Schulbus mit 40 Kindern kommt bei Mandern von der Straße ab - Sechs Schüler und Fahrer verletzt

Kostenpflichtiger Inhalt: 70 Rettungskräfte im Einsatz : Schulbus mit 40 Kindern kommt bei Mandern von der Straße ab - Sechs Schüler verletzt (Fotos/Video)

Noch glimpflich ist am Mittwochmorgen ein Unfall mit einem Schulbus auf der B 407 bei Mandern ausgegangen. Sechs Schüler wurden leicht verletzt, als der Fahrer vermutlich wegen eines medizinischen Notfalls den Bus in den Straßengraben steuerte. Einsatzkräfte betreuten betroffene Kinder und Eltern bis zum Mittag in der Realschule plus in Kell.

Für 40 Kinder und Jugendliche nimmt die Fahrt im Schulbus am Mittwochmorgen ein abruptes Ende. Sie sind gegen 7.50 Uhr von Saarburg unterwegs in Richtung Kell am See zur Realschule plus, als der Fahrer den Bus plötzlich in einen Graben neben der Hunsrückhöhenstraße (B 407) lenkt. Wie die Polizei später mitteilt, hat der Mann vermutlich am Steuer einen medizinischen Notfall erlitten. Er wird nach Hermeskeil ins Krankenhaus gebracht. Unklar ist, um welche Art von medizinischem Notfall es sich handelte. Dazu und zum Gesundheitszustand des Mannes macht die Kreisverwaltung in einer Pressemitteilung am späten Nachmittag keine weiteren Angaben.

Nach einem Notruf ist am Morgen schnell ein Großaufgebot mit etwa 70 Kräften von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten an der Unfallstelle. Ein junger Mann, der zufällig mit dem Auto vorbeifährt, leistet Erste Hilfe. Nach Polizeiangaben erleidet er einen Schock und wird vor Ort vom Rettungsdienst versorgt. Von den 40 Kindern, die sich wie der Fahrer selbst aus dem Bus befreien können, klagen einige über Übelkeit und Kopfschmerzen. Deshalb wird Großalarm für den Rettungsdienst ausgelöst. Die Schüler im Altern zwischen zehn und 16 Jahren werden von Notärzten untersucht. Die Helfer verteilen Decken, um die Kinder vor der morgendlichen Kälte zu schützen. Nach Angaben der Pressestelle des Polizeipräsidiums Trier werden sechs Schüler vorsorglich zur weiteren Beobachtung und Behandlung nach Trier ins Krankenhaus gebracht. Sie hätten leichte Verletzungen wie Prellungen erlitten. Die Feuerwehr sperrt die Unfallstelle an der Bundesstraße großräumig ab.

Schulbus-Unfall mit 40 Kindern bei Mandern

In einem Ersatzbus begleiten Rettungssanitäter und Notärzte die restlichen 34 Kinder nach Kell, wo sie ab 9.30 Uhr in der Turnhalle weiter medizinisch und psychologisch betreut werden. Sebastian Straßer, Leiter der Realschule plus, hat inzwischen die betroffenen Eltern über den Unfall informiert. In der Halle werden die Kinder noch einmal untersucht und mit Essen und Getränken versorgt. Auch ein Team der Notfallseelsorge ist vor Ort. „Ich bin einfach nur froh, dass der Unfall so glimpflich verlaufen ist und es den Kindern den Umständen entsprechend gut geht“, sagt der Schulleiter. Auch Claudia Kirchen, Vorsitzende des Elternbeirats, ist am Nachmittag erleichtert: „Der Fahrer hat wohl noch gut reagieren können und den Bus an den Straßenrand statt in den Gegenverkehr gelenkt“, sagt die Grimburgerin. Ihre Tochter sei von dem Unfall nicht betroffen gewesen. Daher habe sie von dem Geschehen am Morgen und später in der Schule nicht viel mitbekommen, schildert Kirchen auf TV-Anfrage. Einige besorgte Eltern hätten am Morgen versucht, sie zu kontaktieren. In dem Unfallbus seien nach ihren Informationen Kinder aus den Orten Zerf, Greimerath und Vierherrenborn mitgefahren.

Der Trier-Saarburger Landrat Günther Schartz – der Landkreis ist Träger der Realschule plus – ist am Morgen in Kell vor Ort und lobt die „vorbildliche Koordination und Arbeit aller Beteiligten“. Auch die betroffenen Schüler hätten sich sehr besonnen verhalten. „Die Kinder sind am Unfallort vollkommen ruhig geblieben und haben den Bus routiniert ohne Probleme verlassen“, sagt Schartz. Das positive Verhalten der Kinder und Eltern auch in dieser Ausnahmesituation zeige, dass es ein starkes Vertrauen zwischen den Schülern, der Elternschaft und der Realschule plus gebe. Am Mittag gegen 12 Uhr verlassen alle 34 Kinder mit ihren Eltern die Schulhalle.

Am Nachmittag wird die Bundesstraße noch einmal kurzzeitig gesperrt, um das Wrack des Busses aus dem Straßengraben zu bergen und abzutransportieren. Laut Polizei Hermeskeil fließt der Verkehr dort ab etwa 14.15 Uhr wieder ungehindert.