Cox, Pinova und Co.: Die Äpfel müssen vom Baum

Cox, Pinova und Co.: Die Äpfel müssen vom Baum

Knackig und praktisch für die Tasche: Der Apfel ist das Lieblingsobst der Deutschen. In den Supermärkten gibt es ihn das ganze Jahr über zu kaufen, aber nun kommen die Früchte der heimischen Anbaugebiete auf den Tisch.

In den deutschen Obstanbaubetrieben herrscht Apfelhochzeit - in vielen Bundesländern werden in den nächsten Wochen die vitaminreichen roten, gelben odergrünen Früchte geerntet. „Temperaturen tagsüber um die 20 Grad und nicht zu nass: das sind ideale Bedienungen, um das Obst zu pflücken“, sagt Thomas Bröcker, Vorsitzender der Fachgruppe Obstbau des Landesverbandes Gartenbau Brandenburg.

Der Vorfahr des heutigen Apfels stammt aus dem Gebirge Kasachstans. Aus der Wildart Malus sieversii entwickelten sich die heute etwa 20 000bekannten Sorten. Im Alltagspielen höchstens 20 eine Rolle. Die Züchtung dauert etwa 25 Jahre. Die Bäume werden über Reiser vermehrt, über Samen würde das nicht identisch gelingen. Alte Apfelsorten sind etwa der Golden Delicious, Cox Orange und Boskoop, neuere heißen Fuji, Elstar oder Gala. Der Geschmack reicht von süß bis herzhaft und sauer. Wichtig sind auch Bissfestigkeit und Knackigkeit. Die Farben der Früchte reichen von weiß bis schwarzrot.

Für verschiedene Apfelspeisen gibt es jeweils die passenden Sorten. So sind Früchte mit lockerem Fleisch wie die Sorten Braeburn oder Berlepsch nach Angaben des aid Infodienstes gut für Apfelmus geeignet. Für Kompott bieten sich dagegen saftige und bissfeste Sorten wie Idared oder Elstar an. Für Kuchen empfehlen sich Äpfel mittlerer Konsistenz wie Jonagold, Elstar oder Boskoop. Für den Liebling kalter Wintertage, den Bratapfel, eignen sich Gloster, Berlepsch und natürlich Boskoop. Wer einen Obstsalat schneidet, nimmt am besten Tafeläpfel wie Alkmene, Braeburn oder Klaarapfel. Die schnelle Braunfärbung der Stücke kann mit Ananas-Stücken entgegengewirkt werden. Aber den Apfel bietet sich natürlich nicht nur in Reinform zum Verspeisen an - Auch den Saft gibt es nun frisch von der Presse.

Das Obst ist nicht nur wegen seiner handlichen Form praktisch. Am Sprichwort „An apple a day keeps the doctor away“ ist laut aid tatsächlich etwas dran, den Äpfel enthalten viel Vitamin C ,leicht verdauliche Kohlenhydrate und den verdauungsfördernden Ballaststoff Pektin.

Die Obstbauern in Brandenburgsetzen in ihren Anlagen aufgute Sorten-Mischung. Über Vermarkterwerden bundesweit Supermärkte beliefert,große Mengen seien erforderlich,sagt Thomas Bröcker aus Brandenburg. Weiteres Standbein ist die Direktvermarktung. „Der Kunde will dann Äpfel, die ersonst nicht überall bekommt“,meint er. Vor allem alte Sorten wie Gravensteine, den es seit Mitte des 17. Jahrhunderts gibt, seien gefragt.

Bundesweit wird die Erntevoraussichtlich bei 933 000Tonnen liegen (2011: 953 000Tonnen). Pro Haushalt und Jahrwerden in Deutschland rund 19,5 Kilogramm Äpfel verzehrt - auf Platz 2 folgt nach Angaben des Deutschen Fruchthandelsverbandes die Banane mit 14,7 Kilogramm.

Deutscher Fruchhandelsverband

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