Zwei Menschen in überflutetem Tunnel in Wittlich eingeschlossen – Wehren in der Vulkaneifel im Dauereinsatz (Update 15.20 Uhr)

Dauerregen : Zwei Menschen in überflutetem Tunnel in Wittlich eingeschlossen – Wehren in der Vulkaneifel im Dauereinsatz

Ein heftiger Dauerregen hat in Wittlich und an der Mosel am Wochenende für zahlreiche Feuerwehreinsätze gesorgt. Die B 53 war wegen Geröllmassen gesperrt. In Wittlich waren in einem überfluteten Tunnel zwei Menschen in ihrem Auto eingeschlossen.

 Viel zu tun für die Kräfte der Feuerwehr in der Nacht von Samstag auf Sonntag. Über dem Stadtgebiet von Wittlich bildete sich gegen Mitternacht ein Regengebiet, welches punktuell über der Stadt hängen blieb und erst zum frühen Morgen Richtung Eifel weiterzog.  

So kam es gegen 0.30 Uhr zu einem ersten dramatischen Rettungseinsatz für die Feuerwehr. In einer Unterführung in der Straße Klausener Weg unter der L 141 sammelte sich das Wasser bis zu eineinhalb Meter hoch.

In dieser Unterführung im Klausener Weg in Wittlich hatte sich das Wasser bis zu eineinhalb Meter hoch gesammelt. Zwei Personen  wurden in ihrem Auto eingeschlossen. Feuerwehrleute konnten sie befreien. Foto: Feuerwehr Wittlich

Ein Fahrzeug bemerkte die Hochwasserlage in der Unterführung zu spät und fuhr in die Überflutung hinein. Die beiden Fahrzeuginsassen wurden in ihrem Auto eingeschlossen. Mit einem Schlauchboot rückten die Einsatzkräfte an, um die beiden aus ihrer Lage zu befreien. Die beiden Menschen konnten schließlich unverletzt gerettet werden.

An dem Fahrzeug entstand hoher Sachschaden. Die Unterführung wurde anschließend gesperrt und das Auto am Sonntagmorgen geborgen.

Nach und nach gingen mehr Notrufe über überflutete Keller und Untergeschosse von Wohnungen und Häusern ein. Diese wurden nach und nach durch die Einsatzkräfte mit Pumpen leer gepumpt. Neben den Wohnhäusern liefen auch eine Bar am Marktplatz und ein Restaurant in der Römerstraße voll mit Wasser. Hier wurden gleich mehrere Tauchpumpen eingesetzt.

Im Flürchen in Wittlich-Dorf ergossen sich Wassermassen von Feldern und Wiesen kommend in das Wohngebiet, die zu Überschwemmungen führten. Gegen 7.30 Uhr nach sieben Stunden waren auch die letzten Einsatzstellen, insgesamt waren es über 20 Stellen, für die Feuerwehr abgearbeitet.

Doch an Ausruhen war nicht zu denken. Schon eine Stunde später mussten die Kräfte abermals zu einem vollgelaufenen Heizungskeller in einem Restaurant in der Trierer Straße zum abpumpen ausrücken.

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes fielen in Wittlich in den letzten 24 Stunden bis zu 92,5 Liter Regen pro Quadratmeter. Der staubtrockene und harte Boden ließ das Wasser förmlich oben abfließen.

Nicht nur in Wittlich hatte der Regen für Probleme gesorgt. Auf der B53 zwischen Ürzig und Kinheim kam es in der Nacht zu einem Erdrutsch. Geröllmassen ergossen sich aus den steilen Weinbergen ins Tal und überfluteten die Bundesstraße komplett. Diese wurde daraufhin gesperrt.

Der LBM hatte diese am frühen Sonntagmorgen mit einem Bagger wieder freigeräumt.

In einer Kolonne fuhren der Bagger, ein LKW mit Kran und ein Sicherungsfahrzeug des LBM entlang der Mosel viele Stellen ab, an denen es zu kleineren Erdrutschen und Behinderungen kam.

Wie hoch die Schäden in den Weinbergen sind, ist derzeit noch unklar.

Zu einem umgestürzten Baum  ist die Feuerwehr Longkamp um kurz nach Mitternacht ausgerückt. Eine kurze Spitze eines Baumes ragte auf die Straße, der Ast wurde von der Wehr mit einem Schnitt beseitigt.

 Die Feuerwehren der VG Gerolstein waren am Wochenede ebenfalls im Dauereinsatz. Am Freitagabend  wurde ein Dach abgedeckt, Wasser drang in ein Gebäude ein, es gab mehrere umgestürzte Bäume. Am Sonntag kam es gegen  zwei Uhr morgens zu heftigem Starkregen in Niederehe. Mehrere Keller liefen voll Wasser, Kanaldeckel hoben sich aufgrund der Wassermassen, Straßen wurden von Geröll überschwemmt, und an einer Brückenbaustelle kam es zu Unterspülungen, weshalb eine Straßenlaterne umkippte. In einem Hotel standen das Kellergeschoss und der Heizungsraum unter Wasser.

Für die Wehrleute der Feuerwehr Niederehe besonders bitter: Ihr eigenes Feuerwehr-Gerätehaus stand knöchelhoch voll Schlamm. Weitere Einsatzstellen lagen in Ahütte, Kerpen, Stroheich und Zilsdorf. Im Einsatz waren die Wehren aus Hillesheim, Kerpen, Leudersdorf, Niederehe, Oberehe, Stroheich, Üxheim, Zilsdorf sowie die Feuerwehr-Einsatzzentrale Hillesheim. Unterstützung kam auch von der Feuerwehr Lissendorf, die weitere Hochwasser-Schutzpumpen des Landkreises vor Ort brachte.

Am Sonntagmittag war der in der Nacht mit Wasser vollgelaufene Tunnel unter der L141 noch gesperrt. Foto: Petra Willems. Foto: TV/Petra Willems
Nach dem Felssturz ist die Auffahrt zur Burg Landshut gesperrt. Foto: TV/Florian Blaes

Keine Einsätze meldete hingegen am Sonntagmorgen Stephan Christ, Wehrleiter der VG Wittlich-Land. „Alles sauber“, sagte Christ auf TV-Nachfrage.

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