Schlägerei in Trierer Nagelstraße: Polizei fahndet nach Tatverdächigen

Zeugen gesucht : Schlägerei in Trier: Polizei fahndet nach Tatverdächtigen (Update)

Zwei Gruppen junger Männer sind laut Polizei am Montag in der Trierer Innenstadt aufeinander losgegangen. Eine unbeteiligte Passantin wurde dabei schwer verletzt.

(red)

Zwei kleine Gruppen junger Männer sind am Montag gegen 17.20 Uhr in der Nagelstraße in Streit geraten. Nach Aussage eines Zeugens waren an der anschließenden Schlägerei vier bis fünf Männer beteiligt. Eine Passantin sei dabei wohl umgestoßen worden. Die 87-Jährige fiel und erlitt einen komplizierten Beinbruch. Der herbeigerufenen Polizei gelang es, einen der mutmaßlichen Täter vorläufig festzunehmen.

Gegen 19.50 Uhr gerieten in der Fahrstraße dann erneut mehrere junge Männer aneinander. „Nach unseren ersten Ermittlungen waren Beteiligte dabei, die zuvor schon in der Nagelstraße miteinander gestritten haben“, erklärte Polizei-Pressesprecher Karl-Peter Jochem auf TV-Nachfrage. Nur eine Viertelstunde später setzten die Männer ihren Streit in der Krahnenstraße fort.

Nach diesen beiden Streitereien nahm die Polizei nach kurzer Fahndung zwei weitere mutmaßliche Täter in Gewahrsam.

„Um den Tathergang und die Beteiligten ermitteln zu können, sind wir auf der dringenden Suche nach Zeugen“, betont Polizeisprecher Jochem. Da die Sache am helllichten Tag passiert ist, hofft die Polizei, dass Passanten Beobachtungen gemacht haben. „Insbesondere, um aufklären zu können wie es zu dem Sturz der älteren Frau in der Nagelstraße kam“, sagt Jochem.

Die Männer sind laut Polizei arabischer und afghanischer Abstammung. Die drei vorläufig Festgenommenen sind 20, 22 und 23 Jahre alt. Alle drei waren der Polizei schon zuvor wegen ähnlicher Delikte bekannt. Die Männer sind mittlerweile wieder auf freiem Fuß, die Ermittlungen gegen sie laufen.

Vor nahezu genau einem Jahr, am Nachmittag des 15. Mai 2018, war es in der Nagelstraße schon einmal zu einem ähnlichen Streit gekommen. Die Rivalen gingen damals mit Pfefferspray und einem Messer aufeinander los. Einer der Männer musste damals mit Schnittverletzungen in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Auch damals waren die Beteiligten der Polizei wegen ähnlicher Delikte bereits bekannt. Der aus Syrien stammende Haupttäter ist wegen der Messerstecherei Anfang Mai zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr verurteilt worden.

Davon, dass es in Trier Probleme mit rivalisierenden Gangs oder Familienclans ausländischer Herkunft gebe, könne man nicht sprechen. „Solche Vorfälle kennen wir auch unter deutschen jungen Männern“, sagt Polizeisprecher Jochem. Hintergrund seien eher persönliche Animositäten. Für die Messerstecherei vor einem Jahr ist laut Staatsanwaltschaft ebenfalls ein persönlicher Konflikt der Auslöser gewesen. „Hinweise auf Familienclans oder Banden liegen uns da nicht vor“, erklärte der Pressesprecher der Staatsanwaltschaft auf TV-Nachfrage.

Die Polizei bittet im aktuellen Fall Zeugen um Hinweise, Telefon 0651/9779-3200.

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