1. Blaulicht

Trier: Sturm Ignaz verursacht Einsätze in Eifel und Trier

„Insgesamt glimpflich davongekommen“ : Sturmtief in der Region: Stromausfälle in der Eifel – Verletzte bei Autounfällen

Das Sturmtief „Ignatz“ hat in der Region Trier für viele Einsätze gesorgt. Vor allem in der Eifel und Vulkaneifel kam es zu Stromausfällen. Bei Verkehrsunfällen wurden Personen verletzt. Ein Überblick zur Situation in der Region.

Sturmtief „Ignaz“ hat in der Nacht die Region Trier erreicht. Dort kam es durch das Tief zu Orkanböen mit einer Geschwindigkeit von bis zu 115 Stundenkilometern. Volksfreund.de gibt einen Überblick über die Sturmschäden in der Region.

Sturm in Trier und Trier-Saarburg: Polizei verzeichnet mehrere Einsätze

Die Ausläufer des Sturmtiefs haben in Trier keine größeren Schäden verursacht. Nach der Vorhersage von Sturmböen im Stadtgebiet von bis zu 100 Stundenkilometern in der Nacht zum Donnerstag habe die Feuerwehr zwar die Leitstelle personell verstärkt, größere Einsätze habe es allerdings nicht gegeben, teilt die Stadtverwaltung auf Volksfreund-Nachfrage mit.

In Biewer sei zwar ein Baum im Sturm umgekippt, in Trier-Süd habe sich eine Satelliten-Schüssel gelockert und am Johanniter-Ufer ist ein größerer Ast auf die Fahrbahn gefallen – aber das seien alles Dinge, die auch bei weniger exponierten Wetterlagen passieren würden. Auf den Plätzen der Stadt – etwa dem Augustinerhof – zeugen größere Mengen an Laub und auch abgebrochene Zweige und Äste von den teils heftigen Windböen der Nacht.

 In der Predigerstraße in Trier hängt nach dem Sturm ein Baum auf einem Gehweg.
In der Predigerstraße in Trier hängt nach dem Sturm ein Baum auf einem Gehweg. Foto: Margit Haubrich/Privat

Der Leiter der Masterstraßenmeisterei Hermeskeil, Stefan Moritz, erklärt am Donnerstagmorgen, dass in allen drei Bezirken im Raum Hermeskeil, Thalfang und Saarburg „jede Menge Bäume“ auf Straßen gestürzt seien. Die Mitarbeiter seien seit 4 Uhr in der Nacht im Einsatz, um die betroffenen Strecken frei zu räumen. Zwei Straßen im Hochwald sind laut Moritz aktuell gesperrt - die K97 zwischen Rascheid und Geisfeld sowie die L151 zwischen Hermeskeil und Nonnweiler. Er sei jedoch zuversichtlich, beide Strecken in wenigen Stunden wieder für den Verkehr freigeben zu können, „sodass der Berufsverkehr am Abend dort ohne Einschränkung rollen kann“. Unfälle habe es bislang im Bereich der Masterstraßenmeisterei keine gegeben. „Ich hatte mit viel mehr gerechnet, da die Bäume noch voller Laub sind“, sagt Moritz. „Wir sind aber bisher glimpflich davongekommen, und der Wind flaut schon deutlich ab.“

Elf Einsätze wegen Sturm hat die Polizeiinspektion Saarburg zwischen 3 und 9 Uhr am Donnerstagmorgen in ihrem Bereich (Verbandsgemeinde Konz, Raum Saarburg und Teile der der ehemaligen VG Kell am See) gezählt. Überwiegend ging es dabei um umgestürzte Bäume oder dicke Äste, die zumeist Verbindungsstraßen zwischen Orten blockierten. Dies war der Fall zwischen Freudenburg und Trassem sowie Freudenburg und Taben-Roth, zwischen Greimerath und Hirschfelder Hof, zwischen Konz und Filzem, zwischen der Pellinger Straße und Konz-Niedermennig, zwischen Zerf und Hentern, zwischen Wellen und Temmels und am Ortsausgang Saarburg Richtung Kahren.

Zudem gab es weitere Zwischenfälle. In Wellen bewegte der Wind einen Anhänger so, dass dieser schließlich halb über einer Stützmauer in der Luft hing. Er wurde mit einem Gabelstapler geborgen. In Trassem hat der Sturm Dachziegel von einem Haus runtergeweht. In Nittel ist ein Bauzaun weggeflogen. Bei all den Zwischenfällen wurde niemand verletzt. Die Polizei sicherte in der Regel die Aufräumarbeiten von Feuerwehren oder Straßenmeistereien.

