Polizei nimmt Handwerker wegen Betrugsverdacht in Taben-Rodt fest

Kostenpflichtiger Inhalt: Taben-Rodt : Mutmaßliche Betrüger festgenommen – sie forderten zehn Mal so viel wie vereinbart (Update)

Am Montagmorgen hat die Polizei zwei Klempner wegen des Verdachts auf Betrug vorläufig festgenommen. Die Handwerker hatten mit den Auftraggebern mündlich vereinbart, Arbeiten für 850 Euro zu verrichten. Gefordert haben sie schließlich mehr als 10 000 Euro.

Die Saarburger Polizei reagierte schnell. Am Wochenende vom 16. November kam es zum Betrug, am Montag darauf nahm sie zwei Verdächtige vorläufig fest.

Die Männer sollen bei einem älteren Ehepaar geklingelt und ihre Dienste als Klempner angeboten haben. Am Wochenende führten die Beschuldigten die vereinbarten Arbeiten laut Polizei mit zwei weiteren Männern aus. Vorgeworfen wird ihnen nun, einen höheren als den mündlich vereinbarten Betrag gefordert und auch in das schriftliche Auftragsformular eingesetzt zu haben. Die Zahlen sind drastisch: Laut Polizei war eine Summer von 850 Euro vereinbart, gefordert haben die Täter dann jedoch mehr als das Zehnfache, nämlich rund 10 200 Euro.

Das ältere Ehepaar hat laut Polizei bereits am Samstag 2500 Euro angezahlt. Auf den Hinweis ihrer Tochter hin hätten sie Strafanzeige erstattet. Als die Auftragnehmer am Montag die Restsumme abholen wollten, hat die Polizei sie vorläufig festgenommen.

Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Trier haben die Ordnungshüter gegen die Männer ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Betrug eingeleitet und einen Geldbetrag in Höhe des zu viel gezahlten Betrags beschlagnahmt. Da die Tatverdächtigen aus Thüringen stammen und dort über feste Wohnsitze verfügen, hat die Polizei sie wieder auf freien Fuß gesetzt. Zuvor hat sie sie allerdings erkennungsdienstlich behandelt, das heißt, sie hat Fingerabdrücke und Speichelproben genommen und die Verdächtigen fotografiert. Das Ermittlungsverfahren wird fortgesetzt.

Die Polizei warnt generell vor reisenden Tätern, die wie in diesem Fall an der Haustür klingeln und ihre Handwerksdienste für angeblich kleines Geld und oftmals ohne Rechnung anbieten. Die anschließend geforderte Summe liege teils bei dem Zehnfachen dessen, was ein seriöses Unternehmen verlangen würde. Zudem fehlten den Auftragsgebern in diesen Fällen jegliche Gewährleistungsansprüche. Harald Lahr, Leiter der Saarburger Polizeiinspektion, sagt auf TV-Anfrage: „Der Klassiker bei dieser Masche ist die Teerkolonne, die anbietet, beispielsweise die Einfahrt zu erneuern.“ Eine solche Kolonne sei in diesem Jahr in Nittel unterwegs gewesen. Generell seien der Polizei in Saarburg 2019 sechs bis zehn Fälle dieser Betrugsmasche gemeldet worden.

Bei einer weiteren Masche setzen die Täter gefälschte Rechnungen ein, nachdem Handwerker ordnungsgemäß ihre Arbeit verrichtet haben. Die Kunden erhalten eine Rechnung, die anscheinend vom  tatsächlichen Handwerksbetrieb stammt und aussieht wie das Original. Allerdings ersetzen die Betrüger die Kontoverbindung, so dass der Kunde das Geld an sie überweisen soll. Zwölf Anzeigen zu dieser Betrugsmasche sind laut Lahr in diesem Jahr aus dem gesamten Zuständigkeitsbereich der Saarburger Polizeiinspektion eingegangen. Lahr: „Es geht da um vier- und fünfstellige Beträge. Zum Teil sind die Fälschungen noch vor dem Überweisen aufgefallen. Zum Teil haben auch die Handwerker Anzeige erstattet.“ Wie die Täter an die echten Rechnungen gelangten, um sie zu manipulieren, sei noch unklar.

Die Polizei rät, vor dem Bezahlen einer Rechnung die IBAN des Empfängers mit anderen Unterlagen wie beispielsweise dem Angebot zu vergleichen. Laut Lahr nutzen die Betrüger häufig Konten im Ausland. Eine ausländische IBAN, die nicht mit der DE-Kennung beginne, sollte den Kunden deshalb stutzig machen. In manchen Fällen sei die Manipulation der Rechnung bereits am Klebefalz des Briefumschlags oder der stümperhaften Kopie zu erkennen.

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