Nach Großbrand: Sieben Menschen landen mit Rauchvergiftung im Krankenhaus in Bitburger Recyclingbetrieb

Sortieranlage fängt Feuer : Sieben Menschen kommen nach Großbrand in Bitburger Recyclingbetrieb ins Krankenhaus

Nach einem Brand auf dem Gelände einer Bitburger Recyclingfirma haben Rettungskräfte sieben Menschen ins Krankenhaus gebracht. Gegen 14.40 Uhr hat ein Großaufgebot der Feuerwehr das Feuer gelöscht.

Blaulicht flimmert über das Gelände der Firma „Steil Entsorgung“ auf dem Flugplatz Bitburg. Dutzende Krankenwagen und Feuerwehrautos stehen hinter dem Eingangstor in der Alten Röhler Straße, Wasserschläuche schlängeln sich über den Platz. Mehr als 50 Männer und Frauen in Uniformen laufen umher, rufen Kommandos in Funkgeräte. In der Luft liegt der Geruch von verbranntem Gummi und geschmolzenem Metall.

Der Gestank weht von Schuttbergen herüber, die am Donnerstagmittag gegen 13.20 Uhr in Brand geraten waren. Das Feuer griff auch auf die Sortieranlage in einem Flugzeugbunker über. Die Ursache  ist laut dem Bitburger Wehrleiter Michael Becker unklar: „Ich würde darauf tippen, dass sich in der Anlage ein brennbarer Stoff befand, der sich entzündete“, sagt der Feuerwehrchef: „Vielleicht ist auch eine Maschine heißgelaufen. Aber das sind nur Spekulationen.“ „Steil“-Geschäftsführer Christian Kühnel hat als Brandursache empfindliche Lithium-Ionen-Akkus im Verdacht. Bei Hitze könnten solche Energiespeicher, die auch im Schrott lagern, leicht in Flammen aufgehen. „Gottseidank war die Feuerwehr schnell vor Ort“, sagt Kühnel.

Foto: TV/Christian Altmayer

Gegen 14.40 haben die Einsatzkräfte die Lage bereits im Griff. Das Feuer auf dem Gelände des Unternehmens, das früher „BRG-Umweltpark“ und später „Seos Recycling“ hieß, ist gelöscht, die Verletzten in Sicherheit. Sieben Mitarbeiter der Firma „Steil“ wurden mit Verdacht auf eine leichte Rauchvergiftung ins Krankenhaus gebracht, aber laut dem Firmenchef bereits am selben Tag wieder entlassen: „Unsere Leute sind inzwischen alle wieder auf den Beinen.“ Ernsthaft verletzt wurde offenbar niemand.

Foto: Florian Blaes. Foto: TV/Florian Blaes

Die Evakuierung hatte sich laut Becker anfangs „schwierig“ gestaltet. Denn die Mitarbeiter wollten die brennende Anlage zunächst nicht verlassen, sondern erstmal retten, was zu retten war. Sie versuchten also, das Feuer selbst zu löschen und mit dem Radlager den Schutt aus dem Bunker zu bringen. Schließlich konnten sie aber doch dazu bewegt werden, sich in Sicherheit zu bringen.

Möglich, dass die Angestellten durch ihr Eingreifen einen größeren Schaden verhindert haben. Wie viel Wertstoff zum Raub der Flammen wurde, lässt sich laut Kühnel zwar kaum beziffern, allzu groß sei aber zumindest der Schaden an der Sortieranlage selbst nicht. Zwei oder drei Förderbänder seien verbrannt. Sonst habe die Maschine das Feuer glimpflich überstanden.

Im Einsatz waren am Donnerstag 50 Feuerwehrleute aus der Innenstadt Bitburgs und den Stadtteilen Masholder, Matzen, Stahl und Mötsch, zudem 19 Rettungskräfte des DRK, sieben THW-Mitglieder und zwei Polizeibeamte.

Der Brand am Donnerstag war übrigens nicht der erste beim Bitburger Recyclingunternehmen. Häufiger, vor allem im Sommer, hatte sich bei der Firma Müll entzündet. Zuletzt hat es auf dem früheren „BRG-Umweltpark“ 2017 gebrannt (der TV berichtete). Bis 2010 hatte es auf dem Gelände eine regelrechte Serie gegeben – sieben Mal war dort in zehn Jahren Feuer ausgebrochen. Das nahm die Firma damals zum Anlass in Sicherheitstechnik zu investieren.

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