Klassenraum kontaminiert Großeinsatz an Ehranger Schule: Hat jemand Reizgas versprüht?

Update | Trier-Ehrang · Bei einem Einsatz in der Moseltal Realschule plus Trier in Ehrang hat der Rettungsdienst 45 Schüler wegen Reizgasverletzungen versorgt. Auch zwei Lehrerkräfte sind betroffen – drei Personen wurden vorsorglich ins Krankenhaus gebracht.

Trier-Ehrang: Schüler klagen über Atemwegsreizungen - Feuerwehr im Einsatz
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Einsatz in Trier-Ehrang: Schüler klagen über Atemwegsreizungen

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Foto: TV/Steil TV

Bei einem Großeinsatz in der Moseltal Realschule plus Trier in Ehrang haben sich gegen 9 Uhr mehrere Schülerinnen und Schüler über Atemwegsreizungen beschwert. Das teilt die Polizei Trier mit. Zahlreiche Kräfte der Feuerwehr, des Rettungsdienstes und der Polizei sind direkt zur Schule gefahren. Dort haben die Einsatzkräfte festgestellt, dass jemand mutmaßlich Reizgas oder Pfefferspray in einem Flur versprüht hat.

Großeinsatz an Realschule in Trier-Ehrang: Schüler klagen über Atemwegsbeschwerden

Die Schüler, die in diesen Flur Unterricht hatten, erlitten hierdurch Atemwegsreizungen. Bei den zuerst vermeldeten 37 verletzten Schülern, die der Rettungsdienst versorgen musste, handelt es sich nun um 45. Das teilt Ernst Mettlach, Pressesprecher der Stadt Trier, mit. Auch zwei Lehrkräfte seien vor Ort untersucht wurden. Drei der Betroffenen seien vorsorglich, für weitere Untersuchungen ins Krankenhaus gebracht worden.

Wegen der Kontamination musste ein Klassenraum in dem betreffenden Flur geräumt werden. Der Polizei zufolge sind die Hintergründe der Tat bislang unklar, die Ermittlungen dauern an. Zu Straßensperrungen kam es während des Einsatzes nicht.

Schulbetrieb an Moseltal-Realschule wieder aufgenommen: Täter der Sprühattacke unbekannt

Inzwischen kann der reguläre Schulbetrieb wieder stattfinden, wie Schulleiter Claus von Bronewski auf Nachfrage des Volksfreunds bestätigt. Aus Sicherheitsgründen habe er die Klassen der entsprechenden Etage in ein anderes Gebäude verlegt. „Die Einsatzkräfte konnten bei der Begehung des Flurs und der Räume kein Gas mehr messen. Die Sicherheit geht trotzdem vor, daher haben wir die Klassen in einem anderen Gebäude untergebracht“, erklärt er.

Entwarnung an der Moseltal-Realschule Plus: Einsatzkräfte konnten keine Gasrückstände mehr feststellen. Schulleiter Claus von Bronewski zieht ein positives Fazit aus der Ausnahmesituation: „Unser Krisenteam und die Einsatzkräfte haben hervorragend zusammengearbeitet und wir konnten die Situation schnell in den Griff bekommen."

Entwarnung an der Moseltal-Realschule Plus: Einsatzkräfte konnten keine Gasrückstände mehr feststellen. Schulleiter Claus von Bronewski zieht ein positives Fazit aus der Ausnahmesituation: „Unser Krisenteam und die Einsatzkräfte haben hervorragend zusammengearbeitet und wir konnten die Situation schnell in den Griff bekommen."

Foto: Laura Krabsch

Die Einsatzkräfte sind inzwischen nicht mehr vor Ort. Es ist weiterhin unklar, was die Reizungen ausgelöst hat. Der Schulleiter vermutet, dass es ein Chili-Spray gewesen sein könnte.

Weiter vermutet er, dass während der ersten Unterrichtsstunde eine Schülerin oder ein Schüler sich auf dem Flur der zweiten Etage des Hauptgebäudes aufgehalten haben muss und das Spray versprüht hat. Eine Klassentür habe offen gestanden. So kam es zu „der ersten Welle an Betroffenen“, erklärt der Schulleiter. Daraufhin habe er gemeinsam mit seinem Krisenteam schnell reagiert. Den Katastrophenalarm habe er ausgelöst, weil im ersten Moment völlig unklar gewesen sei, was die Atemwegsreizungen bei den Betroffenen ausgelöst habe.

Krisenteam handelte schnell: Reizspray-Attacke löst Großeinsatz an Trierer Schule aus

Noch bevor die Einsatzkräfte die Schule erreichen konnten, seien die Räume und Flure gelüftet wurden. Auch wenn die Situation sich inzwischen beruhigt hat, wird der Einsatz die Schule noch weiter beschäftigen. Von Bronewski: „Wir werden versuchen, den Täter zu ermitteln. Auch die Polizei ist der Frage bereits vor Ort nachgegangen. Bisher konnten wir aber nicht herausfinden, wer für die Situation verantwortlich ist.“

Auch aus pädagogischer Sicht sei es wichtig, dass eine Aufarbeitung stattfinde: „Wir werden das auch im Unterricht thematisieren müssen, um den Schülern zu zeigen, welche Gefahren und Kosten mit einem solchen ‚Scherz‘ und einem entsprechenden Einsatz von Rettungskräften einhergehen.“

Hat jemand in der Moseltal Realschule plus Trier mit Reizgas gesprüht?

Hat jemand in der Moseltal Realschule plus Trier mit Reizgas gesprüht?

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