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Geldautomat in Jünkerath gesprengt: Riesen Schaden in der Sparkasse - Von Tätern fehlt jede Spur ​

Fahndung läuft : Geldautomat gesprengt: Hunderttausende Euro Schaden in der Sparkassenfiliale - Von Tätern fehlt jede Spur (Fotos/Video)

Unbekannte haben in Jünkerath beinahe die gesamte Sparkassen-Filiale in die Luft gejagt. Mindestens 400.000 Euro Sachschaden sollen entstanden sein. Den Tätern ging es um das Geld im Automaten. Wie die Einwohner von einem lauten Knall aufgeschreckt wurden und was die Täter erbeutet haben.

Erneute Geldautomaten-Sprengung in der Region: In der Nacht auf Donnerstag sprengten bisher unbekannte Täter einen Geldautomaten, der im Vorraum der Kreissparkasse Vulkaneifel in Jünkerath aufgestellt war. Mehrere Täter flüchteten anschließend in einem dunklen VW Golf in Richtung Esch.

Anwohner werden von lautem Knall der Explosion geweckt

Gegen 2.15 Uhr wurden Anwohner durch einen lauten Knall aufgeschreckt. Bei einem Blick aus dem Fenster sahen sie mehrere Männer, die den verrauchten Vorraum der Bankfiliale verließen und mit einem dunklen VW Golf flohen. Wie sich schnell herausstellte, hatten die unbekannten Täter einen Geldautomaten aufgesprengt, um an das Bargeld zu gelangen.

Die Zeugen verständigten die Polizei, die umgehend Fahndungsmaßnahmen einleitete. Vom Fluchtfahrzeug sowie den Tätern fehlt aber bislang jede Spur. Ob und wie viel Bargeld die Täter erbeuten konnten, ist Gegenstand der aktuellen Ermittlungen.

KSK-Vorstandsvorsitzender Dietmar Pizzen, der am Morgen mit Kollegen ein Bild des Tatorts gemacht hatte, sagte: „Wir haben einen Totalschaden in der Geschäftsstelle: Sowohl der Empfangsbereich als auch die sieben Büros sind durch die Druckwelle komplett zerstört worden und sind nicht mehr nutzbar. Teilweise steht kein Stein mehr auf dem anderen. Der Wiederaufbau wird Monate dauern.“ Den Schaden beziffert Pitzen nach erster Schätzung auf „300.00 bis 400.000 Euro“, bekräftigt aber auch: „Wir bleiben in Jünkerath, werden den Standort wiederaufbauen!“ Was aber das wichtigste sei: „Gott sei dank ist niemandem etwas passiert. Man stelle sich mal vor, was geschehen wäre, wenn zum Zeitpunkt der Explosion gerade ein Auto vorbeigefahren wäre.“ Der KSK-Chef zeigt sich entsetzt über das Ausmaß der Gewaltbereitschaft: „Wahnsinn, mit welcher Brutalität hier vorgegangen wurde.“ Zur Frage, ob und wie viel Bargeld gestohlen wurde, machte der KSK Chef bewusst keine Angaben. Die Beratung der Kunden im Raum Jünkerath sei aber ebenso sichergestellt wie die Versorgung mit Bargeld: Durch die Kooperation mit der Volksbank können KSK-Kunden am dortigen Automaten Geld ziehen, ohne Extragebühren zahlen zu müssen.

Ebenso wie bei der Sprengung zum Jahresbeginn in Daun, wo aber lediglich ein freistehender Automat in die Luft gejagt wurde, wurde diesmal ebenfalls offensichtlich wieder Festsprengstoff verwendet und nicht mehr Gas, wie in den Vorjahren. Der Grund: Die meisten Automaten sind inzwischen gegen Gassprengungen gesichert. Laut Pitzen soll der Automat in Daun wegen der enorm langen Lieferzeiten erst im August durch einen neuen ersetzt werden. Er sagt: „In Deutschland derzeit täglich ein Automat gesprengt wird, haben wir diese enorm langen Lieferzeiten.“

Geldautomatensprengung in Jünkerath - Sparkasse schwer zerstört

Glassplitter fliegen meterweit - Niemand verletzt

KSK-Marketingchef Alois Manstein, Der ebenfalls vor Ort war, fügt hinzu: „Zum Glück ist niemand verletzt worden aber: Der Materialschaden ist verheerend, die Filiale ist bis auf weiteres nicht mehr nutzbar, eine Kernsanierung wird nötig.“ Durch die Druckwelle der Explosion wurde nicht nur der Geldautomat, sondern die gesamte Einrichtung der Filiale zerstört. Laut Manstein wurden Glassplitter sogar bis auf die andere Straßenseite geschleudert, in einem Fall sogar durch das geöffnete Fenster eines Nachbarhauses. Aber auch dort blieben die Bewohner zum Glück unverletzt. Ebenso wie die Mieter, die über der Filiale wohnen. Offenbar hat die abgehängte Zwischendecke die Druckwelle stark vermindert, sodass die Gebäudedecke standhielt.

Erst vor wenigen Monaten hatten unbekannte Täter einen freistehenden Geldautomaten in Daun gesprengt.

Die Polizei bittet Zeugen, die sachdienliche Hinweise zur Tat geben können, sich mit der Polizei in Prüm unter Tel.: 06551-9420 oder Email pipruem@polizei.rlp.de in Verbindung zu setzen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Geldautomatensprengung Jünkerath