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Schwere Brandstiftung?
Sieben Verletzte bei Hausbrand in Konz – Polizei vermutet Beziehungstat (Update/Fotos/Video)

 Ein Feuerwehr-Großaufgebot löscht den Brand des Einfamilienhauses in Konz-Karthaus.
Ein Feuerwehr-Großaufgebot löscht den Brand des Einfamilienhauses in Konz-Karthaus. FOTO: wilfried hoffmann / whRecording
Konz-Karthaus. Die Polizei geht davon aus, dass Brandstiftung die Ursache des Feuers war, das in der Nacht zum Donnerstag ein Mehrfamilienhaus in Konz zerstört hat. Die Beamten vermuten, dass die Eskalation eines Beziehungsstreits dahintersteckt. Von Marion Maier und Florian Blaes

Am Mittwochabend zeigt eine 36-jährige Frau bei der Polizei den Mann an, mit dem sie bis dahin liiert war. Dabei geht es laut Polizeisprecher Uwe Konz um Beleidigung und Bedrohung. Die Sache erscheint den Sicherheitsbeamten offensichtlich dringlich. Umgehend machen sie sich gegen 23 Uhr auf den Weg zum Wohnort der Frau in der Karthäuserstraße in Konz. Als sie dort ankommen, steigen Rauchschwaden aus dem Mehrfamilienhaus auf. Sie treffen zudem auf den Freund der Anzeigenerstatterin und nehmen den 42-Jährigen, der ebenfalls in Konz lebt, fest. Ihm wird schwere Brandstiftung vorgeworfen. Die Polizei geht laut Uwe Konz davon aus, dass der Beziehungsstreit eskaliert ist.

Vor einer Ausbreitung des Feuers und dem Eintreffen der alarmierten Feuerwehr gelingt es den Einsatzkräften laut Polizei, die Hausbewohner und die Bewohner der Nachbarhäuser aus ihren Wohnungen zu retten. Einige sollen geschlafen haben. Im brennenden Haus mit vier Mieteinheiten haben sich laut Konz vier Menschen aufgehalten.

Aslam Al Nassar, ein Nachbar, schildert, dass es in dem Wohnhaus zunächst laut geworden sei und dann viele Polizeikräfte mit Blaulicht vorgefahren seien. Al Nassar: „Dann haben wir auf einmal gesehen, dass in dem Haus Flammen sind und Qualm aufsteigt.“ Schließlich sei ein Mann in Handschellen abgeführt worden. Dann sei die Feuerwehr schon gekommen.

Feuerwehrleute dringen mit Atemschutzgeräten in das Haus ein, um das Feuer von innen zu bekämpfen. Die Drehleiter wird in Stellung gebracht. Nachdem die Fenster eingeschlagen sind, gehen die Einsatzkräfte auch von außen gegen das Feuer vor. Die Bauweise des Gebäudes bereitet den Brandlöschern Probleme. Feuerwehrsprecher Boris Krebs vermutet, dass das Feuer im ersten Obergeschoss ausgebrochen ist. Von dort habe es sich in Sekundenschnelle auf das Dachgeschoss ausgebreitet. Laut Krebs haben beide Etagen voll gebrannt. Dichter Rauch tritt aus allen Fenstern des Hauses aus. Im Verlauf des Einsatzes werden zahlreiche Feuerwehren nachalarmiert. Mehr als 45 Kräfte mit Atemschutz kommen während der Löscharbeiten zum Einsatz. Die Feuerwehr schafft es, die angrenzenden Häuser zu schützen, sie werden nicht beschädigt. Feuerwehrsprecher Krebs erklärt später: „Nachdem das Feuer gegen 1 Uhr gelöscht war, mussten wir erst einmal das Haus verlassen, denn es drohte einzustürzen.“ Der Grund dafür: Die Zwischenwände aus Lehm hatten sich mit Löschwasser vollgesogen.

Durch die starke Rauchentwicklung werden zwei Hausbewohner, vier Polizisten und ein Feuerwehrmann verletzt. Noch während der Löscharbeiten nehmen Brandermittler ihre Arbeit auf. Das Technische Hilfswerk (THW) wird mit Spezialisten zur Einsatzstelle gerufen. Nach einer Begutachtung bauen die Helfer Stützen in dem Haus ein. Erst dann können Feuerwehr und THW das Gebäude leerräumen. Sie tragen Haushaltsgegenstände ins Freie, um weitere Glutnester zu löschen. Gegen 7 Uhr am Donnerstagmorgen ist der Einsatz beendet. Das Feuer hat alles zerstört. Das Mehrfamilienhaus ist nicht mehr bewohnbar. Die Polizei schätzt den Schaden auf rund 350.000 Euro.

Alles in allem sind 100 Kräfte an dem Einsatz beteiligt: Wehrleitung, Feuerwehreinsatzzentrale und Führungsstaffel der Verbandsgemeinde Konz, die Wehren Konz, Könen, Wasserliesch, Niedermennig, Tawern, Nittel und Saarburg, das DRK Konz und die Polizei Saarburg und Trier.

Fünf Verletzte bei Feuer in Konz FOTO: TV / Florian Blaes