Tief Ignaz in der Eifel: „Insgesamt glimpflich davongekommen“

„Insgesamt sind wir glimpflich davongekommen“, sagt Mike Thull, Leiter der Polizeiinspektion Bitburg. Denn zwar seien rund um die Eifel-Stadt etwa 40 Bäume auf die Straßen gestürzt. So etwa auch zwischen Steinborn und Meisburg, wo dies sogar gegen 2.45 Uhr zu einem Feuerwehreinsatz geführt hat. Inzwischen hätten die Straßenmeistereien die Stämme aber alle aus dem Weg geräumt. „Mir sind keine gesperrten Strecken mehr bekannt“, sagt Thull.

Ein ähnliches Bild im Dienstgebiet der Polizeiinspektion Prüm: In den Verbandsgemeinden Arzfeld, Prüm und an der Oberen Kyll stürzten ebenfalls einige Bäume um. Noch seien nicht alle weggeräumt, sagen die Beamten am Donnerstagmorgen. Einer der Bäume war auf die L 20 gefallen, die von Ormont hinauf in Richtung Forsthaus Schneifel und zum Schwarzen Mann führt.

Für eine umfassende Statusmeldung zu den Wäldern, sagt Stefan Metz vom Forstamt Prüm gegen 10 Uhr, sei es noch zu früh, die Kollegen hätten noch nicht alle Flächen aufgesucht. Das gelte auch für das Gebiet rund um den Schwarzen Mann, wo bei vergangenen Stürmen viele Bäume umgerissen worden waren. Darüber hinaus mahnt er zur Vorsicht: „Es ist ja noch recht windig. Bei diesem Wetter sollte man nicht groß im Wald spazierengehen.“

Verkehrsteilnehmer kamen, soweit bisher bekannt, im Prümer Land nicht zu Schaden. Dafür aber viele von den Schirmen, die der Prümer Gewerbeverein zur Verschönerung der Straßen aufspannen ließ. Etliche müssen ausgetauscht werden: Der Sturm hat sie in Fetzen gerissen.

Eine etwas andere Situation zeigte sich bei Zemmer: Nach RPR1-Angaben stürzte dort ein Baum auf eine Straße. Der Fahrer eines PKW konnte nicht mehr rechtzeitig ausweichen und fuhr über den Baum. Das Fahrzeug wurde dadurch beschädigt, der Fahrer leicht verletzt.

Ganz in der Nähe von Zemmer, nämlich an der L 6 bei Speicher, hat es ebenfalls gekracht. Hier landete eine Autofahrerin nach Angaben der Polizei Bitburg mit ihrem Wagen im Straßengraben. Dabei wurde sie leicht verletzt. Weitere Unfälle hat es laut Thull keine rund um Bitburg gegeben.

Stromausfälle nach Sturm in der Eifel und Vulkaneifel

Dafür aber Stromausfälle, wie Willi Schlöder, stellvertretender Kreisfeuerwehrinspekteur sagt. Denn nachdem gegen 6.24 Uhr ein Strommast bei Karlshausen vom Sturm umgerissen wurde, sitzen zehn Ortschaften bei Neuerburg im Dunkeln. Unter anderem betroffen sind nach Angaben von Schlöder die Gemeinden Karlshausen, Kuxhausen, Leimbach und Emmelbaum. Wann der Saft wieder angeknipst wird, war am Morgen noch unklar.

Das Sturmtief hat in den Verbandsgemeinden Daun, Gerolstein und Kelberg (Kreis Vulkaneifel) keine größere Schäden verursacht. Die Feuerwehren mussten drei Mal ausrücken, um umgestürzte Bäume zu beseitigen. In Teilen von Gerolstein, Birresborn und Salm war um 3 Uhr der Strom ausgefallen, um 5 Uhr war das behoben. Herbert Etzig, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Daun: „Es hat keine Personen- oder Sachschäden gegeben.“

Zwar zog das Hauptfeld des Sturms nach einer Vorhersage von TV-Wetterexperte Dominik Jung in der Nacht über die Region Trier, dennoch ist weiterhin Vorsicht geboten. Besonders im Straßenverkehr und beim Befahren von Brücken ruft die Polizei zu Achtsamkeit auf. Auch die Stadt Trier und das Forstamt Bitburg bitten um Vorsicht auf dem Weg zur Arbeit.

