Kind steckt mit Kopf in Tor fest - Feuerwehren helfen

Blaulicht : Kind steckt mit Kopf in Tor fest - Konzer Feuerwehren helfen (Update)

Außergewöhnlicher Einsatz in Konz-Könen: Helfer müssen Eisentor bearbeiten und Mädchen befreien.

Das Einsatzszenario erinnert ein bisschen an Astrid Lindgrens Romanhelden Michel aus Lönneberga: Der blonde Lausbub blieb mit seinem Kopf in einer Suppenschüssel stecken, als er die letzten Reste herausschlürfen wollte. In Könen bleibt am Montag ebenfalls ein Kind mit dem Kopf stecken, allerdings nicht in einer Schüssel, sondern zwischen zwei Stangen eines Metalltores an der Grundschule. Warum es den Kopf durch die Stangen gesteckt hat, ist nicht bekannt. Im Internet wird gemutmaßt, dass es sich um eine Mutprobe gehandelt haben könnte. Klar ist jedenfalls, dass keine Suppe im Spiel war.

Am Ende steht ein Einsatz, zu dem die Leitstelle Trier die Feuerwehren aus Konz und Könen sowie den Rettungsdienst am Montagnachmittag um 17.15 alarmiert. Das Kind sei beim Spielen mit dem Kopf in dem Tor stecken geblieben, heißt es im Bericht der Feuerwehr. Das Mädchen kommt laut übereinstimmenden Berichten der freiwilligen Feuerwehren aus Konz und Könen weder vor noch zurück. „Auch eine Lehrkraft, die den Vorfall bemerkte, konnte das Kind nicht aus seiner misslichen Lage befreien“, erklärt die Konzer Feuerwehr in ihrem Bericht. Deshalb packen die Helfer das mitgebrachte Spezialwerkzeug aus: Mit einem Spreizer drücken sie die Eisenstangen vorsichtig auseinander. Nach der Befreiung übergibt die Feuerwehr das Mädchen, das nur kleine Blessuren hat, dem Rettungsdienst und drückt die Stangen wieder in ihre alte Position zurück. Anders als bei Lindgrens Michel, dessen Suppenschüssel zerschellt, als dieser sich vor dem aufgesuchten Arzt verneigt und an die Tischkante stößt, wird das Tor in Könen nicht dauerhaft beschädigt.

Foto: Christoph Maxmini
Foto: Martin Lauscher

Dr. Thomas Poss, Chefarzt der Chirurgie im Saarburger Kreiskrankenhaus, erklärt auf TV-Anfrage, wie es zu einer solchen Situation kommen kann. „Das Kind hat den Kopf vermutlich so gedreht, dass die Ohren maximal angelegt waren“, sagt er. Dann habe es sich wohl in die hilflose Lage „hineingeschraubt“. Der harte Schädel habe die Stangen auf dem Hinweg wohl einige Millimeter auseinandergedrückt. Der dünne Hals habe das auf dem Rückweg nicht mehr leisten können. Hinzu komme der Schreckmoment durch die Erkenntnis, dass man feststecke – gerade bei Kindern. Manchmal lasse die Panik die Weichteile anschwellen. „Mechanisch geht dann nichts mehr“, sagt Poss. Fälle wie in Könen, dass jemand mit einem Kopf stecken bleibt, hält Poss für eine Seltenheit. Es komme aber öfter vor, dass Menschen mit Körperteilen in Öffnungen hängen blieben. Der Klassiker: Jemand verliert seinen Schlüssel im Gully. Die Hand passt von oben hinein, kommt aber nicht mehr heraus. Die Konsequenz: Die Feuerwehr rückt an und schneidet den Kanaldeckel auf.

(cmk)
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