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Borderlands The Pre-Sequel

Borderlands The Pre-Sequel

Frei nach dem Motto "Mehr ist mehr!" schmeißt 2K den nächsten Ableger der abgedrehten Weltraumballerei auf den Markt. Welche kleinen Veränderungen dabei das Spielgefühl umkrempeln, zeigt der Test.

"Jack is back!" Einer der wohl fiesesten, aber dennoch charmantesten Schurken der Videospielgeschichte ist wieder da. Kenner von "Borderlands 2" werden die sarkastischen Sprüche von Handsome Jack sicherlich bereits vermisst haben. Nun beschert euch 2K den nächsten Ausflug nach Pandora - oder besser gesagt dessen Mond.

Asynchron.

Nein, es ist kein dritter Teil - persönlich kann ich es kaum erwarten, Borderlands in schicker Auflösung auf der Xbox One oder PS 4 zu spielen - und nein, es ist auch kein Add-On für den zweiten Teil - auch wenn es den Anschein macht. "The Pre-Sequel" ist ein eigenständiger Titel, der allerdings auch als sehr sehr sehr umfangreiches Add-On gesehen werden könnte. Denn spielerisch hat sich nicht sonderlich viel getan - die wenigen Veränderungen rocken aber dennoch. Selbst von der Story her befindet man sich immer noch im gleichen Dunstkreis der Erzählungen des Vorgängers bzw. Nachfolgers.

Machen wir also klar Schiff: Wie der Titel bereits auf durchgedrehte Art verrät, geht es diesmal um die Vorgeschichte des zweiten Abenteuers. Spieler können miterleben, wie Handsome Jack zu dem Bösewicht geworden ist, der euch in Teil 2 ständig schikaniert hat -Denn Jack war nicht immer böse…

Neue Schurken braucht das Land.

In der Haut von vier neuen Charakteren - die schiesswütige Nisha, die standhafte Athena, der rabiate Wilhelm und der… naja, der tollpatschige Roboter Claptrap eben - erlebt ihr die Geschehnisse rückblickend. Auf dem Mond von Pandora sollt ihr die Interessen von Hyperion durchsetzen. Und so ein Himmelstrabant bringt einige Veränderungen mit sich. Wer nicht gerade Claptrap als Charakter gewählt hat, muss sich um das Atmen in der neuen Umgebung kümmern. An verschiedenen Punkten der Karte dürft ihr immer wieder euren Sauerstofftank auffüllen. Ist er leer, werdet ihr früher oder später ein Problem haben.

Damit aber nicht genug: Die Anziehungskraft dort oben ist weitaus geringer als auf Pandora. Soll heißen: Mit einem beherzten Sprung überquert ihr nun kinderleicht breite Schluchten. Ein damit verbundenes neues Feature: Wer hoch in der Luft bzw. Atmosphäre ist, kann seine Düsen einsetzen und sich geradewegs nach unten auf den Boden katapultieren, um dort Schaden anzurichten. Selbst habe ich mich dabei ertappt, wie ich ganze Horden von Gegnern allein mit Claptraps rostigem Hinterteil ins Jenseits geschickt habe - wo bitte könnt ihr das sonst haben?! Weitere kleine Details, wie das Öffnen von Kisten an der Mondoberfläche, tragen zur Atmosphäre bei: Anstatt langsam aufzugehen, fliegen die Deckel der Behälter mit einem sanften Bloppen weg - froh nicht mehr unter solchem Druck zu stehen.

Feintuning mit Unterhaltungswert.

Neben den Millionen von verschiedenen Waffenkombinationen, die ihr aus den Vorgängern kennt, gesellen sich nun auch Laser und Eiskanonen ins bunte Arsenal der Weltraumtruppe. Ist zwar nichts weltbewegendes, aber spaßig allemal. Apropos spaßig: Die Charakterentwicklung - immerhin sind wir hier in einem Shooter mit Rollenspielanteil - gestaltet sich wie immer ganz unterhaltsam. Die Spezialfähigkeiten erfinden ebenfalls das Rad nicht neu, reihen sich aber in die Tradition ihrer Vorfahren ein. Ein kleines Highlight ist Claptraps Special, bei dem ihr vorher nie genau wisst, was passiert: Je nach Situation passt der Roboter seine Systeme dem Geschehen auf dem Bildschirm an. Von mehr Schutz über höheren Schaden bis hin zu explosiven Argumenten überrascht euch der gelbe Kasten jedes Mal.

Und natürlich müsst ihr wieder nicht alleine spielen: Denn mit Freunden erhöht sich das bunte Treiben auf dem Mond exponentiell. Bis zu vier Spieler können online den fiesen Aliens in den Hintern treten - von zuhause aus dürft ihr immerhin gemeinsam mit einem Freund auf Entdeckertour gehen.

Fazit.

Fassen wir kurz zusammen, um euch zu zeigen, was euch diesmal erwartet: Mehr neue Waffen, weniger Anziehungskraft, Po-Platscher auf eure Feinde, erweiterte Skill-Trees der vier neuen Charaktere, eine irrwitzige Story, eine charmante Comic-Grafik, krachende Multiplayer-Action, ein tollpatschiger Roboter und rund 30 Stunden Spielzeit für einen (!) Durchgang. Wem dieses Angebot zusagt, sollte unbedingt zugreifen. Zumal verkürzt es die Wartezeit auf einen hoffentlich bald angekündigten dritten Teil. Bis dahin lass ich es aber auf dem Mond ordentlich krachen.

Matthias Probst

Genre: Rollenspiel-Shooter

Für: PS 3, Xbox 360, PC // Entwickler: Gearbox // Publisher: 2K Games // Spieler: 1-4 // Online: ja // USK: Ab 18 Jahren // Internet: borderlandsthegame.com