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Blaulicht
Verheerendes Feuer in Rommersheim-Ellwerath bei Prüm

FOTO: Feuerwehr Prüm
Rommersheim-Ellwerath. Ein ehemaliges landwirtschaftliches Anwesen in Rommersheim-Ellwerath bei Prüm ist am Dienstagabend in Brand geraten. Eine fünfköpfige Familie konnte sich unverletzt in Sicherheit bringen. 130 Einsatzkräfte kämpften bis tief in die Nacht gegen die Flammen. Von Fritz-Peter Linden und Marcus Hormes
Fritz-Peter Linden

Großbrand an einem heißen Sommerabend in Ellwerath: Am Ende wird daraus für Feuerwehren, DRK, Polizei und THW Bitburg ein Einsatz über mehr als acht Stunden. Um 2.30 Uhr erst können die 130 Retter den Unglücksort verlassen – ein ehemals landwirtschaftliches Anwesen am Ortsrand des kleinen Dorfs hoch über Niederprüm.

Die Gebäude – ein Wohnhaus, eine Scheune, ein Stallanbau – gehören einer Familie, die dort mit drei ihrer sieben Kinder lebt. Und die seit vielen Jahren in den Orten der Umgebung den Volksfreund austrägt.

Die Katastrophe wird gegen 18 Uhr am Dienstag bemerkt – als bereits Flammen aus dem Scheunendach hinauflodern. „Zahlreiche Anrufe“, sagt Manfred Schuler von der Freiwilligen Feuerwehr Prüm, seien kurz nach 18 Uhr bei Wehr und Polizei eingegangen, um den Brand zu melden. Sie rücken aus – und sehen „schon beim Eintreffen aus Richtung Niederprüm die große Rauchsäule aufsteigen“.

FOTO: Freiwillige Feuerwehr Prüm

Die Scheune steht im Vollbrand: „Die Flammen schlugen aus dem Dach und griffen dann auf den Dachstuhl des Wohnhauses über“, sagt der Sprecher der Prümer Wehr. Und sie fressen sich schnell weiter: Auch das Haus fällt ihnen großenteils zum Opfer. Der Stallanbau gerät ebenfalls in Brand. Und gegen 19.30 Uhr stürzt die brennende Scheune zusammen.

FOTO: Medienhaus Trierischer Volksfreund / Fritz-Peter Linden

Die Familie kann sich nach draußen retten, alle bleiben unverletzt. Allerdings erleidet ein Feuerwehrmann infolge der Hitze und vermutlich wegen Dehydrierung einen Zusammenbruch. Das Gleiche passiert einer Angehörigen der Bewohner, die zum Brandort geeilt war. Beide, sagt Oswald Benzel vom DRK, habe man behandelt und betreut, inzwischen gehe es ihnen wieder besser.

FOTO: Fritz-Peter Linden

Wegen der schwierigen Wasserversorgung – zudem herrscht zu wenig Druck auf den Leitungen – helfen die Landwirte aus der Umgebung, mit großen Fässern bringen sie immer wieder Wasser herbei. Die Arla-Molkerei aus dem nahen Pronsfeld schickt zwei ihrer großen Tankzüge zur Einsatzstelle.

FOTO: Medienhaus Trierischer Volksfreund / Fritz-Peter Linden

Aus der gesamten Eifel treffen immer mehr Wehren ein. Am Ende sind es 15: Rommersheim, Prüm, Niederprüm, Bitburg, Gerolstein, Jünkerath, Kyllburg, Bleialf, Schönecken, Wallersheim, Fleringen, Watzerath, Waxweiler, Giesdorf – und die Kameraden aus Auw, die während der Löscharbeiten die Prümer Wache besetzen.

FOTO: Fritz-Peter Linden

Bald steht fest: Die Wehrleute können die stark gefährdeten Nachbarhäuser in der Straße gegen das Feuer abschirmen. Auch das ist keine leichte Aufgabe: Denn der Wind droht immer wieder die Flammen hinüberzuwehen, eine Baumgruppe zwischen den Häusern haben sie bereits erreicht.

FOTO: Medienhaus Trierischer Volksfreund / Fritz-Peter Linden

Entwarnung also an einer Stelle, der Einsatz aber geht noch lange weiter. Was auch daran liegt, dass die Wehrleute wegen der verbauten Zufahrt die Drehleiter nicht in Stellung bringen können. Zwar schicken sie immer wieder Löschschaum in die brennenden Gebäude, das hilft, und dennoch: „Das Feuer ist noch nicht unter Kontrolle“, sagt Walter Faasen, der stellvertretende Wehrleiter der Verbandsgemeinde (VG) Prüm. Da ist es 20.30 Uhr, und vor den Einsatzkräften liegen noch sechs weitere, anstrengende Stunden.

FOTO: Fritz-Peter Linden

Am Morgen danach steht fest: Das Feuer hat kaum etwas übrig gelassen. „Es ist alles kaputt“, sagt der 54-jährige Besitzer zum TV. „Die Nebengebäude sind so gut wie abgebrannt, im Haupthaus ist der Dachstuhl abgebrannt, die zweite Etage ausgebrannt. Alle, die davon Ahnung haben, sagen: Da wird wohl der Bagger kommen und alles plattmachen.“

FOTO: Fritz-Peter Linden

Das einzig Positive: „Wir sind mit dem Leben davongekommen, das ist das Wichtigste“, sagt der Familienvater. Und dankt den Einsatzkräften und den Bürgern von Ellwerath: „Das Dorf hat sowas von zusammengehalten – das war wirklich gut. Jeder hat uns seine Hilfe angeboten.“

Die Brandursache bleibt unklar, die Kriminalinspektion Wittlich hat die Ermittlungen übernommen. Die kriminaltechnische Untersuchung, sagt Sprecherin Susanne Simonis, könne erst am Donnerstag vorgenommen werden, da zunächst noch nicht alle Gebäudeteile betretbar waren. Der Sachschaden ist immens, die Polizei rechnet ersten Schätzungen zufolge mit mehr als 100 000 Euro.