Bombenentschärfung: "Es war etwas schwieriger als üblich"

Bombenentschärfung: "Es war etwas schwieriger als üblich"

Ein abgebrochener Zünder hat das ganze Können der Sprengstoffexperten erfordert, die in der Nacht zum Dienstag im Ehranger Hafen ein Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft haben (der TV berichtete). Die Kosten für den logistischen Großeinsatz tragen die Stadt Trier und das Land.

Trier. Die entscheidenden Minuten der Bombenentschärfung nähern sich. Zehn Stunden sind vergangen, seit Bauarbeiter am Montagmittag auf dem Gelände der Trierer Hafengesellschaft auf einen Sprengkörper gestoßen sind (und nicht wie zunächst von der Stadt mitgeteilt auf dem Firmengelände Steil). Etliche Absprachen zwischen Polizei, Wasserschutzpolizei, Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und den anliegenden Firmen sind inzwischen getroffen.
Um die Fundstelle herum ist im Radius von 300 Metern ein Sperrgebiet ausgewiesen. Alles ist vorbereitet - beim Krisenstab, der seine Einsatzzentrale in der Feuerwehrwache am Barbara-Ufer hat, herrscht Ruhe.
An der etwa sechs Kilometer Luftlinie entfernten Bombenfundstelle konzentrieren sich die Experten des Kampfmittelräumdienstes (KMRD) voll auf ihre gefährliche Arbeit. Die Männer haben keine Zeit, die Einsatzzentrale auf dem Laufenden zu halten. Fast eine halbe Stunde lang weiß der Krisenstab unter der Leitung von Dezernent Thomas Egger daher nicht, wie die Sache läuft.
Der erlösende Anruf


Um 23.30 Uhr dann der erlösende Anruf: Die zweieinhalb Zentner schwere, 91 Zentimeter lange und 27 Zentimeter dicke Bombe ist unschädlich gemacht. "Es war etwas schwieriger als üblich", sagt Dietmar Schmid vom KMRD. Ein Zünder sei beschädigt gewesen und beim Entfernen abgebrochen. "Aber wir wussten mit der Situation umzugehen", erklärt der Bombenexperte. Einen vier Meter großen Krater hätte der Sprengkörper ins Erdreich reißen können. Die wegfliegenden, brennenden Splitter hätten wohl große Schäden verursacht.
Sofort nach der Entwarnung kann das Sperrgebiet aufgehoben werden. Die Bombe wird in einen Spezial-LKW verladen und ins Sprengstofflager des KMRD bei Koblenz gebracht. Die zehn Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks, die seit 18 Uhr im Einsatz sind, dürfen zurück zu ihren aufwendigen Lichtanlagen, die aus einem Dieselaggregat gespeist werden und mit insgesamt 26 000 Watt die Bombenfundstelle ausleuchten. Und auch die rund 80 Arbeiter des Trierer Stahlwerks, die für mehr als eine Stunde ihre Nachtschicht unterbrechen mussten, können zurück an ihre Maschinen.
Der Autozubehör-Hersteller GKN Driveline lässt die Nachtschicht ganz ausfallen. Bei der Firma Steil ist die letzte Schicht um 22.30 Uhr zuende gegangen - ein Grund für den späten Termin der Entschärfung. "Wir haben das mit den Firmen und den Arbeitsabläufen im Hafen abgestimmt. Das lief alles sehr kooperativ", stellt Dezernent Egger fest.
Entschädigt werden die Firmen nicht für die Ausfälle. Anders als bei üblichen Altlasten-Entsorgungen müssen Geländebesitzer - in diesem Fall die Trie rer Hafengesellschaft - allerdings nicht die Kosten für die Entsorgung der Bombe tragen. Der Einsatz von Feuerwehr, Polizei und Kampfmittelräumdienst geht zulasten von Stadt und Land.
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