Bratäpfel, Limonade, Mondlandung!

Bratäpfel, Limonade, Mondlandung!

Ich kann mich noch lebhaft erinnern: Es war der Eintritt in eine neue siebte Dimension. Ein Frühsommerabend, zu Gast eine amerikanische Austausch-Schülerin, was das gemeinsame Erlebnis noch vertiefte.

Dicht gedrängt saßen wir vor der Glotze: fünf Mädchen im Alter von 9-19 Jahren, dahinter wir Alten. Die erregenden Bilder flimmerten vor unseren Augen - wird es gutgehen?

Die letzten Sekunden zogen sich wie Stunden. Endlich der Bodenkontakt. Das Ausfahren der Leiter: Der erste Mensch betritt den Mond! Eine Explosion muss in uns vorgegangen sein. Wir schrieen und tanzten und umarmten uns. Wir hatten den ersten Schritt ins All getan.

Annette Craemer

Trier

Unter mir der Wohnzimmerteppich, über mir die Tischplatte unseres höhenverstellbaren Couchtisches und vor mir das Weltall - eingefangen in unserem neuen abschließbaren Körting-Fernsehschrank. Meine Eltern haben mich geweckt, damit ich dieses Ereignis miterleben kann. Das Gefühl, einen großen Schritt der Menschheit mitzugehen, hat sich aller vor dem Fernsehgerät bemächtigt. Das Bild ist verrauscht, der Ton ist schlecht - Geschichte wird in diesem Moment ins Schwarz-Weiss geschrieben. Wie auch sonst? Hinterher mit "small steps" zurück ins Bett. Heute noch Ergriffenheit und Gänsehaut - und eine Ahnung von der Macht von Visionen.

Franz-Rudolf Molitor

Mürlenbach

Die ganze Familie stand mal wieder "mitten in der Nacht" auf. Aber nicht - wie damals so oft -, um einen Boxkampf von Mohammad Ali im Fernsehen live mitzuerleben. Diesmal wollten wir bei der ersten Mondlandung am Bildschirm mit dabei sein. Weil meine Eltern wie die meisten damals nur ein Schwarz-Weiß-Gerät besaßen, fuhren wir in Daun vom `"Leyen" aus ins "Untere Daufeld", wo eine befreundete Familie lebte, die bereits einen Farbfernseher hatte.

Und weil diese Familie aus den USA stammte, wurde der einmalige Anlass würdig gefeiert: Die Wohnung war mit Girlanden in den Landesfarben geschmückt, und große Sternenbanner waren aufgestellt. Entsprechend groß wurde auch aufgetischt; so, wie wir es von diesen Amerikanern schon von ihren Erntedankfesten her kannten. Die versammelten Männer - es waren derer viele - feierten die geglückte Mondlandung mit (reichlich viel) Whisky, die Frauen tranken Likör und Sekt. Und wir Kinder (ich war 13 Jahre alt) freuten uns über die Unmengen an Leckereien und dass wir nicht in die Schule mussten. Es waren Sommerferien.

Uli Diederichs

Manderscheid

Die erste Mondlandung erlebte ich in den späten Abendstunden am Radio. Ich war zu dieser Zeit im Rahmen der Entwicklungshilfe in Tak (Nordthailand) an einem Technical Institute als Trainer und Research- Ingenieur beschäftigt. Um die aktuellen Nachrichten aus Deutschland hören zu können, hatte ich einen Kurzwellenempfänger, mit dem ich auch die Deutsche Welle empfangen konnte. Die Empfangsbedingungen über dieses Gerät waren abhängig von der Tageszeit sicherlich nicht besser, als die Funkverbindung der Astronauten mit der Erde, und so war - soweit ich dies noch erinnere - die Übertragung nur bruchstückweise, immer wieder unterbrochen durch ein Pfeifen und Rauschen, zu hören.

Karl-Heinz Schwenkow

Gusterath

Se kommen noch su weijt. dat se op de Moand flejen", orakelte Nikla, der kleine Eifelbauer aus Spandahlem, nach den ersten Piepsern von Sputnik 1 im Oktober 1957, zwischen zwei genüsslichen Zügen an seiner irdenen Pfeife. Nikla sollte recht behalten und erlebte bei guter Gesundheit, 69-jährig, die Mondlandung am 20. Juli 1969. Wir an den Fernsehern haben damals noch die halbe Nacht von Sonntag auf Montag bibbern müssen, bis Neil Armstrong am 21. Juli um 3.56 Uhr den Mond beschritt. Persönlich blieben mir an die Erinnerung an damals und eine Bildzeitung: "Der Mond ist jetzt ein Amerikaner".

Günther Klassen

Spangdahlem

Hallo, ich bin da. Ich habe am 21. Juli 1969 zum ersten Mal das Licht der Welt erblickt. Während Neil Armstrong auf dem Mond landete, landete ich im Kreißsaal. Meine Mutter, Marga Röder aus Neurath, interessierte sich in dem Moment recht wenig für die Mondlandung. Erst als ich den ersten Schrei von mir gegeben habe, wurde ihr dieses große Ereignis bewusst. Jedes Jahr an meinem Geburtstag erinnern wir uns an die erste Mondlandung.

