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Polizei Luxemburg
Wenn die Arrestzellen belegt sind ...

Luxemburg. Beim vierten Fall war kein Platz mehr: Die am Bahnhof angesiedelte Dienststelle der luxemburgischen Polizei der Hauptstadt hat in der Nacht von Freitag auf Samstag gleich mehrmals Personen in Gewahrsam nehmen müssen. Red

Los ging es am Freitagnachmittag mit einem Einsatz in einem Schnellimbiss in der Avenue de la Gare. Dort habe ein Mann randaliert und Kunden belästigt. Der Mann sei zwecks Eigensicherung in Handschellen gelegt worden. Es stellte sich heraus, dass der Mann unter Alkoholeinfluss stand und Stühle durch das Lokal warf. Nach einer ärztlichen Kontrolle wurde der Mann aufgrund der Umstände im Arrest untergebracht.

Etwa vier Stunden später, gegen 19 Uhr, mussten Beamte der gleichen Dienststelle erneut wegen eines Randalierers ausrücken, wie die Polizei mitteilt. Ein Mitarbeiter eines Supermarktes informierte die Polizei über einen stark alkoholisierten Mann, welcher sich weigern würde, das Geschäft trotz mehrmaligen Aufforderungen zu verlassen. Die Kundschaft sowie das Sicherheitspersonal würden weiterhin belästigt werden. Dabei stellte sich bei einer Untersuchung heraus, dass der Mann ein verpacktes Hühnchen in seiner Hose versteckt hatte, das er zuvor im Supermarkt gestohlen hatte. Er wurde anschliessend in der Ausnüchterungszelle untergebracht.

Gegen 22.30 Uhr wurden Sicherheitsbeamte des Bahnhofes mit einem Trunkenbold auf dem Polizeirevier vorstellig. Der Mann hatte angeblich im Bahnhofsinneren ein Pärchen angepöbelt. Auch auf der Dienststelle sei der „Trunkenbold“, so die Polizei, keiner der Aufforderungen nachgekommen. Der Mann machte lediglich Gebrauch von seinem Recht, eine Person seiner Wahl zu verständigen. Der angebliche Bekannte weigerte sich jedoch, ihn auf dem Revier abzuholen, so dass aufgrund der Umstände beschlossen wurde, den Mann im Arrest unterzubringen.

Gegen 4 Uhr morgens dann meldete sich eine Frau bei der Polizei, weil in der Rue de Strasbourg eine Person ihrem Mann etwas verkaufen habe wollen, und anschliesßend zum Schlag aufgeholt habe. Doch vor Ort stellte sich laut Polizei heraus, dass der Mann der Anruferin unter Alkoholeinfluss stand. Er sei angeblich von einem Drogendealer geschlagen worden, welcher jedoch nicht mehr vor Ort war. Der Mann beleidigte die Beamten, die weitere Informationen verlangten, und habe Drohungen ausgesprochen, das Problem selbst in die Hand zu nehmen.

Da er von seinem Vorhaben der Selbstjustiz nicht abzuhalten gewesen sei, sei auch dieser Mann im Arrest untergebracht worden, so die Polizei - allerdings in den Räumen einer anderen Dienststelle. Denn am Bahnhof saßen ja in dieser Nacht noch die drei vorherigen in ihren Zellen ...