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Hochwasser: Mosel, Kyll, Prüm, Lieser steigen - Ereignisse im Überblick

Zusammenfassung : Hochwasser in der Region Trier – Die Ereignisse in den Landkreisen im Überblick

Katastrophenfall, überschwemmte Straßen, evakuierte Seniorenheime: Die Region Trier wurde von einem starken Hochwasser getroffen. Wir fassen die Ereignisse in den einzelnen Kreisen zusammen.

Hochwasser in Trier: Die Lage an der Mosel

Bislang wurde die Stadt Trier vom Hochwasser nicht so stark getroffen wie andere Teile der Region. Nach Angaben des Presseamtes vom Donnerstagmorgen kam es in Trier zu rund 40 Einsätzen. „In der Leitstelle gingen pausenlos Einsatzmeldungen aus der ganzen Region ein“, so das Presseamt.

In Trier stürzten mehrere Bäume um – meistens, weil der Untergrund unterspült war. Ein umgestürzter Baum im Layweg in Ehrang blockierte die einzige Zufahrt zum Wohngebiet auf der Bausch und wurde von der Berufsfeuerwehr und dem Löschzug Ehrang entfernt. Ein Baum auf dem Markusberg stürzte in eine Stromleitung und musste ebenfalls entfernt werden. Ein gutes Dutzend Mal mussten Berufsfeuerwehr oder Freiwillige Löschzüge zum Auspumpen von Kellern ausrücken oder um mit Sandsäcken Häuser oder Wohnungen zu schützen. In einer Tiefgarage in Trier-Tarforst stand auf einer Fläche von rund 200 Quadratmetern das Wasser rund 10 Zentimeter hoch.

Die Feuerwehr löste am frühen Morgen einen Vollalarm aus, weil die Kyll Teile des Stadtteiles Ehrang zu überschwemmen drohte. Nach SWR-Informationen sind rund 1600 Bewohner aufgefordert worden, ihre Wohnungen und Häuser zu verlassen. Nach Angaben des Pressemates erreichte der Pegel der Kyll Rekordstände.

Der Mosel-Pegel in Trier steht aktuell (Stand 5 Uhr) bei 7,76 Meter. Die Vorhersage des Hochwassermeldedienstes zeigt, dass er im Laufe des Tages noch über die 9-Meter-Marke steigen könnte.

Hochwasser im Kreis Trier-Saarburg: Stromausfall und Evakuierungen

Um 19:40 Uhr am Mittwochabend meldete sich die Technische Einsatzleitung des Kreises Trier-Saarburg mit der ersten Meldung zur Unwetterlage: „Die Wetterlage im Landkreis Trier-Saarburg zeigt sich momentan schwerpunktmäßig mit Überschwemmungen in den Verbandgemeinden Trier-Land und der Verbandsgemeinde Schweich“, so die Einsatzkräfte. Zwischenzeitlich entsand der Kreis eine Mannschaft von 30 Einsatzkräften in den Kreis Bernkastel-Wittlich. Die Lage im eigenen Kreis sei in diesem Moment „gut überschaubar“ gewesen.

In Konz-Könen hat die Berufsfeuerwehr Trier mit Unterstützung des THW mit einem speziellen Sauggerät die Überlaufbecken geleert, um die nachströmenden Wassermassen dann besser auffangen zu können.

Kritisch wurde die Lage dann im Raum Welschbillig/Kordel: Die Lage dort spitzte sich immer weiter zu. Zunächst fiel in Kordel der Strom aus. In Kordel ist außerdem zur Zeit die Trinkwasserpumpe ausgefallen, 22.000 Personen sind dadurch ohne Trinkwasser. Ein Ersatzaggregat zum Betreiben der Pumpe wird aktuell auf den Weg nach Kordel gebracht Dieser Stromausfall dauert weiterhin an. Die stark ansteigende Kyll machte es außerdem notwendig, das Seniorenheim in Kordel zu evakuieren. Schule und Kindergarten werden am Donnerstag in Kordel geschlossen bleiben.

Hochwasser in der Eifel: Kreis ruft Katastrophenfall aus

Besonders große Auswirkuneg hat das Hochwasser in der Eifel. Am Mittwochnachmittag rief der Eifelkreis Bitburg-Prüm den Katastrophenfall aus. Der stellvertretende Kreisfeuerwehrinspekteur Willi Schlöder erklärte, dass die Pegel „rasant“ steigen würden, besonders an der Nims, der Kyll und der Prüm. An der Kyll warnte das rheinland-pfälzische Umweltamt vor einem Hochwasser, wie es nur alle 20 Jahre eintritt. Später sprach Willi Schlöder sogar von einem „Jahrhunderthochwasser“.