Elke Hoffmann

Salmtal

Ich war damals neun Jahre alt. In dieser Zeit waren damals für uns Kinder die Serien "Bezaubernde Jeannie" und "Renn Buddy Renn" die Fernsehklassiker. Damals gab es schon Haushalte mit zwei Programmen. Wir hatten nur ein Programm, und Gott sei Dank kam die Mondlandung im ersten Programm. Ich erinnere mich noch gut, dass an diesem Tag schönes Wetter war und meine Eltern Besuch aus Solingen hatten. Die Erwachsenen hielten sich auf der Terrasse auf, ich saß gebannt vor dem Fernseher und konnte nachher stolz erzählen, wie die Mondlandung abgelaufen war. Ein tolles Erlebnis.

Berthold Müller

Daun-Rengen

Unvergesslich geblieben ist, als ich gegen 20 Uhr hörte, wie der wissenschaftliche Berater meines Lieblingsradiosenders ausschrie: "Der Mensch ist auf dem Mond!". Die Zeit blieb stehen, es konnte nichts mehr passieren, das Bedeutung gehabt hätte. Die danach live im Fernseher übertragenen Ereignisse waren nur noch Formsache, ja sogar Armstrongs erster Schritt. Aber zwei Momente bleiben mir in Erinnerung: Aldrins Ausstieg (wie er von der letzten Leiterstufe heruntersprang und mir so einen Schreck einjagte), und der Start von der Mondoberfläche am Tag danach, wie die Kamera die Erde als dicker heller Fleck am Mondhimmel zeigte.

Dr. Marcel Greff

Perl-Tettingen

Mein Hochzeitstag! Ich nickte auf dem Standesamt nach spannender Fernsehnacht während der Zermonie kurz ein. Wollte unbedingt den Ausstieg von Armstrong live miterleben. Deshalb die Müdigkeit.

Rudi Schmidt

Schönecken

Am 21. Juli 1969 musste ich mit meiner behinderten Tochter von Jünkerath nach Münster in die Klinik fahren. Es war aufregend überall.

Maria Jenniges

Jünkerath

Wenn wir uns richtig erinnern, haben wir unsere damals 4- und 5-jährigen Kinder Frank und Elke rechtzeitig geweckt, um mit ihnen diesen historischen Moment zu erleben, wenn der erste Mensch den Mond betritt. Und dann gab es gegen Mittag in Daun die "TV-Sonderausgabe Mondlandung - 20./21. Juli 1969" mit dem Titel in roter Schrift "Erste Menschen auf dem Mond", die wir bis heute sorgfältig aufgehoben haben.

Sanni und Bernd Binder

Daun

Bratäpfel und Limonade: Als das unglaubliche geschah, saß ich mitten in der Nacht am Fernseher. Meine Eltern ahnten davon nichts (ich war neun). Angefangen hatte alles neun Monate vorher: Ich war bei meiner Großtante zu Besuch und sah gerade Apollo 7 nach erfolgreicher Mission ins Wasser klatschen. Und das nur, weil mich die Bratäpfel der Tante und ein Glas Limo vor den Fernseher bannten. "Was machen die da"?, fragte ich. "Die sind mit einer Rakete geflogen. Ich glaube, die wollen zum Mond oder so". Die Tante zuckte mit den Schultern. So eine Schnapsidee - und dann noch von einem Deutschen. "Wie heißt der denn," bohrte ich. "von Braun". Ich war nicht mehr zu halten. Ich verschlang in den folgenden Monaten alles, was ich über Raumfahrt und Wernher von Braun finden konnte. Die ausführlichen Berichte des TV über Apollo 8 inklusive. Die Beatles (eine Seite weiter) waren mir schnuppe. So saß ich auch wieder am 16. Juli 1969 bei meiner Großtante. Nur Limo, aber in Massen. Den Countdown zählte ich mit. "Wunderbar", rief ich laut, als die gewaltige Saturn V gerade in den blauen Himmel von Cap Kennedy stieg. Bravo.

Thomas Krewer

Trier

Heute sind Arbeiten an der Internationalen Raumstation nur noch eine Randnotiz in den Nachrichtensendungen. Vor 40 Jahren, als der erste Mensch sich auf den Weg machte, den Mond zu betreten, waren die Medien täglich voll mit Informationen zu diesem Jahrhundertereignis. Als damals 14-Jähriger habe ich alle Zeitungsartikel ausgeschnitten, die mir zugänglich waren. Kein Bravo-Starschnitt, sondern Poster von Armstrong, Aldrin und Collins, der Besatzung von Apollo 11, zierten mein Zimmer. Die täglichen Fernsehsendungen im Vorfeld und während der Mondlandung waren ein "Muss", auch spät in der Nacht oder am frühen Morgen. In der Schule gab es nur dieses eine Thema. Die Lehrer waren damals genauso interessiert wie wir Schüler. In der Endphase der Monderoberung war ich nie richtig ausgeschlafen. Müde Augen waren in diesen Tagen mein Erkennungszeichen. Übrigens: zwei Poster von der Mondlandung grüßen mich heute noch täglich in meinem Haus.

