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Polizei ermittelt: Mann soll Kinder ohne Erlaubnis fotografiert haben

Kriminalität : Mann soll Kinder in Wincheringen ohne Erlaubnis fotografiert haben - Polizei ermittelt

Hat ein Unbekannter Fotos von einer Sechsjährigen und deren Cousine gemacht, als diese an der Pfarrkirche in Wincheringen gespielt haben? Das vermittelt ein Facebook-Beitrag über einen Vorfall in Wincheringen. Die Polizei sucht Anhaltspunkte.

Eine Frau hat am Montag einen Facebook-Beitrag abgesetzt, der sich rasend schnell verbreitete: Ein unbekannter Mann habe ihre sechsjährige Tochter am Sonntag zum zweiten Mal an der Pfarrkirche in Wincheringen fotografiert. Der erste Vorfall habe sich am 30. Mai ereignet. Er habe das Mädchen und dessen Cousine beim Spielen fotografiert. Als er bemerkt habe, dass die Kinder nach Hause gelaufen seien, sei der Mann (siehe Personenbeschreibung unten) über einen Zaun gesprungen und weggelaufen. Eine Suche nach ihm sei erfolglos verlaufen. Die Leser bittet die Frau, sich mit Hinweisen an die Polizeiinspektion (PI) Saarburg (Telefon: 06581/9155-0) zu wenden. Der Beitrag wurde mehr als 1100 Mal innerhalb kürzester Zeit auf Facebook geteilt. Inzwischen hat die Frau den Beitrag gelöscht.

Der TV hat die Polizei mit dem Beitrag konfrontiert, um herauszufinden, was hinter dem Vorfall steckt. Harald Lahr, Leiter der Polizeiinspektion Saarburg, erklärt: „Der Sachverhalt ist bei unserer Dienststelle bekannt und in Bearbeitung.“ Die Mutter des Mädchens habe sich am Montag, 29. Juni, telefonisch an die Wache gewandt und sei nach Vereinbarung am Dienstag zur Polizeiinspektion Saarburg gekommen. Sie habe angegeben, dass ihre Tochter und deren gleichaltrige Cousine erstmals am Samstag, 30. Mai, gegen 16 Uhr an der Kirche in Wincheringen von einem unbekannten Mann beim Spielen vermutlich mit einem Handy fotografiert worden seien. „Die Mutter war an diesem Tag anwesend, man nahm an, es handele sich um einen Touristen, der die Kirche fotografiert habe“, erklärt Lahr. „Daher habe man der Angelegenheit keine weitere Beachtung geschenkt.“ Zu einem nahezu identischen Vorgang soll es am Sonntag, 28. Juni, 15 Uhr, gekommen sein. Das Kind habe seiner Mutter berichtet, die gleiche Person habe wohl Fotos der beiden auf dem Kirchvorplatz spielenden Mädchen gemacht. Die Frau habe die Polizei informiert und die Vorfälle selbst in den sozialen Medien veröffentlicht. Die Kinder seien in beiden Fällen nicht angesprochen worden, betont Lahr. „Unsere bisherigen Ermittlungen vor Ort in Wincheringen haben nicht zu weiteren, verwertbaren Hinweisen geführt.“

Allgemein erklärt der PI-Leiter, dass die Polizei den Erziehungsberechtigten in derartigen Fällen empfehle, „ihre Kinder sehr frühzeitig in vertrauensvollen Gesprächen dafür zu sensibilisieren, sich ihnen im Fall der Fälle unmittelbar anzuvertrauen“. Wenn die Erwachsenen dann den Eindruck hätten, dass kein alltäglicher und erklärbarer Anlass bestehe, sollten sie sich unverzüglich mit der zuständigen Polizeidienststelle in Verbindung setzen, führt Lahr aus. Die Polizei könne zeitnah Aufklärungs- und Fahndungsmaßnahmen veranlassen, um den Verantwortlichen und dessen Motivation zu ermitteln. Zu dem Facebook-Beitrag sagt Lahr: „Schnelle und eigeninitiierte Warn- und Fahndungshinweise in sozialen Medien beurteilen wir kritisch. Es gilt Panik, Fehlinformationen und mögliche falsche Verdächtigungen zu verhindern. Daher ist die Polizei der richtige Adressat solcher Hinweise.“