Gegen 20:45 Uhr meldete der Eifelkreis, dass mehr als 300 Kräfte von Feuerwehr, THW und DRK im Einsatz seien. Die Technische Einsatzleitung sei mit 46 Kräften besetzt. Wie der Kreis um 23:30 Uhr meldete, würde in der Nacht ein Rückgang der Niederschlagsmengen gemeldet, während jedoch die Flusspegel weiterhin ansteigen und daher keinesfalls mit einer Beruhigung der Gefährdungslage zu rechnen ist. Die Technische Einsatzleitung, der Brand- und Katastrophenschutzinspekteur sowie der Kreisbeigeordnete Rudolf Rinnen bitten die Bürger darum, am morgigen Donnerstag auf nicht notwendige Autofahrten zu verzichten und gegebenenfalls zuhause zu bleiben.

Eine der wohl wichtigsten Einschränkungen durch das Hochwasser: Die Schulen und Kitas im Eifelkreis Bitburg-Prüm bleiben am Donnerstag geschlossen. Das beschloss der Kreis um 21:30 Uhr des gestrigen Abends.

Hochwasser in der Vulkaneifel: Einsätze im gesamten Kreis, Schulen bleiben geschlossen

Die ersten Einsätze in der Vulkaneifel gingen am Mittwoch um 13:30 Uhr ein. Betroffen war die Verbandsgemeinde Gerolstein. Ab 16 Uhr waren die Ereignisse so stark, dass es im kompletten Kreisgebiet zu Einsätzen kam. Durch Orte fließen komplette Bäche, komplette Straßenzüge stehen unter Wasser. Im Altenheim Hillesheim wurde das Erdgeschoss geräumt und wird nun per Notstromaggregat versorgt. Am Nachmittag wurde auch hier der Katastrophenfall ausgerufen.

Die Feuerwehren im Landkreis sind in Vollalarm. Einige Einheiten der Feuerwehren stehen jedoch bewusst, um eine Sicherstellung des Grundschutzes der Bevölkerung zu gewährleisten. Alle zusätzlichen Rettungswagen im Landkreis sind besetzt, damit die Patienten trotz der Widrigkeiten im Notfall angefahren werden können. THW und Bundeswehr sind in die Einsätze miteingebunden. Über die ADD erhält der Landkreis Vulkaneifel, im Laufe der nächsten Stunden Unterstützung durch den Einsatz ganzer Löschzüge aus dem Rhein-Hunsrück-Kreis. Darüber hinaus erhält der Landkreis Vulkaneifel Unterstützung einer Technischen Einsatzleitung aus der Pfalz, um die Lage in den nächsten Stunden weiter abarbeiten zu können. „Wir müssen die nächsten Stunden abwarten, da für die Nacht mit weiterem Starkregen zu rechnen ist“, so Feuerwehrchef Harald Schmitz. „Allerdings rufe ich auch nochmals dazu auf – bitte bleiben Sie zu Hause! Neben vielzähligen Einsätzen, haben wir nun zusätzlich das Problem, dass undisziplinierte Autofahrer weitere Einsätze verursachen. Aktuell versuchen wir die abgeschnittenen Orte mit Spezialfahrzeug zu erreichen! Dies hat absoluten Vorrang, weil auch hier Menschen sind, die dringend unsere Hilfe benötigen.“

Auch im Landkreis Vulkaneifel bleiben die Schulen am Donnerstag geschlossen.

Hochwasser im Kreis Bernkastel-Wittlich: Straßen überflutet

Bereits am Nachmittag versetzten die Regenfälle die Feuerwehren im Landkreis Bernkastel-Wittlich in Alarmbereitschaft. 40 Einsatzstellen meldet Jörg Teusch, Chef der Kreisfeuerwehr, gegen 16 Uhr. Besonders heftig war es am Nachmittag bereits in Wittlich-Land, Wittlich und in Dreis ebenso wie in der Verbandsgemeinde Traben-Trarbach. Schon da ist abzusehen, dass das erst der Anfang ist.

Am Abend wurde die B50 in der Ortsdurchfahrt Binsfeld gesperrt, da der Linsenbach die Fahrbahn und etliche Grundstücke überflutete. Die Keller einiger Häuser zwischen Bahnhofstraße und Kirchstraße liefen voll Wasser. Die Kanalisation konnte die Wassermassen, die von der Airbase Spangdahlem in Richtung Binsfeld strömten, nicht mehr aufnehmen. Auch die Landesstraße 46, die direkt an der Airbase entlangführt, wurde stellenweise überflutet.

In Niederkail trat der Kailbach über die Ufer und überflutete großflächig Grundstücke und Straßen. Die Anwohner versuchten mit Sandsäcken und anderen Barrikaden das Eindringen des Wassers in ihre Häuser zu verhindern.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Hochwassereinsatz an der Mosel und in der Eifel am 14. Juli 2021