Großkontrolle am Flugplatz Bitburg: 34 Kontrollen und ein Zufallstreffer

Beim letzten Mal gab es mehr Beanstandungen : Großkontrolle am Flugplatz Bitburg: 34 Kontrollen und ein Zufallstreffer

Behörden haben am Mittwoch Lastwagen auf der B 51 kontrolliert. Dabei hatten die Beamten einiges zu beanstanden.

Fünf Polizisten umringen einen Kombi. Gerade haben sie ihn ausgeräumt, allerhand Krimskrams liegt auf dem Boden versträut. „Sie brauchen sich nicht aufzuregen“, versucht ein Beamter den Besitzer des Autos zu beruhigen: „Alles Routine.“ Zwischen dem Gerümpel stapeln sich Zigarettenpackungen aus Luxemburg. Es sind mehr als vier Stangen, mehr also, als die erlaubte Einfuhrmenge. Zollbeamten fällt außerdem auf, dass der Wagen mit Heizöl betankt ist, einer billigen, aber verbotenen Alternative zu Diesel. Doch das sind nach der Kontrolle  nicht die größten Probleme des Autofahrers.

Den Polizisten ist er wegen seiner Fahrweise aufgefallen. Sie winken ihn auf der B 51 raus und eskortieren ihn zum Tower. Bei der Kontrolle stellen sie fest, dass der Mann unter Drogen steht. Ein Spürhund erschnüffelt zudem Amphetamine im Wagen. Den Fahrer erwarten folglich mehrere Anzeigen. Den Führerschein ist er los.

Foto: TV/Christian Altmayer

Es ist ein Zufallsfang, der den Ermittlern am Mittwoch gelingt.  Bei der Großkontrolle geht es ihnen nämlich um etwas anderes: den Schwerlastverkehr. Kontrolliert werden von 9 Uhr  bis 16.30 Uhr 34 Fahrzeuge, darunter 28 Lastwagen und Kleintransporter. Ist die Ladung verzurrt? Hat der Wagen verbotene Fracht dabei? Ist der Fahrer zu schnell unterwegs, hat er  unerlaubt überholt? Vor allem diesen  Fragen gehen die Einsatzkräfte bei der Aktion nach. Und sie haben Grund dazu.

Foto: TV/Christian Altmayer

Nicht nur, weil auf der B 51 täglich mehr als 3000 Lastwagen zwischen dem Saarland, Nordrhein-Westfalen und Belgien hin- und herpendeln. Sondern auch, weil die Bilanz der letzten Überprüfung im November 2018 Anlass zur Sorge gibt.  Bei 48 Sattelschleppern wurden damals etliche Beanstandungen gemacht, darunter Fahrten unter Drogen und ohne Führerschein.

So dramatisch sind die Ergebnisse der jüngsten Kontrolle nicht. „Was wir vorgefunden haben, liegt im Rahmen“, sagt Florian Poß, Einsatzleiter der Polizei Bitburg: „Erschrocken sind wir nicht.“ Die größten Beanstandungen: Ein Holztransporter war erheblich überladen und musste daher einige Stämme loswerden, bevor er weiterfahren durfte. Und ein Laster war mit gebrochenen Bremsscheiben unterwegs. Ansonsten: Verstöße gegen Überholverbote, Geschwindigkeitsübertretungen sowie Verstöße gegen Sozialvorschriften. All das zeige: Solche Großkontrollen seien notwendig, allein, um Fahrer und Speditionen zu sensibilisieren, sagt Poß: „Wir wollen ein Bewusstsein schaffen, auf Regeln und Risiken aufmerksam machen.“

Rund 40 Beamte beteiligen sich auf Einladung der Polizei Bitburg an der Aktion. Angestellte der Bundespolizei, der Zollfahndung, des Bundesamtes für Güterverkehr, des Sonderabfallmanagements und der Inspektionen in Luxemburg und Belgien haben die Kontrollstelle auf dem Gewerbegebiet eingerichtet. Alle paar Minuten fährt dort, von Blaulicht begleitet, ein Lastwagen ein.

Währenddessen kreist ein Hubschrauber über der B 51. Per Funk warnt der Pilot die Streifen vor, wenn sich ein Lastwagen nähert. Im Helikopter wird vor allem auf verdächtiges oder verbotenes Fahrverhalten geachtet.

Aufgefallen ist dabei auch ein Pole, der wenig später in die Kontrollstelle geführt wird. Der Fahrer ist zu schnell gefahren. „Sonst ist alles tiptop“, resümiert ein Polizist, der Papiere und Sattelschlepper kontrolliert hat. Der Mann bekommt nur ein Knöllchen. Dann heißt es: „Gute Fahrt!“

Nicht so glimpflich kommt ein Landsmann davon. Nachdem ein Beamter des Bundesamtes für Güterverkehr seine Dokumente durchsieht, muss der zur Besprechung in den Dienstwagen. Der Pole habe sein Tachobuch nicht ordentlich geführt, erklärt der Uniformierte. Das Gespräch: holprig. Der LKW-Fahrer spricht kein Deutsch, nur gebrochen Englisch. Bevor er nach Eupen (Belgien) aufbricht, scheint es trotzdem, dass er verstanden hat, worum es dem Kontrolleur geht.

Es komme häufig vor, dass die LKW-Fahrer vorgeschriebene Ruhezeiten nicht einhielten, sagt Einsatzleiter Poß. Das falle meist beim Auslesen der Fahrtenschreiber auf. Solche Geräte, die aussehen wie ein CD-Player, sind bei größeren LKW verbaut. Sobald eine Chipkarte eingesteckt wird, erfassen sie die Fahrtzeit. Dadurch können Beamte nachverfolgen, wer wann wie lange auf der Straße war.

Die Lastwagenfahrer treffe in solchen Fällen nicht immer Schuld. Denn manchmal, erklärt Poß, würden Speditionen ihre Angestellten zur Einhaltung unmöglicher Lieferzeiten antreiben. Sodass die sich genötigt sehen, ohne Pause durchzufahren. „Wenn wir einen Verdacht haben, nehmen wir den Halter in die Pflicht“, erklärt Poß. 20 solcher Fälle wurden am Mittwoch zur Anzeige gebracht.

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