Giftige Dämpfe durch Großbrand in Echternach - Fenster und Türen geschlossen halten

Erst gab es einen lauten Knall : Giftige Dämpfe durch Großbrand in Echternach - Fenster und Türen geschlossen halten (Fotos + Video)

Auf dem Gelände der Echternacher Firma Euro Composites kam es am Dienstag zu einer Explosion. Seitdem zieht eine schwarze Rauchwolke Richtung Deutschland. Die Bewohner umliegender Gebiete werden aufgefordert, Türen und Fenster geschlossen zu halten.

Zwischen 12.15 und 12.30 Uhr gab es auf dem Gelände des Flugzeugteileherstellers Euro Composites einen Knall. Danach brach in der Fabrik im Echternacher Gewerbegebiet, oberhalb des Ortes, ein Feuer aus. Seither steigt eine große Rauchsäule über Echternach auf. Und die Schwaden werden Richtung Deutschland geweht.

Verletzt wurde laut Unternehmenssprecher Horst Willkomm wohl niemand. Kein Mitarbeiter werde vermisst. Nach mehreren Zählaktionen seien alle Angestellten von Euro Composites und von Fremdfirmen aus dem Gebäude gebracht worden.

Die Löscharbeiten liefen derweil noch immer, sagt Willkomm, seien aber inzwischen auf einen Fabrikabschnitt beschränkt, in dem die Wabenproduktion stattfindet. „Der Rauch wird heller und weniger“, erklärt der Firmensprecher: Ein Ende des Einsatzes sei dennoch nicht absehbar.

Die Rauchsäule war auch von deutscher Seite aus zu sehen, hier von Minden aus. Foto: Christine Völkner
Großbrand in Echternach

Noch immer tummeln sich Dutzende Feuerwehrleute auf dem Gelände. Wie viele, kann Willkomm nicht sagen. Nach der Explosion habe die Werksfeuerwehr von Euro Composites einen Großalarm ausgelöst, dem sämtliche Wehren aus dem Großherzogtum und den Landkreisen Trier-Saarburg und Bitburg-Prüm gefolgt sind.

In der unmittelbaren Umgebung der Fabrik sollen Bürger die Fenster und Türen geschlossen halten – damit sie nicht Gefahr laufen womöglich giftige Dämpfe einzuatmen. Über die Leitstelle Trier wurden entsprechende Warnungen für die Landkreise über die warn-app Nina und katwarn herausgegeben, die Luxemburger warnten ebenfalls über die App Gouvalert.

Doch auch im Irreler Gewerbegebiet Zweikreuz sind derzeit Löschtruppen im Einsatz, wie Willi Schlöder, stellvertretender Kreisfeuerwehrinspekteur des Eifelkreises sagt. Die Fachmänner messen, ob sich die Schadstoffe bis dorthin verbreitet haben. Die Rauchwolke sei von Irrel aus jedenfalls nach wie vor deutlich zu sehen, erklärt Schlöder.

Das passt zum Tweet der Polizei Trier. Die hat kürzlich gewarnt, dass sich die Rauchwolke Richtung Eifelkreis Bitburg-Prüm ausbreitet. Was da brennt, ist womöglich Phenol-Harz und Alkohol, der im Werk als Lösungsmittel benutzt wird. „Zum Glück hantieren wir hier nicht mit gefährlichen Chemikalien“, sagt Willkomm: „Wir hoffen, dass die Umwelt also keinen Schaden nehmen wird“,

Klar ist aber: Für die Echternacher Firma selbst wird der Schaden immens sein. „Wir werden wohl lieferfähig bleiben, aber zu Einschränkungen wird es wohl kommen“, erklärt der Unternehmenssprecher. Genaueres könne er aber wohl erst morgen sagen.

Auch über die Ursache der Explosion wisse Willkomm derzeit noch nichts. Es sei noch nicht einmal klar, welche Gerätschaft hochgegangen sei. Denn in diesem Teil des Gebäudes liefen nach wie vor Löscharbeiten.

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