 60 ist nach einem schweren Gefahrstoff-Unfalls zwischen Bitburg und Prüm seit Dienstagnacht 23.30 Uhr wieder frei. Der entstandene Schaden kann noch immer nicht genau beziffert werden.

Ein Gefahrstoff-Transporter aus Spanien, unterwegs für ein Bahn-Logistikunternehmen von Barcelona nach Lüdenscheid, ist am Dienstagmorgen auf der A 60 nahe der Anschlussstelle Waxweiler verunglückt. Die Folge: aufwändige Bergungsarbeiten und stundenlang Staus auf den Umleitungsstrecken.

Der Unfall ereignete sich nach Angaben der Polizei Prüm gegen 10.20 Uhr, am Ende der aktuellen Baustelle auf der Autobahn: Der Verkehr wird derzeit deswegen  über die beiden Spuren geleitet, die in Richtung Bitburg führen. In der Übergangsspur, die zurück auf die Fahrbahn in Richtung Prüm führt, schaukelte sich dann der Anhänger auf – vermutlich, weil der Fahrer zu schnell unterwegs war.

Foto: Fritz-Peter Linden

Daraufhin verlor er die Kontrolle über das Gespann. Die Zugmaschine wurde in die Mittelleitplanke geschleudert, der Anhänger kippte quer über die Fahrbahn und blockierte beide Spuren, dahinter kam alles zum Stehen. Weitere Fahrzeuge wurden nicht in den Unfall verwickelt.

Foto: Feuerwehr Prüm

Zahlreiche Rettungskräfte eilten zur Unglücksstelle: Polizei Prüm, Autobahnmeisterei, Technisches Hilfswerk Bitburg, das DRK und die Feuerwehren aus dem Eifelkreis mit etwa 100 Frauen und Männern und Frauen und dem kompletten Gefahrstoffzug.

Foto: TV/Lars Oliver Ross

Der Fahrer des Transporters blieb unverletzt. Erst am späteren Nachmittag stand fest, dass sich unter der Ladung nicht nur Kartons und Kunststoffbehälter mit Fernsehgeräten, Werkzeug und anderem Material befanden, sondern auch mehrere Fässer mit giftigen Chemikalien. Die Behälter seien intakt geblieben, offenbar sei keine Ladung ausgetreten, sagte Karl-Peter Jochem, Pressesprecher des Präsidiums Trier.

Foto: Feuerwehr Prüm

Nach Angaben der Einsatzkräfte am Unglücksort handelte es sich bei der Ladung um explosives und selbstentzündliches Material, darunter aromatische Kohlenwasserstoffe, die in der Herstellung von Pharmazeutika und Kosmetika verwendet werden. Der Flammpunkt liegt nach Angaben der Feuerwehr bei unter 41 Grad Celsius.

Foto: Fritz-Peter Linden

Geraten die Stoffe in Brand, sagte Manfred Schuler von der Feuerwehr Prüm, dann entwickeln sich giftige Gase, gefährlich „für Augen und Atemwege“. Das Problem bei den Bergungsarbeiten: „Dass wir nicht einen großen Tank haben, den wir kühlen könnten, sondern mehrere Behälter. Die ganze Ladung ist aber durch den Unfall durcheinandergewürfelt.“

Foto: Fritz-Peter Linden

Der Plan der Einsatzkräfte: Den umgekippten Anhänger aufzuschneiden, um so an alle Gefahrstoffbehälter zu gelangen und sie zu entsorgen.

Dann aber stellte sich ein weiteres Problem heraus, wie Kreisfeuerwehrinspekteur Jürgen Larisch gegenüber unserer Zeitung sagte: „Wir wissen noch nicht, welcher Stoff es konkret ist. Das ist anhand der Ladungspapiere nicht zu erkennen.“

Unter der angegebenen Nummer in den Papieren, sagte Manfred Schuler, könnten sich insgesamt 50 Stoffe befinden. Deswegen versuchte Alexander Thiel, der Wehrleiter der Verbandsgemeinde Prüm, über Spediteur und Auftraggeber herauszufinden, was sich genau in dem LKW befand.

Erst nach 17 Uhr wusste man dann offenbar mehr und konnte loslegen, kurz darauf gab Schuler durch: „Die heiklen Fässer sind geborgen.“ Dann wurden weitere 1000 Liter ebenfalls bedenklicher Stoffe abgepumpt. Die Arbeiten laufen zurzeit noch. Die Bergung von LKW und Anhänger per Kran wird vermutlich bis in die Nacht dauern.

Der Verkehr wurde unter anderem durch das Nimstal umgeleitet. Das führte dann gleich zum nächsten Problem: Weil Tausende von Lastwagen täglich durch die Eifel und über die A 60 rollen, kam es immer wieder zu langen Staus, weil in einigen engen Ortsdurchfahrten, etwa in Schönecken, die Schwerlaster nicht aneinander vorbeikamen. Die Ortskundigen schlugen sich über andere Strecken durch.

Die Höhe des Sachschadens dürfte erheblich sein, ist aber bislang noch nicht beziffert.

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