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Brand
Phosphorgranatenfund im Wald bei Zerf löst stundenlangen Großeinsatz aus (Video)

FOTO: Florian Blaes
Zerf. Zu einem ungewöhnlichen Einsatz kam es gestern im Hochwald. Eine Phosphor-Handgranate aus dem Zweiten Weltkrieg löste an der L 151 zwischen Zerf und Weiskirchen einen Großeinsatz aus. Bis der Kampfmittelräumdienst eintraf und die Granate entschärfte, blieb die Landstraße mehrere Stunden für den Verkehr gesperrt. Von Florian Blaes

Weil ein Autofahrer am Dienstagabend auf der Landstraße 151 zwischen Zerf/Hirschfelderhof und Weiskirchen Rauch im Wald bemerkte, alarmierte er die Polizei.

Aus dem Erdreich an einem Baumstamm traten Flammen aus, Feuer breitete sich auf einer Fläche von ein bis zwei Quadratmetern aus. Die alarmierten Feuerwehren aus Zerf und Weiskirchen begannen umgehend mit den Löscharbeiten, vermuteten jedoch, dass es sich nicht um einen klassischen Waldbrand handeln konnte.

Helge Schmitt, stellvertretender Wehrleiter der VG Kell am See, begutachtete das Szenario. „Wir wurden mit dem Stichwort Flächenbrand groß an die L 151 alarmiert. Vor Ort stieg aus dem Erdboden starker Rauch auf“, berichtete der Einsatzleiter.

Am Brandort war schnell klar, dass es sich um eine Phosphorgranate handeln muss (siehe Info). „Wir haben der Leitstelle in Trier Rückmeldung gegeben und gebeten, dass der Kampfmittelräumdienst hier tätig werden muss“, berichtete Helge Schmitt. Die Einsatzkräfte der Feuerwehr bauten den Brandschutz auf und stellten Sandsäcke bereit. Ein Traktor mit Sand rollte an.

Als Frank Bender vom Kampfmittelräumdienst Rheinland-Pfalz eintraf, machte er sich sogleich an die Arbeit. Mit einer Schaufel legte er die Granate frei. „Der Brand wurde durch eine amerikanische Phosphor-Handgranate verursacht. Der Körper war durchgerostet und der weiße Phosphor ist ausgetreten, hat mit der Luft reagiert und hat zum Brand geführt“, erklärt der Spezialist. Immer wieder stieg starker, dichter Qualm auf und versperrte die Sicht. Die Einsatzkräfte sollten sich aus dem Gefahrenbereich bringen. Der Fachmann des Kampfmittelräumdienstes brauchte eine Weile, bis er die Granate bergen konnte. „Der Handgranatenkörper wurde zunächst einmal geborgen und in Sand verpackt. Die Phosphorreste wurden in ein Sandbett gelegt und in einer Tonne sicher verpackt“,sagte Frank Bender.

Nachdem die Granate geborgen war, transportierte die Feuerwehr die Tonne ab. „Wir haben nun die Überreste sicher verpackt und werden diese dann am nächsten Tag fachmännisch entsorgen“, informierte Einsatzleiter Helge Schmitt. Die Brandstelle wurde mit weiterem Sand zugeschüttet und mit viel Wasser bedeckt.

Die Polizei Nordsaarland sperrte die Landstraße ab der Kreuzung in Richtung Waldweiler. Nach mehr als vier Stunden war der Einsatz an der L 151 beendet und die Strecke konnte gegen 21 Uhr wieder für den Verkehr freigegeben werden. Bei dem Einsatz wurde niemand verletzt. Ein weiteres Ausbreiten des Brandes konnte durch den schnellen Einsatz der Feuerwehren verhindert werden.

Im Einsatz waren etwa 50 Kräfte der Feuerwehren Weiskirchen/Konfeld, und Zerf, der Kampfmittelräumdienst Rheinland-Pfalz, die Straßenmeisterei Merzig sowie die Polizeiinspektionen Saarburg und Nordsaarland Wadern.