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Gewitter
Unwetter: Neidenbach und Niedermennig trifft es am härtesten

FOTO: TV / Agentur Siko
Niedermennig/Seiwerath/Neidenbach. Schon wieder Unwetter: In der Region sind am Mittwochabend zahlreiche Keller vollgelaufen. Besonders stark betroffen waren Niedermennig bei Konz und Neidenbach in der Eifel. Von Christian Kremer/Florian Blaes/Wilfried Hoffmann/Agentur Siko

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Nach dem Unwetter in Neidenbach am Mittwochabend geht es am Donnerstag ans Aufräumen in dem Dorf im Eifelkreis. Zahlreiche zerstörte Gegenstände müssen aus den Kellern geholt werden. Und man hofft, dass man trotz erneuter Unwetterwarnung heute verschont bleibt. Kein Wunder, war der Ort doch weitaus am stärksten betroffen im Eifelkreis. Dort standen durch das Unwetter, das gegen 17.30 Uhr einsetzte, viele Häuser unter Wasser. Laut Angaben von Willi Schlöder, der stellvertretender Wehrleiter der VG Bitburger Land ist und selbst in Neidenbach lebt, gab es 15 Einsatzstellen im Ort. Die rund 60 Helfer hatten bis gegen 22 Uhr jede Menge zu tun, um die voll gelaufenen Keller leer zu pumpen. Neben den Feuerwehren Rittersdorf und Neidenbach war auch das THW aus Bitburg dort im Einsatz.

Neben drei Zentimeter dicken Hagelkörnern sorgten insbesondere die Wassermassen für große Schäden. „Das Wasser konnte im Kanal nicht mehr abfließen und hat sich in die Keller gedrückt“, berichtet Schlöder. So etwas habe er in Neidenbach noch nie erlebt, sagt der 57-Jährige. Die Gewitterzelle habe direkt über dem gehangen. Offenbar sei das ein wirklich punktuelles Ereignisse gewesen, denn aus den umliegenden Orten seien keine schweren Schäden gemeldet worden. Auch in den weiteren Orten im Eifelkreis blieb es vergleichsweise ruhig.

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Ähnliche schlimm trifft es jedoch am Mittwochnachmittag das Konzer Tälchen, besonders den Stadtteil Niedermennig.

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Die Konzer Feuerwehreinsatzzentrale spricht gegen 17.40 Uhr von mehreren Einsätzen, die dort gerade laufen: Voll gelaufene Keller und ein umgestürzter Baum werden gemeldet. Ein Anlieger postet gegen 17.15 Uhr auf Facebook Fotos eines überfluteten Hauses, in dem das Wasser aus der Toilette und aus den Abwasserrohren in der Wand schießt.

In Niedermennig schlug der Blitz in eine Tanne ein. Anwohner der Straße „In der Maarwiese“ berichten von einm lauten Knall. Der Baum stürzte auf eine Stromleitung. Die Feuerwehr sicherte die Einsatzstelle ab, der Stromversorger unterbrach die Stromzufuhr. Die Stromleitung wurde anschließend freigeschnitten.

Unwetter Region Trier FOTO: TV / Florian Blaes

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Der Konzerbach stieg binnen Minuten stark an und überflutete Gärten und Wiesen. Von den Weinbergen her ergossen sich Wassermassen ins Tal und liefen in zahlreiche Keller und Wohnungen, unter anderem in den Straßen Im Sonnenschein, Zum Sonnenberg, Rieslingstraße.

Aus der Kanalisation drückte sich das Wasser nach oben. In einigen Häusern trat die braune Brühe aus den Toiletten und anderen sanitarischen Einrichtungen. Teilweise stand das Wasser in Kellern und Wohnungen bis zu 20 Zentimeter hoch.

In Oberemmel kam es auch zu starken Hagelschauern. Dort ergossen sich Wassermassen von „Im Steinborn“ bis zum Maximinerplatz. Hierbei wurde der Straßenbelag stark beschädigt und angehoben. Die Straße wurde gesperrt. Tiefe Löcher bildeten sich auf der Straße. Das Wasser kam aus dem oben gelegenen Wald und konnte über den Hochwasserschutz nicht mehr ablaufen, weil zu viel Laub und Geröll dabei waren.

Unwetter in der Region III - Land unter in Neidenbach FOTO: TV / Agentur Siko

Auf der L 139 zwischen Pellingen und Krettnach wurde die Straße zeitweise überschwemmt, ebenfalls die L 139 zwischen Pellingen und Franzenheim.

Unwetter in der Region II FOTO: TV / Wilfried Hoffmann

Im Einsatz waren rund 56 Einsatzkräfte aus Niedermennig, Krettnach-Obermennig, Stadt Konz, die FEZ Konz und die Führungsstaffel der VG Konz.

Die Unwetterschäden im Konzer Tälchen und in Neidenbach reihen sich ein in eine Serie von Vorfällen in den vergangenen Wochen. Erst in der Nacht von Donnerstag auf Freitag vor einer Woche hieß es in Tawern und Konz-Könen (beide Verbandsgemeinde Konz) sowie in weiten Teilen der Eifel und an der Sauer Land unter. Schwere Schäden gab es in Irrel, im Eifelzoo in Lünebach und in etlichen anderen Orten.

Vor zwei Wochen meldete der Ort Trassem (Verbandsgemeinde Saarburg) zwei schwere Erdrutsche innerhalb von zwei Tagen.

Weitere Unwetter sind für heute ab 12 Uhr angekündigt.