Eifelstrecke war gesperrt Nach schwerem Zugunglück: Waren die Arbeiter ohne Genehmigung im Gleis?

Köln · Bei dem schweren Zugunglück mit Toten bei Köln ist Anfang Mai ein Zug in eine Gruppe von Menschen gefahren. Die Eifelstrecke war teilweise gesperrt. Jetzt gibt es neue Erkenntnisse.

Nach dem Zugunglück mit zwei Toten südlich von Köln gehen heute die Ermittlungen zu Ursache und Hergang weiter. Der Intercity (IC) hatte bei Hürth zwei Arbeiter erfasst. Die beiden starben noch vor Ort.

Nach dem Zugunglück mit zwei Toten südlich von Köln gehen heute die Ermittlungen zu Ursache und Hergang weiter. Der Intercity (IC) hatte bei Hürth zwei Arbeiter erfasst. Die beiden starben noch vor Ort.

Foto: dpa/Federico Gambarini

Die beiden Arbeiter, die am vergangenen Donnerstag in Hürth bei Köln von einem Zug erfasst und getötet wurden, hielten sich nach „Bild“-Informationen ohne Genehmigung im Gleis auf. Eine Sperrung sei zwar beantragt, aber abgelehnt worden, berichtete die „Bild“-Zeitung. Warum die Bauarbeiter dennoch die Strecke betreten hätten, um das abgesackte Gleis zu stabilisieren, sei nun Teil der Ermittlungen.

Kurze Bauarbeiten im Gleis erlaubt, jedoch nur mit besonderer Genehmigung

Der „Kölner Stadt-Anzeiger“ berichtete am Mittwoch, kurzfristige Arbeiten im Gleis würden zwar grundsätzlich gestattet, jedoch nur, wenn sichergestellt sei, dass die Zeitspanne zwischen zwei Zügen lang genug sei. Nur dann könne der Fahrdienstleiter die Genehmigung erteilen. Und auch dann sei das Betreten der Gleise nur erlaubt, wenn Sicherungsposten den Bautrupp begleiteten. Die Staatsanwaltschaft Köln wollte die Berichte am Mittwoch nicht kommentieren.

Schweres Zugunglück Anfang Mai: Zwei Tote bei Bahn-Einsatz nahe Köln

Ein Intercity hatte die Arbeiter am Donnerstagvormittag erfasst. Die beiden Männer im Alter von 27 und 31 Jahren starben noch am Unfallort. Die Eifelstrecke waren während der Rettungsarbeiten zeitweise gesperrt. Wie ein Bahnsprecher mitteilte, waren auf der Tagesbaustelle Kabelbauarbeiten vorgesehen. Grundsätzlich wird laut Bahn für jede Baumaßnahme ein individueller, an die örtlichen Gegebenheiten angepasster Sicherungsplan erstellt. Das gelte selbstverständlich auch für Tagesbaustellen. Die Baustellenteams werden demnach durch technische Sicherungsmaßnahmen wie zum Beispiel automatische Warnsysteme oder durch menschliche Sicherungsposten geschützt, die das Team bei Gefahren direkt warnen.

(dpa)
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