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Kriminalität
Panzerknacker brechen Geldautomaten in Rittersdorf auf

Der Automat wurde aufgeschnitten und aufgehebelt.
Der Automat wurde aufgeschnitten und aufgehebelt. FOTO: TV / Christian Altmayer
Rittersdorf . Unbekannte Täter haben am vergangenen Wochenende einen Geldautomaten der Volksbank in einem Raiffeisen- Baumarkt in der Waxweiler Straße in Rittersdorf aufgebrochen. Viel erbeutet haben sie dabei wohl nicht. Von Christian Altmayer
Christian Altmayer

Als Günter Grasedieck die Tür aufschließt, merkt er sofort, dass etwas nicht stimmt. Zuerst steigt ihm der Geruch in die Nase: geschmolzenes Metall. Dann hört er das Piepen. Das Alarmsignal kommt vom Geldautomaten in der Ecke des Raiffeisenwarenzentrums in Rittersdorf. Der Mitarbeiter der Filiale folgt dem Geräusch und den Farbklecksen auf dem Boden und findet den Geldautomaten völlig zerstört vor.

Unbekannte hätten das Gerät mit einem Winkelschleifer aufgeschnitten, mutmaßt Grasedieck, der Erste, der am Montagmorgen gegen 7 Uhr vor Ort war. Dann hätten sie den Kasten wohl mit einer Brechstange aufgehebelt. Er glaubt, dass die Täter in der Nacht von Samstag auf Sonntag in die Filiale eingestiegen sein müssen. Denn Sonntag Nachmittag sei der Automat, dem man von der Vorderseite keinen Schaden ansieht, schon defekt gewesen. Das berichtete ein Kunde laut Grasedieck am Montag.

Die Tinten aus der Kartusche hat sich im ganzen Gebäude verteilt.
Die Tinten aus der Kartusche hat sich im ganzen Gebäude verteilt. FOTO: TV / Christian Altmayer

Zwei Tage lang hatte den Einbruch also niemand bemerkt. Grasedieck habe zwar „sofort die Polizei gerufen und die waren dann auch sehr schnell da.“ Als die Beamten eintrafen,  waren die Täter aber natürlich längst über alle Berge. Obwohl ihnen die Flucht gelang, dürften sie ihren nächtlichen Besuch aber kaum als Erfolg betrachten. Denn sie haben die Rechnung ohne die Sicherheitsvorkehrungen gemacht.

Durch dieses Dachfenster sollen die Panzerknacker eingestiegen sein.
Durch dieses Dachfenster sollen die Panzerknacker eingestiegen sein. FOTO: TV / Christian Altmayer

In dem Moment, in dem sie die Anlage knackten, explodierte eine Tintenkartusche in den Geldkassetten. Die Farbe aus Patronen besprenkelte nicht nur die halbe Filiale, sondern auch das Geld. Und machte die Beute der Einbrecher somit unbrauchbar. Trotzdem nahmen sie die befleckten Scheine mit, als sie aus einem Fenster im Erdgeschoss des Gebäudes türmten. Tintenbeschmierte Fußabdrücke sind am Montagnachmittag noch zu sehen.

Eingestiegen sind die Unbekannten offenbar durch ein Plexiglasfenster auf dem Dach des Gebäudes. Laut Filialleiter André Buthe sind die Täter wohl erst hochgeklettert, haben dann eine Scheibe zerbrochen und sind dann über den Speicher in den Baumarkt gegangen.

Der Betrieb läuft in Rittersdorf wieder wie gewohnt. Bis 12.30 Uhr war die Filiale gesperrt.
Der Betrieb läuft in Rittersdorf wieder wie gewohnt. Bis 12.30 Uhr war die Filiale gesperrt. FOTO: TV / Christian Altmayer

Den Schaden, den die Täter allein im Gebäude angerichtet haben, schätzt die Kriminalpolizei Trier auf rund 150 000 Euro. Das dürften die Kosten für den zerstörten Automaten und die Reinigung der Filiale sein. Am Montagnachmittag sind bereits ein Mann und eine Frau damit beschäftigt, den Boden und die Einrichtung zu schrubben. Wie viel Geld im Automaten war, möchten weder die Kriminalbeamten, noch der Filialleiter beantworten. Buthe sagt nur so viel: „Der Schaden und das entwendete Geld ergeben einen sechsstelligen Betrag.“

Die Täter sind nach wie vor auf der Flucht. Die Spurensicherung ist inzwischen aber abgeschlossen. Bis etwa 12.30 Uhr sperrte die Polizei die Filiale ab.

Dabei haben die Beamten wohl einige Hinweise gefunden: Die Schuhgrößen der Unbekannten waren anhand der Abdrücke auf dem Boden wohl leicht herauszubekommen. Die Ermittler erhoffen sich aber durch Zeugenhinweise noch mehr zu erfahren.

Wer am Wochenende etwas gesehen oder gehört hat, kann sich unter Telefon 0651/97792151 oder 0651/97792290 bei der Polizei melden.