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Großbrand
VG-Verwaltung in Saarburg in Flammen - Dachstuhl stürzt ein (Fotos/Video)

FOTO: TV / Florian Blaes
Saarburg. Der Dachstuhl der Verbandsgemeindeverwaltung in Saarburg ist am Sonntagabend abgebrannt. Teile des Giebels stürzten ein. Rund 200 Feuerwehrleute sind im Einsatz, um den Brand zu löschen. Von Bernd Wientjes

Gegen 18.46 Uhr geht der erste Anruf bei der Polizei ein. Aus dem Dach der Verbandsgemeindeverwaltung am Saarburger Boemundhof dringt Rauch. Zwei Minuten später ist die Feuerwehr des Saarburger Stadtteils Beurig vor Ort. Kurz darauf schlagen die ersten Flammen aus dem Dach.

Brandgeruch liegt über der Stadt. Schon wenn man nach Saarburg hineinfährt, riecht man den Geruch nach verbranntem Holz.

Einsatzleiter Bernhard Hein alarmiert direkt umliegende Wehren aus Konz, Mettlach und Merzig sowie einen Löschzug der Trierer Berufsfeuerwehr. 200 Wehrleute sind im Einsatz. Einer wird wegen Erschöpfung ins Krankenhaus gebracht.

Rauchschwaden steigen auf. Immer wieder kommen neue Feuerwehrwagen an. In der gesamten Saarburger Innenstadt sind Wehrleute unterwegs. Überall ist Blaulicht zu sehen. Die gesamte Innenstadt ist für den Verkehr gesperrt.

Großbrand Saarburger Verbandsgemeindeverwaltung FOTO:

Vor der Eisdiele Cortina sitzen ein paar Familien, essen Eis. Geschockt schauen Sie immer wieder rüber zu dem Gebäude, aus dessen Dach immer noch Rauch dringt und Flammen schlagen.

Von der Saar bis zum Boemundhof wird eine kilometerlange Schlauchleitung gelegt, um genügend Löschwasser zur Brandstelle zu schaffen. Von Leiterwagen aus löschen Wehrleute die auch noch zwei Stunden nach Brandausbruch aus dem Dachgeschoss lodernden Flammen. Der größte Teil des Daches ist nur noch ein Gerippe. Teile des Giebels sind eingestürzt.

Mitarbeiter des Energieversorgers RWE kappen die Stromversorgung rund um das Gebäude.

Fünf Drehleitern im Einsatz. Von verschiedenen Seiten wird versucht, den Brand einzudämmen. Feuerwehrleute können nicht in das Gebäude, das aus dem 16. Jahrhundert stammt. Es droht einzustürzen. Deshalb kann nur von außen gelöscht werden. Bis zu 70 Kubikmeter Wasser spritzen die Wehrleute von den Drehleitern auf das Dach. Anwohner der umliegenden Häuser müssen während der Löscharbeiten Ihre Wohnungen verlassen, können zwei Stunden später aber wieder zurück.

Saarburgs Bürgermeister lobt den professionellen Einsatz der Hilfskräfte. Es sei eine „sehr schwierige Lage“ gewesen, sagt er am späten Abend. Die Mitarbeiter der Verbandsgemeindeverwaltung wurden von Dixius informiert, dass sie am Montag nicht zur Arbeit kommen können. „Wann wir wieder einsatzfähig sind, wissen wir nicht.“ Er hofft, dass alle auf Servern gespeicherten Daten noch nutzbar sind.

Am Montag soll zunächst eine Bestandsaufnahme gemacht werden, ob das Gebäude überhaupt noch genutzt werden kann. Dixius vermutet, dass durch das Löschwasser große Teile der Verwaltung zerstört wurden. Wohl auch sein Dienstzimmer. Darüber sind Teile des Giebels eingestürzt. Der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Kell am See, Martin Alten, ist vor Ort. Am 1. Januar fusioniert die Gemeinde mit Saarburg. Daran ändere auch der Brand nichts, sagen Dixius und Alten übereinstimmend. Alten bietet an, dass Teile der Saarburger Verwaltung in Kell untergebracht werden können.

Der Trier-Saarburger Landrat Günther Schartz lobt den „professionellen Einsatz“ der Hilfskräfte. Neben den Wehrleuten sind 50 Kräfte des DRK und 20 Polizisten im Einsatz. Das sei ein „einmaliges Ereignis“. Man werde versuchen, so schnell wie möglich, die Verwaltung wieder zum Laufen zu bringen.

Bis Montagmorgen soll die Saarburger Innenstadt gesperrt bleiben. Eine Brandwache der Feuerwehr bleibt die ganze Nacht vor Ort.