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Nach Unfall in der Eifel: Wenn’s kracht, und niemand hilft

Nur eine einzige Frau wollte Erste Hilfe leisten : Nach Unfall in der Eifel: Wenn’s kracht, und niemand hilft

Eine Autofahrerin ist Dienstagnacht bei einem Unfall nahe Bollendorf schwer verletzt worden. Nur eine einzige Frau hielt an, um Erste Hilfe zu leisten.

Die Frontscheibe zersplittert, die Motorhaube völlig zerfetzt. So finden Rettungskräfte in der Nacht zum Mittwoch ein Auto auf der N10 zwischen Bollendorf und Grundhof vor.

Gegen 1.15 Uhr, meldet die luxemburgische Polizei, hat eine Autofahrerin  aus bislang ungeklärter Ursache die Kontrolle über ihr Fahrzeug verloren. In einer Kurve geriet die Frau mit ihrem Wagen auf die Gegenfahrbahn, rammte zunächst einen Leitpfosten und krachte schließlich mit dem Auto gegen einen Felsen.

Bei diesem Zusammenstoß wurde die Fahrerin im Wrack eingeklemmt. Mittels eines hydraulischen Gerätes wurde sie schwer verletzt aus dem Fahrzeug befreit und in ein nahegelenes Krankenhaus gebracht. Die Straße blieb wegen der Bergungsarbeiten noch eine Weile gesperrt.

Schockierend war für die Rettungskräfte aber nicht nur die Schwere des Unfalls, sondern auch ein anderer Umstand. Obwohl offenbar mehrere Autos die Unfallstelle in der Nacht passierten, hielt kaum jemand an, um der verletzten zu helfen. „Erschreckend war dass nur eine einzige Dame am Unfallort stehen blieb, um Erste Hilfe zu leisten bis die Einsatzkräfte vor Ort eintrafen“, schreibt das „Centre d‘Incendie et de Secours Echternach“ auf Facebook.

Das ist kein Einzelfall. Praxistests haben in den vergangenen Jahren gezeigt, dass der überwiegende Teil der Verkehrsteilnehmer lieber an demolierten Autos vorbeifährt als anzuhalten. Wer aus Angst, Ekel oder Zeitnot nicht an einer Unglücksstelle stoppt, macht sich allerdings der unterlassenen Hilfeleistung strafbar. Ein Delikt, das mit bis zu einem Jahr Gefängnis bestraft werden kann.

Im Einsatz waren Dienstagnacht der CIS Echternach, der CIS Berdorf/Bollendorf, der Notarzt aus Ettelbrück, die Polizei aus Diekirch und die zwei diensthabende Peloton Chefs.