Suchaktion in Wincheringen Geldautomat gesprengt: Polizei nimmt Verdächtige fest und lobt die Bevölkerung

Update | Wincheringen · Am frühen Montag ist in Wincheringen ein Geldautomat gesprengt worden. Die Polizei hat vor Ort mehrere Festnahmen bestätigt. Die Verdächtigen wurden in Gärten im Ort gefasst.

Wincheringen​: Geldautomat gesprengt: Polizei sucht Täter
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Geldautomat gesprengt: Polizei sucht Täter in Wincheringen

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Foto: Florian Blaes

Es sind Szenen wie aus einem Film, die sich am frühen Montagmorgen in Wincheringen abgespielt haben. Erst eine Explosion, dann ein Autounfall, anschließend eine mehrstündige Großfahndung und schließlich die Festnahme von drei Personen. Das ist die Bilanz des Pfingstmontags an der Grenze zu Luxemburg.

Alle begann um 4.40 Uhr, als in der Volksbank-Filiale in der Saarstraße ein Geldautomat gesprengt wurde. Die Täter arbeiteten sehr schnell, aber auch die ersten Notrufe sind zügig bei der Polizei eingegangen. Ein unmittelbarer Nachbar berichtete vor Ort, dass die Polizei und Feuerwehr zeitnah zur Stelle waren.

Die Flucht hätten sich die Täter dann wohl anders erhofft. Die Ortsdurchfahrt war am Morgen für den Verkehr noch voll gesperrt, da man in Wincheringen das Winzerfest Kellertage feiert. So sind die Täter mit einem hochmotorisierten BMW die kleine Straße Am Markt herunter gefahren. An der Ecke Bahnhofstraße hat der Fahrer dann die Kontrolle verloren und ist seitlich in den Mühlenbach gerutscht. Die Polizei teilte später mit, dass mindestens ein Täter sich verletzt haben muss, da man dort Blutspuren gefunden hat.

Geldautomat gesprengt und Unfall gebaut

Nach diesem spektakulären Unfall flüchteten die Täter zu Fuß von der Unfallstelle. Starke Polizeikräfte wurden nach Wincheringen geschickt. Mit einer großen Anzahl an Polizeifahrzeugen von Dienststellen aus der Region Trier und der Bundespolizei, aber auch mit Zivilfahrzeugen, wurde der Ort abgesucht. Es habe „eine hohe Wahrscheinlichkeit“ gegeben, dass sich die Täter noch in der Nähe aufhielten, erklärte die Polizei später. Für die Bevölkerung habe aber keine Gefahr bestanden.

Die Bevölkerung wurde aufgerufen, verdächtige Bewegungen im Bereich von Gebäuden, Scheunen und abgelegenen Arealen der Polizei zu melden. Zugleich wies die Polizei darauf hin, dass man keinen Kontakt zu verdächtigen Personen aufnehmen soll.

Auch ein Polizeihubschrauber war über Stunden in der Luft und hat die Kräften am Boden mit der Kamera unterstützt. Unterdessen wurde die Spurensicherung an der Volksbank und dem Unfallauto aufgenommen. Auch Delaborierer, Spezialkräfte der Polizei, untersuchten das Unfallauto auf mögliche Sprengstoffrückstände. Am Geldautomaten gab es die gleichen Untersuchungen.

Hubschrauber kreiste während der Fahndung über Wincheringen

In Ort herrschte eine große Unruhe. Elmar Schömann, Ortsbürgermeister von Wincheringen, ist selbst Polizist und erklärte: „Ich wurde am frühen Morgen von der Feuerwehr informiert und bin dann zur Örtlichkeit geeilt. Schnell waren überall die Polizeikräfte, um die Täter zu suchen und auch zu finden. Die Menschen sind selbstverständlich unruhig, wenn man sieht, dass stundenlang ein Hubschrauber über dem Ort kreist und in fast jeder Straße ein Polizeifahrzeug zu sehen ist.“ Vor Ort war zu sehen, dass die Polizei unter anderem Mülltonnen, Wiesen und Gewässer durchsuchte. Zudem wurden an der deutsch-luxemburgischen Grenze auch Grenzkontrollen eingerichtet, vor allem an der Grenze Wincheringen/Wormeldingen. Der Ortsbürgermeister machte allerdings schon vor der offiziellen Bestätigung der Festnahmen klar: „Wir lassen uns nicht einschüchtern. Das ist auch nicht notwendig. Unsere Kellertage gehen heute auch weiter. Die Polizei hat bisher schon sehr gute Arbeit geleistet!“

Drei Festnahmen in Wincheringen

Und dann gab es zur Mittagszeit die Eilmeldung im Ort. Drei Tatverdächtige konnten in Gärten mitten in Wincheringen festgenommen werden. Die Polizei führte diesen Erfolg später auf den hohen Fahndungsdruck und vor allem auch auf das aufmerksame Verhalten der Bevölkerung zurück. „Mehrere Anwohner konnten konkrete Hinweise zum Aufenthalt ortsfremder Personen und zu verdächtigen Wahrnehmungen geben“, erklärte hierzu die Polizeiinspektion Saarburg.

Ob und inwieweit die festgenommenen Personen der Tat zuzurechnen sind, müssen die Ermittlungen noch ergeben. Auch liegen zur Schadenshöhe und der Tatbeute bisher keine Informationen vor. Dies ist Gegenstand der noch andauernden kriminalpolizeilichen Ermittlungen.

Im Einsatz waren am Montag Kräfte vom Rettungsdienst Saarburg sowie den freiwilligen Feuerwehren aus Wincheringen und Ayl. Die Polizei war mit Kräften aus Trier und Saarburg vor Ort, unterstützt von der Bundespolizei Trier als auch der Polizei Luxemburg.

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