Trotz großer Suchaktion: 38-jähriger Trierer weiter vermisst

Blaulicht : Trotz großer Suchaktion: 38-jähriger Trierer weiter vermisst (Video)

Einsatzkräfte der Polizei und Feuerwehr suchten in Trier stundenlang mit Hunden und einem Hubschrauber nach einem 38-Jährigen, der in der Nacht zum Mittwoch als vermisst gemeldet wurde. Doch der Trierer bleibt verschwunden.

Der Notruf kommt in der Nacht zum Mittwoch. Um 1.43 Uhr meldet sich ein Mann in der Leitstelle der Berufsfeuerwehr Trier und berichtet von einem möglichen Unglück: Ein Bekannter, 38 Jahre alt, befinde sich möglicherweise in Not. Er könnte in eine Grube in der Nähe des Trierer Westfriedhofs gestürzt sein.

Wie es zu dieser Situation kommen konnte, warum der Vermisste in eine Grube gestürzt ist und was er mitten in der Nacht beim Westfriedhof wollte, bleibt unklar. „Der Anrufer vermutete ein Unglück in einer Grube, konnte aber keine spezielle Grube nennen“, wird Uwe Konz, Pressesprecher der Polizei Trier, am Mittwoch erklären.

Viele Einsatzkräfte der Polizei, der Feuerwehr und der Rettungsdienste sind vor Ort. Foto: Florian Blaes

In der Nacht haben Bergung und Rettung Vorrang. Einsatzkräfte der Polizei und Feuerwehr brechen sofort auf, fahren zum Parkplatz des Westfriedhofs in der Wolfsgasse und starten dort eine Suchaktion.

Mit Taschenlampen durchsuchen sie den Friedhof und die angrenzende Anlage des Kleingartenvereins Trier-West. Die Einsatzkräfte suchen auch auf dem schwer zugänglichen und überwucherten Weg zur Maria-Hilf-Kapelle und durchleuchten die Wege zur Mariensäule auf dem Markusberg. Sie überprüfen den gesamten Waldbereich, soweit es ihnen in dem teilweise schwierigen Gelände möglich ist. Auch das alte Römergrab auf dem Westfriedhof haben sie im Blick. Doch sie haben keinen Erfolg, der Vermisste bleibt verschwunden.

Vermisstensuche_Trier_West. Foto: TV/Lambrecht, Jana

Um kurz nach 4 Uhr entscheidet die Einsatzleitung, einen Hubschrauber zu rufen, der das unwegsame und steile Gelände zwischen Trier-West und dem Markusberg mit einer Wärmebildkamera absuchen kann. Eine solche Kamera zeigt einen Menschen aufgrund seiner Körperwärme auch bei dunkler Nacht in leuchtendem Gelb und Orange. Um 4.30 Uhr trifft schließlich die Hubschrauberbesatzung ein und sucht das Gelände eine Stunde lang ab. Ebenfalls erfolglos.

Die Suchaktion wird bei Tagesanbruch neu gestartet. Der große Einsatzleitwagen der Berufsfeuerwehr positioniert sich in der Wolfsgasse. Von dort aus wird die Suche koordiniert, jetzt werden auch Hunde eingesetzt. Streifenwagen fahren die Straßen in Trier-West und dem Markusberg ab, Fußtrupps machten sich auf dem Weg. Neun Hunde der Polizei, der Berufsfeuerwehr und der Rettungshundestaffel Eifel-Mosel aus Wittlich suchen nach Spuren

Das Team aus Wittlich fährt mit den Hunden auf den Markusberg und durchkämmt den Waldbereich  rund um die Mariensäule. Waltraud Braun, eine der Hundeführerinnen erklärt: „Unsere Hunde durchleben eine mehrjährige Ausbildung. Während einer Suchaktion  lassen wir die Hunde im Wald laufen. Sobald sie einen Geruch von Menschen wahrnehmen, fangen sie an zu bellen und führen uns zu den Vermissten.“

Aber die Hunde schlagen nicht an.  Ab 10 Uhr fällt starker Regen. „Der Regen macht den Hunden nichts aus“, sagt die Hundeführerin. Hitze mache es den Tieren dagegen schwerer, konzentriert zu suchen.

Auch die Hunde der Polizei und der Feuerwehr suchen im Umfeld des Westfriedhofs und der Schrebergärten sowie im Waldbereich. Mehr als 50 Einsatzkräfte durchkämmen das unwegsame Areal – ohne Erfolg. Gegen 13 Uhr am Mittwoch stellt die Einsatzleistung die Suchaktion ein. „Nachdem die Einsatzkräfte  alle bekannten und potenziellen Aufenthaltsorte erfolglos ermittelt und abgesucht haben, wird die Suche vorerst eingestellt“, meldet die Polizei Trier.

Der Mann wird weiterhin vermisst. Seine Beschreibung: 38 Jahre alt, Glatze, Drei-Tage-Bart. Informationen über seine Kleidung und Statur gibt es nicht.

Suche nach 38-jährigem Vermissten in Trier vorerst eingestellt

Sollten keine konkreten neuen Hinweise auftauchen, scheint eine Fortsetzung der Suche zumindest aus aktueller Sicht unwahrscheinlich. „Zurzeit hat die Polizei weder Hinweise auf den Aufenthaltsort noch auf den Grund des Verschwindens oder den Gesundheitszustand des 38-Jährigen. Hinweise, die eine tatsächliche Gefährdungslage bestätigt hätten, konnten die Ermittler bis jetzt nicht gewinnen“, erklärt die Polizei Trier am Mittwoch kurz nach 13 Uhr. Daher suchen die Ermittler bisher auch nicht mit Namen und Bild nach dem Vermissten.