Versteckte Kamera auf Trierer Studihaus-Toilette: Das erwartet den Täter

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Mitte Dezember wurde bekannt, dass auf einer Unisex-Toilette im Studihaus in Trier eine versteckte Kamera installiert wurde, die auf die Toilette gerichtet war. Muss der Täter für das Installieren der Kamera ins Gefängnis?

Es war ein Fall, der nicht nur an der Universität Trier Aufsehen erregte: Am 6. Dezember vergangenen Jahres wurde beim Aufräumen nach einer Studenten-Party im Studihaus in Trier eine Kamera gefunden. Diese war auf einer Unisex-Toilette installiert – in einem Mülleimer versteckt und auf die Toilette gerichtet. 

Die Polizei Trier sucht weiter nach dem Installateur der Kamera. „Ein Tatverdächtiger konnte bislang nicht ermittelt werden“, sagt ein Sprecher auf TV-Nachfrage. Momentan würden die gesicherten Beweismittel von der Kriminalpolizei ausgewertet. „Das Ergebnis der Auswertung steht noch aus.“ Bislang seien auch keine Hinweise bei der Polizei eingegangen, die zur Aufklärung der Tat beitragen könnten.

Wie die Polizei mitteilt, ist durch das Installieren der Kamera der Tatbestand des Paragrafen 201a des Strafgesetzbuches erfüllt. Dieser regelt die „Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen“. Die Rechtsnorm besagt, dass sich derjenige strafbar macht, der „von einer anderen Person, die sich in einer Wohnung oder einem gegen Einblick besonders geschützten Raum befindet, unbefugt eine Bildaufnahme herstellt oder überträgt und dadurch den höchstpersönlichen Lebensbereich der abgebildeten Person verletzt“. Als Strafmaß sieht das Gesetz mindestens eine Geldstrafe vor, auch eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren ist möglich.

Bekannt wurde der Fall am 20. Dezember, als der Präsident der Universität Trier, Michael Jäckel, ein Schreiben an die Studenten verschickte. Wie der Uni-Präsident auf Nachfrage mitteilt, haben sich bislang keine Studenten bei ihm gemeldet. Dies könne jedoch auch damit zusammenhängen, dass vom 21. Dezember bis zum 5. Januar Winterferien gewesen seien: „Vielleicht gibt es nach der Weihnachtspause verwertbare Hinweise“, so Jäckel.

Es ist also weiterhin unklar, ob die Person auch Student an der Universität Trier ist. Sollte sich herausstellen, dass das so ist, dann erwarten ihn auch hier Konsequenzen. Schon im von Jäckel verschickten Schreiben hatte der Allgemeine Studierendenausschuss (AstA) mitgeteilt, dass es sich um einen „Akt sexualisierter Gewalt“ handele. Neben einem lebenslangen Haus- und Veranstaltungsverbot werde sich der AstA auch für eine Exmatrikulation des Studenten aussprechen.

Diese Möglichkeit, den Studenten von der Universität zu entfernen, bringt auch Michael Jäckel ins Spiel: „Sollten die Ermittlungen zu dem Ergebnis kommen, dass die verdächtigte Person an der Universität Trier eingeschrieben ist, wird ein Exmatrikulationsausschuss einberufen.“ Dieser setze sich aus einem vorsitzenden Mitglied mit der Befähigung zum Richteramt, je einem Mitglied aus der Gruppe der Hochschullehrer und der Studenten der Hochschule, sowie zwei weiteren Mitgliedern zusammen. Diese beiden sowie das vorsitzende Mitglied dürfen der Hochschule nicht angehören. Aber auch Jäckel muss abwarten: „Darüber kann aber erst entschieden werden, wenn die Verdachtsmomente eindeutig sind.“

Zeugen können sich weiterhin unter der Telefonnummer 0651/9779-2290 an die Kriminalpolizei Trier wenden.