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Keine Lust mehr, am Rädchen zu drehen: Bitburger Gymnasiasten fordern kostengünstige Dauerparkplätze für Schüler in der Innenstadt

Keine Lust mehr, am Rädchen zu drehen: Bitburger Gymnasiasten fordern kostengünstige Dauerparkplätze für Schüler in der Innenstadt

Kein Schülerparkplatz, schlechte Busverbindungen - und bisher noch kostenlose Stellflächen wie Im Plattenpesch, in der Denkmalstraße und in der Schliezgasse sollen gebührenpflichtig werden: Schüler des Bitburger Willibrord-Gymnasiums protestieren gegen das neue Parkraumkonzept des Stadtrats.

Bitburg. Eine junge Frau betritt einen Bitburger Parkplatz. Sie steuert auf einen roten Kleinwagen zu. Sie kramt im Kofferraum. Dann geht sie zur Beifahrertür, kramt weiter. Ganz nebenbei dreht sie an ihrer Parkscheibe. Dann geht sie wieder zum Kofferraum, kramt und lässt ihn zufallen. Sie schließt ab und geht. Der ältere Herr, der mit seinem Wagen auf einen freien Platz wartet, schaut ihr enttäuscht hinterher.
"Wenn da jemand steht und wartet, tut man halt so, als würde man was anderes am Auto machen", erklärt die junge Frau aus Oberkail verschämt. Sie ist Schülerin des St.-Willibrord-Gymnasiums und möchte nicht namentlich genannt werden.
Ihre Mitschülerin Stefanie Boden hat sich an den TV gewandt, um auf die schwierige Parksituation der Schüler aufmerksam zu machen. Anlass für ihr Schreiben war die Entscheidung des Stadtrats, die kostenlosen Parkplätze nahe der Innenstadt abzuschaffen. "Es sind schlichtweg einfach zu wenige Parkmöglichkeiten für uns Schüler vorhanden", sagt die 18-Jährige. 160 Schüler seien sie in der 13. Stufe und bestimmt die Hälfte komme mit dem Auto. Einen Schülerparkplatz gebe es nicht.
Mit dem Bus zu fahren, sei auch keine Option: Die Verbindungen seien sehr schlecht, besonders am Nachmittag. "Bei mir fährt nur zweimal am Tag ein Bus. Außerdem zahle ich fast fünf Euro für einen Weg", erklärt die 18-jährige Johanna Bares aus Trimport. Ein Mitschüler aus Steinborn stimmt ihr zu.
Natürlich habe man auch ein schlechtes Gewissen, den Leuten den Parkplatz wegzunehmen, sagt Stefanie Boden. "Ich würde mich auch ärgern, wenn ich da immer die Scharen von Schülern sehen würde, die weiterdrehen gehen, aber was sollen wir denn machen?" Sie hat einen Lösungsvorschlag: "Die Stadt könnte mit der Schule eine Vereinbarung treffen, dass wir kostenlos oder für wenig Geld auf öffentlichen Parkplätzen parken dürfen."
Nachfrage bei der Bitburger Stadtverwaltung: "Wir können ja jetzt nicht auch noch für alle Schüler öffentliche Parkplätze zur Verfügung stellen", lautet der sehr knappe Kommentar von Pressesprecher Werner Krämer, "zu dem Thema sagen wir nichts". aweb