CD des Monats: Boy

Vor vier Jahren waren Boy die nationalen Durchstarterinnen mit internationalem Pop-Appeal. Ihr zweites Album bringt uns Hits mit der Extranote Melancholie.

An der quietschbunten Single "Little Numbers" kam im Jahr 2011 niemand vorbei. Omnipräsent im Radio, als TV-Jingle und Werbeclip-Hintergrund. Das bei Herbert Grönemeyers Label Grönland erschienene Album "Mutual Friends" startete durch: 40 Wochen in den Top 100, eine neue Pop-Hoffnung mit internationalem Flair war geboren. Jetzt, vier Jahre später, gehen Valeska Steiner und Sonja Glass den eingeschlagenen Weg weiter. Mit etwas weniger Konfetti-Luftigkeit, dafür mit etwas ernsthafteren Klängen, die sich unter die nach wie vor einnehmend flirrenden Sounds mischen. "We Were Here" ist eine Ode an das Leben, an das Bleiben, den eigenen Fußabdruck, die Menschen, die man trifft.

Deutlich geprägt von den Konzerten in allen Winkeln der Welt, die die beiden in den vergangenen Jahren gaben, sind die Themen universeller geworden. Der berühmte Schritt vorwärts - hier gelingt er scheinbar mühelos, weil die Songs so dicht gewebt sind, Folk auf Synthies trifft und die Geschichten mit der musikalischen Untermalung Hand in Hand gehen. Die Harmonien der deutsch-schweizerischen Zusammenarbeit funktionieren dabei in den USA genauso wie hierzulande und über allem liegt wie Sternenstaub ein Hauch Melancholie. "No Sleep For The Dreamer" ist dabei die sehnsüchtigste Nummer, "We Were Here" die neue Markenzeichen-Nummer des Duos.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort