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Nach Flut: Männliche Leiche im zurückgehenden Hochwasser gefunden

Toter in der Eifel : Zurückgehendes Hochwasser: Männliche Leiche in Prüm gefunden (Update)

Am Ortseingang von Niederprüm ist am Mittwochnachmittag nahe der Bundesstraße 410 die Leiche eines Mannes gefunden worden. Ob es sich um den vermissten Camper handelt, ist noch nicht geklärt. Unterdessen berichten die Einsatzkräfte von dramatischen Szenen in der Katastrophennacht auf dem Campingplatz.

Seit den verheerenden Fluten vom vergangenen Mittwoch wird in Prüm ein 71-jähriger Mann aus Viersen vermisst, der dort auf dem Campingplatz zu Gast war.

Jetzt wurde, sieben Tage darauf, eine männliche Leiche im zurückgegangenen Wasser der Prüm gefunden –  am Mittwochnachmittag, am Ortseingang von Niederprüm, nahe der B 410. „Das war gegen 14.30 Uhr“, sagt Karl-Peter Jochem, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Trier.

Der Tote lag am Ufer der Prüm. Gefunden hat ihn ein Bürger: „Ich hatte ihn gebeten, an der Prüm entlang zu gehen“, sagt Stadtbürgermeister Johannes Reuschen. Hintergrund: Die Kreisverwaltung habe dazu aufgefordert, in den Gewässern nach Gefahrstoffen zu suchen – Gasflaschen, Öltanks und Ähnliches. Der Prümer fand dann den Toten, „in der Nähe des Waschparks Niederprüm“, sagt Reuschen.

Der TV hat mit dem Prümer gesprochen, der den Fund machte und der nicht mit Namen genannt werden will: „Wir waren zu zweit unterwegs und haben ihn dann beim Abgehen des Prüm-Ufers gefunden. Da liegt ja noch viel Treibgut – Reste von Wohnwagen, von Dixieklos, von allem Möglichen. Und dazwischen haben wir ihn dann gefunden. Aber erst auf den zweiten Blick.“

Einsatzkräfte retten zahlreiche Menschenleben

Zwar vermuten die Behörden, dass es sich um den vermissten 71-Jährigen aus Viersen handelt. Allerdings steht das Ergebnis der Identifizierung noch aus. Und diese könne mehrere Tage in Anspruch nehmen, teilt das Polizeipräsidium mit.

Dass es sich um den Vermissten handele, liege zwar nahe, sagt auch Stadtbürgermeister Reuschen. Allerdings habe der Gefundene eine Arbeitshose getragen. In der Beschreibung des Vermissten heißt es, er sei mit einer Jogginghose bekleidet gewesen.

Nach Angaben des Präsidiums wird derzeit in der Region Trier kein weiterer Mensch infolge des Hochwassers vermisst.

Man habe, sagt Karl-Peter Jochem, in den vergangenen Tagen 146 sogenannte Prüffälle bearbeitet. „Dabei handelt es sich um Personen, die von Bekannten oder Verwandten gesucht wurden und die die Polizei um Hilfe gebeten haben.“ Bis auf den Fall in Prüm habe alles in kurzer Zeit telefonisch geklärt werden können. „Derzeit gibt es keinen Prüffall mehr.“

Unterdessen wird deutlich, wie dramatisch die Situation auf dem Prümer Campingplatz in der Nacht auf Donnerstag voriger Woche war: „Wir haben bestimmt 35 Leute vor dem Ertrinken gerettet“, sagt Tobias Kickertz, der stellvertretende Prümer Wehrfüher. Als die Einsatzkräfte, mit dabei auch die Winterspelter Wehr und die DLRG-Srömungsretter, nach den ersten Notrufen eintrafen, „sahen wir, dass das Wasser schon einen halben Meter hoch über den vorderen Bereich des Platzes schoss.“

Die Westnetz-Monteure hätten sofort den Strom abgeschaltet. Daraufhin habe man im vorderen Teil die Evakuierung einleiten können. Dann „ist das Wasser innerhalb von zehn Minuten auf beinah Schulterhöhe gestiegen. Das haben die Leute natürlich gemerkt, weil die Campingwagen anfingen zu schwimmen. Und sind dann raus – in dieses immens tiefe Wasser hinein.“ Wegen der Strömung hielten sich viele an Bäumen und Laternenmasten fest. „Die letzten konnten erst nach vier Stunden mit schwerem Gerät, also Baggern und Teleskopladern, befreit werden“, sagt Kickertz. Die Retter danken deswegen den Unternehmen Backes, Kohl und Thome-Bormann, die in kürzester Zeit die Geräte bereitstellten. Und den Strömungsrettern: „Wie die in die Fluten gegangen sind, das war unglaublich. Die haben einen Mega-Job gemacht“, sagt Brandmeister Jürgen Raskopp.