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Unwetter in der Eifel: Feuerwehr bereitet sich auf Hochwasser vor

Wetter : „Sind in Alarmbereitschaft“: Eifel-Feuerwehren bereiten sich auf mögliches Hochwasser vor

Dem Südwesten drohen schwere Regenfälle und Unwetter. Im Eifelkreis bereiten sich die Feuerwehren auf alles vor. Besonders im Blick: die Flüsse. Wie die Prüm – ihr Pegel steigt vor allem im Süden.

Der Dienstag verlief zunächst ruhig in der Eifel: Es nieselte hier und da, erst gegen Mittag entwickelten sich aus dem Gedröppel in einigen Orten echte Regenschauer. Daraus könnte aber noch deutlich mehr werden. Katastrophenlage? Nicht auszuschließen.

Noch aber sind die Verantwortlichen bei den Eifeler Feuerwehren nicht im Alarm-Modus: „Wir harren der Dinge“, sagt Walter Thibol. Er ist Wehrleiter in der Verbandsgemeinde (VG) Arzfeld. Gegen Mittag meldet er „noch keinerlei Einsätze, von daher sind wir noch ganz entspannt“. Thibol weiß aber auch, dass sich das schnell ändern kann. Nur wann und wo, das sei die Frage. Und wie stark das dann werde: Laut Katwarn-App seien Niederschläge zwischen 30 und 180 Litern möglich. Eine große Spanne.

Besonders im Blick habe man natürlich „den Bereich Lünebach-Waxweiler, die Strecke entlang der Prüm“. Die trat zuletzt im Juni 2018 über die Ufer und richtete unter anderem am nahen Campingplatz Heilhauser Mühle vor Waxweiler erheblichen Schaden an. Ebenfalls unter vorsorglicher Beobachtung steht der Campingplatz in Waxweiler.

Feuerwehren in der VG Bitburger Land bereiten sich vor

Rüber in die VG Bitburger Land: „Wir haben unsere Feuerwehren an den Läufen der Prüm vorsorglich informiert“, sagt Wehrleiter Klaus-Peter Dimmer. In Alarmbereitschaft seien die Kameradinnen und Kameraden noch nicht, Niederschlagsmengen von 50 Litern pro Quadratmeter seien auch kein Problem. Kritisch werde es, wenn deutlich mehr Regen falle. „Wir haben 1850 Sandsäcke befüllt und verladen“, sagt Dimmer. Weitere 5000 Säcke halte man in Reserve.

Kurz: „Wir sind vorbereitet, die Leute sind informiert. Aber es ist nicht so, dass sie alle in den Gerätehäusern sitzen.“

Auch nicht in der VG Speicher: „Still ruht der See“, sagt Wehrleiter Arnold Faber. Dennoch: „Ich schaue auf die Lage und auf die Pegelstände an der Kyll. Aber da ist alles noch in Ordnung.“ Wie die meisten Feuerwehrkollegen rechnet auch er damit, dass sich die Situation in die Nacht oder den Mittwochmorgen hinein kritisch entwickeln könnte.

Lage in der VG Prüm: „Alle sind in Alarmbereitschaft“

Alexander Thiel, Wehrleiter der VG Prüm, ist im Urlaub. Aber auch dort bereitet man sich selbstverständlich vor: „Die Kollegen haben in Schwirzheim 1200 Sandsäcke am Raiffeisenlager befüllt“, sagt der Prümer Feuerwehrsprecher Manfred Schuler. „Die sind aufgeladen und stationiert bei der Feuerwehr Schönecken. Und eine Reserve liegt bei der Feuerwache Prüm.“

Zwar sitze noch niemand in der Einsatzzentrale. „Aber alle sind in Alarmbereitschaft und minutenschnell einsatzbereit.“

Willi Schlöder, Stellvertreter von Kreis-Feuerwehrinspekteur Jürgen Larisch, verzeichnet gegen Mittag noch nirgendwo einen Hochwasser-Einsatz. Aber man behalte die Lage im Blick, vor allem im südlicheren Teil des Eifelkreises: Denn dort führt die Prüm „schon relativ viel Wasser“, sagt Manfred Schuler.

Noch aber sind die Sandsäcke nicht ausgefahren: „Die Vorräte stehen bereit“ sagt Willi Schlöder. „Wir haben noch nichts vor Ort. Aber wenn das Wasser steigt, können wir sagen: Wir fahren’s da hin. Die Wehrführer wissen alle Bescheid.“

14.20 Uhr, Anruf in der VG Südeifel: Die Kommune, in der sozusagen alles zusammenkommt und -fließt, wie Wehrleiter Richard Wirtz sagt.  Sauer, Our, Nims, Prüm, Enz - stimmt. Auch dort aber gelte bisher: keine Panik. Der Pegel der Sauer stehe bei zwei Metern, laut Vorhersage sollen es maximal 2,50 Meter werden. Wirtz: „Das ist noch im grünen Bereich.“ Und wenn es mit dem Regen so bleibe wie am Nachmittag, „dann werden wir gut dran vorbeikommen“. Auf jeden Fall sei man gerüstet. Alle Ortsbürgermeister, durch deren Gemeinden Flüsse verlaufen, plus die Wehrführer, seien informiert.

Und nach dem Hochwasser von 2018 habe man auch technisch aufgestockt, unter anderem mit Pumpen und Sandsäcken. 2000 Stück sind aktuell befüllt, in Zusammenarbeit mit den luxemburgischen Kollegen in Echternach und in der VG Trierer Land. Weitere hat man in Reserve.

Das sei übrigens „eine tolle Aktion“, sagt Joachim Hönel, der Pressesprecher der Südeifeler Wehren: „Wir reden nicht nur über interkommunale Zusammenarbeit, wir leben sie auch.“

In der VG habe man außerdem ein Alarm- und Einsatzkonzept Hochwasser, „das wir pflegen und fortschreiben“, sagt Hönel. „Das hilft uns extrem weiter.“

14.45 Uhr im Eifelkreis: Es bleibt ruhig. Und das setzt sich fort, zumindest bis in den späten Nachmittag. Anruf gegen 17 Uhr bei Joachim Hönel von der Südeifeler Feuerwehr: „Bei uns ist Ruhe“, sagt er. Bis dahin verzeichnet er keine Einsätze. „Und bei den Pegeln tut sich so gut wie gar nichts.“

Aus der VG Bitburger Land bestätigt Klaus-Peter Dimmer: bislang keine keine besorgniserregende Entwicklung. „Da ist jetzt noch keine unmittelbare Gefahr.“