Berthold Olmscheid

Trier

Ich lebte zurzeit in Südafrika und war auf einer Moonlanding-Party eingeladen. Plötzlich wurde es ganz still, und wir saßen am Radio, als der Countdown angesagt wurde. Leider gab es zu diesem Zeitpunkt (aus Apartheitsgründen) noch kein Fernsehen. Es war für uns alle unglaublich, aber wahrscheinlich wahr?

Fred Müller

Dhronecken

Ich erinnere mich sehr gut. Ich stand mit meinem Freund Werner Mombach an der Theke in einem Festzelt, entweder Neuhaus oder Hohensonne, es muss also nachts gewesen sein, als die Nachricht über die Mondlandung aus dem Zelt- Lautsprecher erklang. Der Jubel war riesig.

Hans Kappes

Trier

Ich war damals acht Jahre alt und saß wie angewurzelt vor dem Fernseher. Meine Eltern und mein Onkel sagten mir, das musst du dir anschauen, Kind. Es herrschte eine richtige Nervosität im Haus, vielleicht sogar Angst, was da wohl passieren würde: Das ist etwas so Waghalsiges und Unberechenbares, was jetzt gleich passieren soll. Ich stellte mir immer wieder den Mond vor, wie ich ihn abends am Himmel sehen konnte. Die Entfernung der Erde zum Mond faszinierte mich. Als Mensch jetzt da oben zu sein, das musste großartig sein. Aber auch der Mond selbst, seine Oberfläche - wie würde alles sein? Was wird passieren, wenn jemand das erste Mal auf ihn tritt. Explodiert er vielleicht und verteilt sich im Universum? Ich hatte eine wahnsinnige Anspannung in mir: Und dann der erste Schritt .... den Mond hat es nicht so sehr beeindruckt!! Doch uns auf der Erde, in den Städten, in Dörfern und auch uns in unserem kleinen Wohnzimmer. Ich werde diesen Augenblick nie vergessen - die Erde hielt den Atem an, und ich auch. Dabei malte ich mir Zukunftsvisionen der künftigen Nutzung des Mondes aus. Bis heute - würde ich auch gern meine Füße auf den Mond setzen. Meinem Sohn erzählte ich von diesem faszinierenden Augenblick, als er drei Jahre alt war. Wir schauten gemeinsam am Abend den Vollmond an und er sagte: Haben, Mama. Haben! Und er griff nach ihm...

Margot Nosbüsch

Dingdorf

In meinem Heimatland Malta, der kleinen Insel im Mittelmeer, die eher als Urlaubsland bekannt ist, sprachen die Leute im Juli 1969, wie überall auf der Welt, über nichts anders als die Mondlandung. Ich war damals fünf Jahre alt und erinnere mich ganz deutlich an Leute, die an der Ecke standen, im Bus saßen, in Geschäften waren oder am Strand lagen und über die Vorhaben der "Amerikaner", einen Mann zum Mond zu bringen, sprachen. Es waren nicht wenige, die all das für verrückt hielten oder unglaubwürdig. Ich persönlich war vom Reisen ins All begeistert. In der Schule war ich damals in der ersten Klasse, und sowohl meine Kumpel als auch sogar die Lehrer hielten mich für so einen kleinen "Experten", wenn es um Reisen ins All geht! Alle haben mir gesagt, dass ich bestimmt Astronaut werde. Ich erwiderte aber, dass ich kein Amerikaner bin, also ist dieser Weg für mich leider gesperrt! Wir waren mitten im Kalten Krieg. Der Wettlauf ins All ging nur um Amerikaner und Sowjets. Wir waren nur Zaungäste. Im Fernsehen, bei uns nur Schwarz-Weiß, liefen jeden Tag Sendungen über die Reise zum Mond, und ich saß immer achtsam vor der Glotze. Bis endlich der Tag des Reisebeginns gekommen war. Leider war ausgerechnet an diesem Tag unser Fernseher zu Hause kaputt. Aber mein Vater wollte nicht das Geschehen versäumen, und so sind wir zur Oma gegangen und haben bei ihr die Landung beobachtet, jene atemberaubenden Sekunden, bis die Mondfähre sich auf dem Boden niedergelassen hat. Als Neil Armstrong ausstieg, war mir nicht so klar, ob das ein Mensch war oder ein Gespenst, da die Bilder vom Mond nicht ganz deutlich waren. Ich hatte sogar ein bisschen Angst vor diesen Bildern und brauchte die Versicherung meines Vaters, dass das tatsächlich sich um den Astronaut handelte! Seit diesem Tag sind 40 Jahre vergangen, aber die Erinnerungen und die Gefühle sind für mich immer aktuell. Seit 1972, als der Mensch zum letzten Mal Fuß auf dem Mond setzte, warte ich gespannt auf eine Wiederkehr!

Anthony Gaffiero

Trier