Maskierte Täter überfallen Landwirt und seine Mutter

Polizei : Maskierte Täter überfallen Landwirt und seine Mutter in der Eifel

Unbekannte haben am Mittwoch einen Landwirt aus Oberweiler ausgeraubt. Dabei wurden der Bauer und seine Mutter kaum verletzt. Mitgenommen haben die Räuber nur wenig. Nun sucht die Polizei nach ihnen. Eine erste Fahndung blieb allerdings erfolglos.

Es ist 7.15 Uhr, als ein Knall Alwin Schmitz aufschreckt. Auf dem Weg zum Ursprung des Geräuschs kommen dem 55-Jährigen vier maskierte Männer entgegen. Sie haben die Haustür aufgebrochen. Bevor er sich wehren kann, schlägt einer der Räuber den Oberweiler Landwirt zu Boden. Die anderen stürmen durchs Haus, durchwühlen Schränke und Regale. Die 79-Jährige Mutter des Bauern fesseln sie. „Hoffentlich tun sie ihr nichts“, denkt sich der Eifeler, wie er auf dem Boden liegt und sich nicht traut hoch zu schauen. Denn immer wenn er seinen Kopf hebt, kommt einer der Männer und brüllt ihn an.

Sonst reden die Unbekannten nicht viel. „Money, Money!“, rufen sie ihm zu, als sie bemerken, dass sie nicht die erhoffte fette Beute machen. Sie finden nur wenige hundert Euro und ein bisschen Schmuck. Also tritt einer der Männer Schmitz ins Gesicht.

„Höchstens zehn Minuten“ habe der Überfall am Mittwochmorgen gedauert, wird der Oberweilerer später der Polizei erzählen. Dann seien die Täter geflüchtet. Wie genau sie von dem abgelegenen Gehöft im Bitburger Land entkommen sind, kann er nicht sagen – weder den Fluchtwagen beschreiben, noch die Richtung, in die er gefahren ist. Er und seine Mutter hätten  unter Schock gestanden, erklärt Schmitz: „Aber es war Glück im Unglück.“

 Nur ein paar Prellungen im  Gesicht hat der Bauer nach eigenen Angaben davongetragen. Andere Verletzungen hätten die Ärzte im Krankenhaus Bitburg nicht festgestellt. „Ich bin einfach froh, dass meiner Mutter nichts passiert ist“, sagt Schmitz. Ihr gegenüber waren die Männer offenbar nicht gewalttätig. „Die hatten wohl doch noch ein wenig Anstand“, meint der Landwirt.

Viel mehr kann er den Ermittlern nicht über sie erzählen. Nur, dass sie eine osteuropäische Sprache gesprochen hätten und dass es weder Polnisch, noch Albanisch war. Wie das klingt, weiß Schmitz schließlich. Denn viele seiner Kunden kämen aus dem Osten. Der Landwirt verkauft in einem Laden Fleischspezialitäten vom Balkan.

Doch so früh am Morgen war das Geschäft geschlossen. Außer Schmitz und seiner Mutter war daher niemand in der Nähe des Hauses, als der Überfall passierte. „Das erschwert die Ermittlungen“, sagt der Bitburger Dienststellenleiter Christian Hamm.

Die begannen mit einem Anruf von Schmitz, „direkt als die Männer aus der Tür waren“, wie der Landwirt erzählt. Als die Polizei auf dem Aussiederhof eintrifft, sind die Täter also schon geflohen. Sofort trommeln die Bitburger Beamten die Unterstützung aller Dienststellen in der Region zusammen. Mit einer „stattlichen Anzahl von Polizisten“, wie Hamm es ausdrückt, einem Hubschrauber und Spürhunden beginnt die Verbrecherjagd.

Doch die ist nicht leicht, wenn man weder weiß, wie das Auto aussieht, das man sucht, noch in welche Richtung es unterwegs ist. „Wir haben wirklich alles abgegrast“, sagt Hamm. Doch die Fahndung blieb vorerst erfolglos. Der Hubschrauber kreist nicht mehr über der Eifel und auch die Polizisten sind zurück in ihren Inspektionen und Wachen.

„Jetzt beginnt die klassische Ermittlungsarbeit“, sagt Hamm. Und die übernehmen nun die Kollegen aus Wittlich. Die Spurensuche am Hof sei bereits abgeschlossen und dabei habe man auch etwas gefunden. Was genau, erzählt der Bitburger Polizeichef nicht. Nur so viel: „Es gibt keinen Täter, der keine Spuren hinterlässt.“

Etwas mehr Hinweise würden sich die Polizisten trotzdem wünschen. Und die könnten außer vom Tatort und den Opfern auch von der Bevölkerung kommen. Wer etwas Auffälliges gesehen hat, soll sich daher unter Telefon 06571/9500-0 bei der Kriminalinspektion Wittlich melden. Eine Auffälligkeit, sagt Hamm, könne etwa ein Wagen sein, der das Grundstück ausgekundschaftet hat: „Auch wenn das schon Tage oder Wochen her ist, wäre das verdächtig.“

Derweil ermittelt die Polizei aber weiter „in alle Richtungen“, wie er sagt. So wäre es laut Hamm etwa denkbar, dass die Täter zu den Kunden von Schmitz gehörten. Es könnte aber genauso gut sein, dass sie zu einer Bande gehören, die auf der Durchreise ist. „Angst“ müsse nun aber niemand haben, stellt der Dienststellenleiter klar: „Wir sind sensibilisiert. Wir werden künftig in den Orten noch mehr Präsenz zeigen.“ Das heißt: In den Eifeler Dörfern werden nun vermehrt Streifen unterwegs sein, verspricht der Polizeichef.

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