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Hitlergruß, Nachbarstreit und Erpressung: 140 Polizei-Einsätze am Wochenende in Trier und Umgebung

Blaulicht : Hitlergruß, Nachbarstreit, Erpressung und ein demoliertes Auto: Polizei wird am Wochenende zu 140 Einsätzen in Trier gerufen

Den Einsatzkräften in Trier blieb am vergangenen Wochenende nur wenig Zeit zum Verschnaufen: Zu insgesamt rund 140 Einsätzen wurde die Polizei alarmiert - darunter auch einige Straftaten, für deren Aufklärung Zeugen gesucht werden.

Das sommerliche Wetter am vergangenen Wochenende brachte es mit sich, dass viele Menschen den Weg ins Freie suchten. Wie die Polizei Trier mitteilt, bedeutete das für die Mitarbeitenden der Polizeiinspektion Trier, dass sie zu insgesamt knapp 140 Einsätzen zwischen Freitagabend und Montagmorgen gerufen wurde, die die komplette Bandbreite des polizeilichen Aufgabengebietes abdeckten. So wurden 57 Strafanzeigen erfasst, 22 Unfälle teils mit Personenschaden registriert und eine Vielzahl an sogenannten sonstigen Vorgängen abgearbeitet, die also nicht mit einem Fehlverhalten zu tun hatten, das sanktioniert werden musste.

Wiederholter Feueralarm entpuppt sich als Streit unter Nachbarn

In den Abendstunden des Freitag, 13. Mai, 2022 erhielten die Beamten die Mitteilung über den bereits zweiten Einsatz der Feuerwehr innerhalb weniger Stunden in dem Garten eines Wohnhauses in einer Ortschaft an der Sauer. Dort hatte ein Nachbar sich wiederholt besorgt über eine Rauchentwicklung im Garten des Nachbargrundstückes gezeigt.

Nachdem die Feuerwehr auch bei ihrem zweiten Einsatz lediglich ein kleines kontrolliertes Feuer in einer dafür vorgesehenen Schale feststellen konnte, ergaben die weiteren Ermittlungen, dass die beiden Nachbarn offenbar schon länger im Streit miteinander liegen und der meldende Nachbar seinem Kontrahenten mutmaßlich Ärger bereiten wollte. Aufgrund der Erkenntnisse wurde ein Verfahren wegen Missbrauchs von Notrufen gegen den Anrufer eingeleitet, sodass die Angelegenheit auch ein Fall für die Staatsanwaltschaft werden wird. Darüber hinaus wird er die Kosten für den Feuerwehreinsatz tragen müssen.

Räuberische Erpressung und ein eingeworfenes Schaufenster in der Fleischstraße

Zurück im Stadtgebiet Trier beklagte zu späterer Stunde ein junger Gast eines Clubs auf der westlichen Moselseite den Diebstahl seines Smartphones aus seiner Hosentasche. Wie sich vor Ort herausstellte, hatten mehrere junge Erwachsene zuvor ihr Opfer unter Androhung von Gewalt genötigt, ihnen das Handy zu geben. Sie stellten ihm in Aussicht, das Gerät später gegen Geld wieder herauszugeben. Die Personalien der Verfahrensbeteiligten konnten festgestellt werden, sie erwartet nun u.a. ein Verfahren wegen räuberischer Erpressung, welche kriminalpolizeiliche Ermittlungen zur Folge hat und zu empfindlichen Sanktionen bis hin zur Freiheitsstrafe führen könnte.

Bislang noch unbekannte Täter nutzen am frühen Samstagmorgen in der Fleischstraße einen Blumenkübel, um das Schaufenster eines Mobilfunkgeschäftes einzuwerfen. Anschließend stahlen sie hochpreisige Smartphones in zweistelliger Anzahl. Trotz sofort eingeleiteter Fahndung schafften es die Diebe zunächst, unerkannt zu entkommen. Auch hier hat die Kripo Trier die Ermittlungen übernommen. In beiden Fällen bittet die Polizei Zeugen um Mithilfe.

Unbekannte demolieren Auto in Kürenz

Wie der Wache der Polizeiinspektion Trier dann am Samstagmittag gemeldet wurde, hatten eine oder mehrere unbekannte Personen im Kürenzer Burgunderviertel ein dort geparktes amerikanisches Musclecar in der Art beschädigt, dass sie alle vier Reifen plattstachen und die Windschutzscheibe einwarfen sowie den Lack großflächig zerkratzten. Der Bereich um den Abstellplatz des Fahrzeuges ist momentan nicht bewohnt, es fehlen bis dato konkrete Hinweise, die eine Aufklärung der Tat ermöglichen würden. Dazu sucht die Polizei ebenfalls Zeugen.

Zwar noch ein intaktes Auto, aber nunmehr keinen Führerschein hat ein 47-jähriger Mann aus dem Landkreis Trier-Saarburg, nachdem er sich mit über 2,2 Promille am frühen Sonntagmorgen hinters Steuer gesetzt hatte. Dank einer aufmerksamen Verkehrsteilnehmerin konnte die Fahrt des Mannes im Bereich Ralingen gestoppt werden. Sein Fahrzeug soll zuvor mit starken Schlangenlinien und nicht schneller als 30 km/h geführt worden sein.

Vermeintlicher Reiseführer lässt sich vor Porta Nigra mit Hitlergruß fotografieren

Ein besonderer Fall wurde der Polizei Trier am Sonntagmittag zugetragen. So soll sich gegen 12 Uhr ein vermeintlicher Reiseführer einer etwa zehnköpfigen Gruppe vor der Porta Nigra für die Dauer von etwa zehn Minuten in der Pose des Hitlergrußes fotografieren lassen haben. Die Polizei sucht jetzt nach Fotos von der Pose vor dem Trierer Wahrzeichen. Aber auch die zuvor dargestellten Fälle dürften womöglich von weiteren Zeugen beobachtet worden sein. Die Polizeiinspektion Trier bittet daher Personen, die sachdienliche Hinweise geben können, sich mit der Wache unter 0651-9779/5210 in Verbindung zu setzen.