Mann zündete nach Streit sein Heim in Steinberg-Deckenhardt an

Kostenpflichtiger Inhalt: Dramatischer Einsatz der Feuerwehr : Mann zündet nach Familienstreit sein Haus an und stirbt an den Verletzungen

In einem Ortsteil von Oberthal (Saarland) hat ein Mann nach einem Familienstreit wohl das gemeinsame Haus angezündet. Er starb in Folge seiner Brandverletzungen.

Ein verußtes, teils offen gelegtes Dach und Absperrungen zeugen von der Tragödie, die sich am Samstag in Steinberg-Deckenhardt abgespielt hat. Und die nun erst einmal verarbeitet werden muss. „Es war für alle Beteiligten ein sehr belastender Einsatz“, sagt Kreisbrandinspekteur Dirk Schäfer am Sonntagmorgen. Die genauen Abläufe um die Entstehung des Brandes in einem Einfamilienhaus in dem Oberthaler Ortsteil müssen Ermittler in den nächsten Tagen noch exakt rekonstruieren. Was jedoch traurige Gewissheit ist: Der 50-jährige Bewohner, der sein Heim wohl selbst angezündet hat, ist seinen schweren Verletzungen erlegen. Wie die Polizei bestätigte, verstarb der Mann im Lauf des Sonntags.

Was war geschehen? Am Samstagvormittag kam es zu einem „handgreiflichen Ehestreit“, wie die Polizei es beschreibt, zwischen dem 50-jährigen Mann und seiner zehn Jahre jüngerer Frau. Dieser habe sich zum Teil auch auf der Straße vor dem Wohnhaus abgespielt. Die Frau flüchtete in eine nahe gelegene Bäckerei, der Mann kehrte ins Haus zurück. Was dort genau geschah, ist noch unklar. Fakt ist, kurz vor 11 Uhr gingen mehrere Notrufe ein. „Besorgte Anwohner sprachen von einem brennenden Haus und einer brennenden Person davor“, berichtet Schäfer. Anfangs sei auch die Rede davon gewesen, dass sich noch Personen in dem Gebäude aufhalten. Das Paar hat zwei Kinder (13 und 15 Jahre alt). Letzteres bewahrheitete sich nicht.

Trotz Gefährdung für die Einsatzkräfte seien diese sofort nach Eintreffen ins Haus geeilt, um nach den Bewohnern zu suchen. „Zum Glück kam kurz darauf die Entwarnung“, so Schäfer. Die Polizei bestätigt: Zum Zeitpunkt, als der Brand ausbrach, hielt sich allein der 50-jährige Mann in dem Haus auf.

Statt Flammen drang zunächst nur starker Rauch aus Dach und Obergeschoss. Die Löscharbeiten gestalteten sich laut Schäfer schwierig. Zunächst habe das Dach geöffnet werden müssen, um an die Flammen ranzukommen. Rund 100 Einsatzkräfte waren vor Ort.

Der schwerstverletzte 50-Jährige wurde mit dem Hubschrauber in eine Spezialklinik geflogen. Auch die übrigen Familienmitglieder kamen ins Krankenhaus. Wenn sie entlassen werden, können sie nicht in ihr Zuhause zurück. „Das Gebäude ist nicht bewohnbar“, sagt Schäfer. Noch am Tag des Brandes seien Steinberg-Deckenhardts Ortsvorsteherin Inken Ruppenthal und der Oberthaler Bürgermeister Stephan Rausch an die Unglücksstelle gekommen. „Von Seiten der Gemeinde wurde sofort die Möglichkeit angeboten, eine Unterkunft für die Familie zur Verfügung zu stellen“, erläutert Schäfer, der auch Erster Beigeordneter der Gemeinde Oberthal ist.

In außergewöhnlichen Situationen handeln und zusammenrücken –  das hat auch der Obst- und Gartenbauverein Steinberg-Deckenhardt demonstriert. Der Verein wollte eigentlich ein Viezfest feiern. Das sagte er kurzerhand ab und gab das dafür geplante Essen laut Schäfer an das Deutsche Rote Kreuz weiter. Die Helfer wiederum verteilten die Stärkung an die Einsatzkräfte.

Dankbar ist der Brandinspekteur auch den Notfallseelsorgern, die sofort mitalarmiert wurden. Sie seien eine wertvolle Unterstützung. „Direkt im Anschluss an solche Einsätze setzt man sich zusammen und redet darüber“, erläutert Schäfer das Prozedere. Bis 17 Uhr dauerte der Einsatz offiziell. Im Anschluss sei noch eine Brandwache eingerichtet worden. Gegen 20 Uhr konnten auch die letzten Feuerwehrleute einrücken.

Der Abschnitt der Ortsdurchfahrt, an der das Brandhaus steht, ist aktuell noch gesperrt. Obwohl das Gebäude gesichert sei, hätten die Zuständigen der Gemeinde auf Nummer sich gehen wollen. Nicht, dass sich doch noch etwas am Gebäude löse und auf die Straße stürze. Außerdem, so Schäfer ließe sich eine Umleitung an dieser Stelle gut einrichten.