<aside class="park-embed-html"> <blockquote class="twitter-tweet"><p lang="de" dir="ltr">⚠️Vorsicht auf dem Weg zur Arbeit: <a href="https://twitter.com/hashtag/Sturm?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw">#Sturm</a> <a href="https://twitter.com/hashtag/Ignatz?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw">#Ignatz</a> knickt auch in <a href="https://twitter.com/hashtag/Trier?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw">#Trier</a> Äste ab, die auf Straßen und Wegen fallen können. Aktuelle Warnhinweise: www.dwd de <a href="https://t.co/BCla7cox1Z">pic.twitter.com/BCla7cox1Z</a></p>&mdash; stadt_trier (@Stadt_Trier) <a href="https://twitter.com/Stadt_Trier/status/1451055561265618948?ref_src=twsrc%5Etfw">October 21, 2021</a></blockquote> <script async src="https://platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script> </aside>
Dieses Element enthält Daten von Twitter. Sie können die Einbettung solcher Inhalte auf unserer Datenschutzseite blockieren

Vor Spaziergängen im Wald wird sogar eindringlich gewarnt. „Es wäre lebensgefährlich bei solchem Wind in den Wald zu gehen“, sagt Jürgen Weis, Leiter des Forstamtes Bitburg. Denn noch immer könnten Böen trockene Äste oder sogar Teile von Baumkronen abreißen. „Die Auswirkungen des Klimawandels und der Trockenjahre 2018, 2019 und 2020 sind noch deutlich zu spüren“, meint Weis.

Eine gute Nachricht nach dem Sturm gibt es dennoch für den Forstamtsleiter: Die Schäden im Wald seien nach ersten Erkenntnissen überschaubar. „Wenn die Begehungen der Revierförster nichts anderes ergeben, dann hat der Wald es wohl ganz gut überstanden“, sagt Weis.

 Blätter liegen in der Nacht auf der B422 bei Kordel. Mit Tief "Ignatz" zieht der erste starke Herbststurm des Jahres über Deutschland.
Blätter liegen in der Nacht auf der B422 bei Kordel. Mit Tief "Ignatz" zieht der erste starke Herbststurm des Jahres über Deutschland. Foto: dpa/Harald Tittel

Im Nationalpark Hunsrück-Hochwald hat das zuständige Amt aus Sicherheitsgründen alle Ranger- und Erlebnistouren bis Montag, 25. Oktober, abgesagt. Auch in dem Schutzgebiet seien viele Bäume umgestürzt, und es hingen noch abgebrochene Äste in den Baumkronen, die jederzeit herabstürzen könnten, heißt es am Donnerstag in einer Pressemitteilung. Zudem sei der Waldboden nach den Regenfällen aufgeweicht und biete den noch belaubten Bäumen wenig Standsicherheit. Manche Bäume blieben zwar zunächst stehen, könnten aber noch Tage nach dem Sturm ganz plötzlich umfallen und zur Gefahr für Waldbesucher werden.

„Die Mitarbeiter des Nationalparkamtes werden in den nächsten Tagen eine Bestandsaufnahme der dauerhaft ausgewiesenen Waldwege und Wanderrouten machen und diese schnellstmöglich von umgestürzten Bäumen und offensichtlichen Gefahren befreien“, kündigt die Parkverwaltung an.

Zugverkehr wegen Sturm beeinträchtigt

Das Orkantief über Deutschland hat am Donnerstag zu starken Einschränkungen im Bahnverkehr geführt. „In Nordrhein-Westfalen ist der Fernverkehr komplett eingestellt“, teilte die Deutsche Bahn am Vormittag mit. Besonders betroffen seien auch das Saarland, Hessen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Bayern und Teile Sachsens. Es komme zu Zugausfällen und Verspätungen. „Hunderte Mitarbeitende sind im Einsatz, um Bäume und andere Hindernisse aus den Gleisen zu räumen, Oberleitungen zu reparieren und Schäden aufzunehmen“, teilte eine Sprecherin mit.

Fahrgäste, die aufgrund des Unwetters ihre Reise verschieben wollen, könnten ihr gebuchtes Ticket ab sofort bis einschließlich sieben Tage nach dem Ende der Störungen einlösen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Sturmtief Ignatz in der Eifel

(mit dpa)