Unbekannte brechen ins Landesmuseum in Trier ein - Polizei sucht Täter

Kostenpflichtiger Inhalt: Alarm um 3.45 Uhr : Unbekannte brechen ins Landesmuseum in Trier ein - Polizei sucht Täter

Die Ermittlungen nach dem Einbruch in der Nacht zum Dienstag laufen auf Hochtouren. Gegen 3.45 Uhr waren Unbekannte in das Rheinische Landesmuseum in Trier eingebrochen. Was zerstört oder gestohlen wurde, wird derzeit untersucht.

Viel Zeit hatten die Täter nicht, die in der Nacht auf Dienstag gegen 3.45 Uhr in das Rheinische Landesmuseum in der Weimarer Allee in Trier eingebrochen sind: Als sie von einem Baugerüst aus an einem Anbau des Museums ein Fenster aufbrachen, meldete die Alarmanlage des Hauses den Einbruch direkt der Polizei. Auch ein Zeuge, der verdächtige Geräusche gehört hatte, informierte die Polizei.

„Alle verfügbaren Kräfte waren so schnell es ging vor Ort“, berichtet Polizeipressesprecher Uwe Konz. Zwischen der Alarmierung und dem Eintreffen der ersten Polizisten hätten nur wenige Minuten gelegen. Das Gebäude sei von außen gesichert und umstellt worden. Die Polizei verschaffte sich Zugang ins Museum um dort nach den Tätern zu suchen. „Es konnte aber niemand mehr aufgefunden werden. Der oder die Täter müssen das Museum auf einem uns noch unbekannten Weg verlassen haben“, sagt Konz. Das Haus verfüge über mehrere Notausgänge, die von innen zu öffnen seien.

Einbruch ins Landesmuseum: Interview mit Polizeipressesprecher Uwe Konz

Auch der angrenzende Palastgarten sei in der Nacht kontrolliert worden, Verdächtige seien allerdings nicht ausgemacht worden.

Ob die Täter Beute gemacht haben, steht noch nicht fest. „Das Museum ist groß und es gibt sehr viele Ausstellungsstücke“, sagt Polizeisprecher Konz. Die Einbrecher seien zudem mit brachialer Gewalt vorgegangen und hätten mehrere Zwischentüren im Museum aufgebrochen.

Von offensichtlichen Schäden an den Kunstgegenständen sei ihm noch nichts berichtet worden, sagt Polizeisprecher Konz. Zurzeit würden Museumsmitarbeiter in den Ausstellungsräumen kontrolliert, ob Exponate fehlen oder beschädigt sind.

Ein Spurensicherungsteam der Kriminalpolizei ist ebenfalls vor Ort. „Für die klassische Ermittlungsarbeit, zum Beispiel Fingerabdrücke nehmen. Vielleicht haben wir auch Glück und finden Schuhabdrücke, Wasser und Dreck könnten bei dem regnerischen Wetter zu solchen Spuren geführt haben“, sagt Konz.

Auch rund um das Museum sind Polizisten unterwegs und suchen die Grünstreifen und Parkplätze danach ab, ob der oder die Täter möglicherweise Dinge verloren oder weggeworfen haben.

Ob der Einbruch ein gezielter Versuch war, Kunstgegenstände zu rauben oder ob das Baugerüst, das vor dem seitlichen Anbau des alten Museums steht, den Tätern eine gute Zufallsgelegenheit geboten hat, durch die Fenster einzusteigen, könne bislang nicht gesagt werden. „Wir schließen keine der Möglichkeiten bislang aus“, sagt Konz. Einen Zusammenhang zum Einbruch in der vergangenen Nacht in die Nelson-Mandela-Realschule Trier-Süd dränge sich zur Zeit allerdings nicht auf.

Wie lange der „Tatort Museum“ wegen der Spurensicherung und Schadensaufnahme geschlossen bleiben muss, steht noch nicht fest. Am Dienstagvormittag mussten zahlreiche Touristen und auch Reisegruppen enttäuscht kehrt machen. Für ein Paar aus der Nähe von Köln ist es der zweite Kriminalfall, mit dem sie bei ihrem Kurzurlaub an der Mosel konfrontiert sind: „Gestern waren wir in Traben-Trarbach und lasen im Trierischen Volksfreund, dass dort kürzlich einer der größten Fälle von Internetkriminalität aufgeflogen ist. Und heute stehen wir vorm geschlossenen Landesmuseum in Trier, weil eingebrochen wurde. Dabei dachten wir, wir machen in einer beschaulichen Gegend Urlaub“, sagte der ältere Mann – mit einem Augenzwinkern.

Foto: h_st

Die Polizei hat eine Sonderkommission zum Museumseinbruch eingerichtet und bittet Zeugen um Hinweise unter Telefon 0651/9779-2290.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Der Einbruch im Landesmuseum Trier

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