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Kampfmittelräumdienst
Weltkriegsgranate detoniert beim Abtransport auf Autobahn in der Eifel (Update)

Eine Granate ist am Donnerstag in einem Transporter des Kampfmittelräumdienstes auf der Autobahn bei Laufeld explodiert. Die Granatsplitter durchschlugen die Heckklappe und das Dach.
Eine Granate ist am Donnerstag in einem Transporter des Kampfmittelräumdienstes auf der Autobahn bei Laufeld explodiert. Die Granatsplitter durchschlugen die Heckklappe und das Dach. FOTO: Polizei Trier
Laufeld. Eine vom Kampfmittelräumdienst aus Landscheid abtransportierte Weltkriegsgranate ist am Donnerstagnachmittag auf der A 1 bei Laufeld detoniert. Verletzt wurde niemand, drei Fahrzeuge wurden beschädigt. Von Joachim Engbrocks
Joachim Engbrocks

Die Granate war nach Angaben der Trierer Polizei zuvor in Landscheid gefunden und später vom Kampfmittelräumdienst aufgeladen worden. Sie sollte später im Lager des KMRD in Koblenz vernichtet werden. Gegen 17.40 Uhr sei die Granate dann mitten auf der Autobahn im abgeschlossenen Laderaum des Pickups des Kampfmittelräumdienstes detoniert. Dabei wurde der Pickup stark beschädigt. Splitter rissen Löcher in den Laderaum, getroffen wurden auch zwei weitere Autos, die in der Nähe des Pickups auf der A 1 unterwegs waren. Auch sie wiesen Spuren der Splitter auf.

Nach Angaben der ADD detonierte auf der Ladefläche eine 3,7 cm Sprenggranatpatrone 40 für die deutsche Panzerabwehrkanone (PAK). Dabei habe es sich um unbeschädigte und unverschossene Munition gehandelt, die nach Prüfung der Fachleute handhabungs- und transportfähig gewesen sei.

Eine Granate ist am Donnerstag in einem Transporter des Kampfmittelräumdienstes auf der Autobahn bei Laufeld explodiert. Die Granatsplitter durchschlugen die Heckklappe und das Dach, hier ein Blick auf die Ladefläche.
Eine Granate ist am Donnerstag in einem Transporter des Kampfmittelräumdienstes auf der Autobahn bei Laufeld explodiert. Die Granatsplitter durchschlugen die Heckklappe und das Dach, hier ein Blick auf die Ladefläche. FOTO: Polizei Trier

Eine Granate ist am Donnerstag in einem Transporter des Kampfmittelräumdienstes auf der Autobahn bei Laufeld explodiert. Die Granatsplitter durchschlugen die Heckklappe und das Dach.
Eine Granate ist am Donnerstag in einem Transporter des Kampfmittelräumdienstes auf der Autobahn bei Laufeld explodiert. Die Granatsplitter durchschlugen die Heckklappe und das Dach. FOTO: Polizei Trier

„Wir sind entsetzt, aber sehr erleichtert, dass niemand etwas passiert ist“, sagt Pressesprecherin Eveline Dziendziol von der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Trier, die für den Kampfmittelräumdienst zuständig ist. Warum die Granate explodierte, ist noch unklar. Dies werde derzeit untersucht. Gewöhnlich würden Granaten vor Ort kontrolliert gesprengt oder entschärft und dann abtransportiert. „So ein Vorkommnis hatten wir noch nie“, sagt Dziendziol. Der Pickup des Kampfmittelräumdienstes ist ein Fahrzeug mit spezieller Ausstattung, bei dem die Ladefläche für die Munition besonders gesichert und vom Fahrgastraum getrennt ist. Auf Fahrer- und Beifahrsitz saßen zum Zeitpunkt der Detonation zwei Mitarbeiter des Kampfmittelräumdienstes. Sie blieben ebenso unverletzt wie die Fahrer der beschädigten Autos in der Nähe. Am Pickup entstand Totalschaden.

Die ADD unterstrich in einer Presseerklärung, dass der Transport von Kampfmitteln strengen Auflage unterliege, die gesetztlich geregelt seien und vom Kampfmittelräumdienst streng beachtet würden.

„Bisher gab es in Rheinland-Pfalz glücklicherweise noch keine gravierenden Unfälle im Rahmen der Bombenentschärfung und -räumung, aber dieser Vorfall führt drastisch vor Augen, wie gefährlich, trotz aller Vorsicht, die Arbeit der Mitarbeiter des Kampfmittelräumdienstes ist“, sagt ADD-Präsident Thomas Linnertz.

Der Vorfall zeige, so Pressesprecherin Eveline Dziendiol, wie gefährlich der Fund von Weltkriegsmunition sei. „Das sind keine Souvenirs. Man kann die Gefahr durch solche Gegenstände, wie man sieht, gar nicht einschätzen.“ Immer wieder komme es vor, dass gefundene Munition mit nach Hause genommen werde. Wer so etwas entdecke, solle sofort die Polizei verständigen.

Der Kampfmittelräumdienst bearbeitet jährlich rund 900 Fundmeldungen, darin sind aber auch Falschalarmierungen. Im vergangenen Jahr wurden rund 41,8 Tonnen Kampfmittel gefunden und entsorgt.

Einen weiteren Einsatz hatte der Kampfmittelräumdienst am Donnerstag in Großlittgen. Dort waren Flaschen mit weißem Phosphor und Benzol gefunden worden. Die Experten sicherten die gefährliche Mischung und transportierten sie ab.