1. Blaulicht

Mann bedroht Ex-Freundin in der Eifel mit einer Axt

Spezialeinsatzkommando rückt aus : Mann bedroht Ex-Freundin in der Eifel mit einer Axt

Ein Spezialeinsatzkommando ist am Sonntagnachmittag ausgerückt und hat einen 28-Jährigen überwältigt, der seiner Ex-Freundin gedroht hat, sie umzubringen.

Von Christian Altmayer

Am Sonntagnachmittag geht ein Notruf bei der Polizei Bitburg ein. In Esslingen, im Bitburger Land, sei ein Streit eskaliert. Es soll zu Morddrohungen gekommen sein.  Ein 28-Jähriger habe seiner Ex-Freundin angekündigt, er werde sie mit einer Axt umbringen. Und jedem, der ihm in den Weg komme, „etwas anzutun“. Sofort rücken die Beamten aus.

Vor Ort riegeln die Polizisten zum Schutz der Bürger das Haus hermetisch ab. Der Verdächtige aber kommt nicht heraus. Er verschanzt sich, die Axt tatsächlich in der Hand. Es ist ein Fall für das Spezialeinsatzkommando (SEK). Die Truppe stürmt das Haus, setzt den Mann außer Gefecht und nimmt ihn fest. Verletzt wird laut Polizei niemand.

Bei der richterlich angeordneten Wohnungsdurchsuchung finden die Ermittler später neben der Axt auch kleinere Mengen Drogen. Der 28-Jährige wird in Gewahrsam genommen. Strafverfahren wegen der Bedrohung, aber auch wegen des Besitzes von Betäubungsmitteln werden eingeleitet.

Es ist das erste Mal, dass der junge Mann aus dem Altkreis Bitburg in Konflikt mit dem Gesetz gerät. Vorbestraft ist er laut Polizei nicht.

„Das war schon ein Einsatz von besonderer Qualität“, fasst der Bitburger Dienststellenleiter Christian Hamm zusammen. Fälle von häuslicher Gewalt aber gebe es immer wieder. Und in den vergangenen Tagen habe auch „die ein oder andere Tat mehr“ zu verzeichnen, sagt der Polizeichef.

Erst Samstag seien die Beamten zu einer Einrichtung für Suchtkranke ausgerückt, um den Streit eines Pärchens zu schlichten. Vor Ort sei der Mann dann aber auch aggressiv gegenüber der Polizei aufgetreten. Habe angekündigt, jedem, der ihm zu nahe komme, „die Fresse zu polieren“.

Daraufhin hätten die Polizisten den Mann, der weiterhin Widerstand leistete, festgenommen. Und mussten dann auch die Frau in Zaum halten, die ihren Partner zu befreien versuchte.

„Beide wurden dann erst mal in Gewahrsam genommen“, sagt Hamm, und später wieder in die Freiheit entlassen. Auch bei diesem Einsatz sei glücklicherweise niemand verletzt worden.

Doch warum kommt es derzeit vermehrt zu handgreiflichen Konflikten? Polizeichef Hamm führt das auch auf die Ausgangsbeschränkungen durch die Corona-Krise zurück.

Die Schulen und Kitas sind zu, einige Firmen haben Kurzarbeit angemeldet. Und in Zeiten von Corona sind  auch die Eifeler angehalten, ihre Häuser möglichst selten zu verlassen. Das heißt: Familien verbringen gezwungenermaßen deutlich mehr Zeit miteinander. Und nur miteinander. In Stresszeiten kann es da schon mal zu Streit kommen.

In China haben sich die Fälle von häuslicher Gewalt während der Corona-Krise verdreifacht. Und auch in Deutschland schlagen bereits die Frauenberater und Frauenhäuser Alarm.

Derart dramatisch gehe es in der Eifel bislang nicht zu, sagt Inspektionschef Hamm: „Aber wir befürchten schon, dass die Zahlen steigen werden.“

Der Dienststellenleiter kündigt aber an, solche Delikte auch in Zukunft mit aller Vehemenz zu verfolgen:  „Auch Personen, die die derzeitige Situation ausnutzen, um Straftaten zu begehen oder die Bevölkerung zu verunsichern, und damit Gefahrenlagen verursachen, werden auf eine handlungsfähige und entschlossene Bitburger Polizei treffen. Die  Bürger können sich rund um die Uhr auf ihre Polizei verlassen.“