Das ging im Oktober

Komm’ nach Trier, haben sie gesagt. Da ist immer was los, haben sie gesagt. Da boxt der Papst, bis der Bischof „Erbarmen!“ röchelt, haben sie gesagt. Na gut, hab’ ich mir gedacht. Dann guckste mal, was da so geht im Oktober 2014, hab’ ich gedacht. Hier ist jetzt also der Erlebnisaufsatz von den großen Feierferien in der ältesten Stadt Deutschlands Ende 2014. Wer Fehler findet, darf sie behalten und die Haftung übernimmt der Stift.

Foto: Alex Sprenger

Also wenn im Oktober überhaupt irgendwas gefeiert werden kann, dann ja wohl Oktoberfest. Und dank der Globalisierung der bajuwarischen Festzeltbranche, des wachsenden, internationalen Biertums und des riesigen Lederbuxenshops bei Zalamazotto24.de geht das mittlerweile ja auch in ganz Deutschland. Und Europa. Und in der Eifel. Zum Beispiel in Wittlich. Da war am 2.10., dem Tag vor dem Tag der Deutschen Einheit, Jürgen Drews im Zelt und hat gesungen, bis die Brezel bricht. Das macht der zwar sonst auf Mallozze, also der Jürgen, aber das ist ja quasi
das allersüdlichste Bundesland unterhalb des Weißwurstäquators. Deshalb geht das nicht nur voll, sondern auch halb voll vollkommen in Ordnung. Alle, die da waren, fanden es auf jeden Fall erste Sahne, affenstark, supidupi. Wir auch. Wer das überlebt hat, hatte danach zum Glück noch sein ganzes Leben und fast den ganzen Oktober vor sich und konnte sich was Leiseres zum Weitermachen aussuchen. Zum Beispiel gehobene Literatur. Also zumindest mal angehobene. Wie hoch, kommt ja immer darauf an, wie tief der Boden drumherum so liegt. Der in der Luke war auf jeden Fall die Bühne für Jimi Berlin und Thomas Fuhrmann. Und die lasen am 3.10. Und lasen und lasen und lasen, ach lassen wir das. Sie trugen auf jeden Fall vor. Aus Ihren Werken "Back to Back" und "Das Fett im Auge des Betrachters". Wer von den beiden welches geschrieben hat, steht im letzten Lifestyle. Bitte sofort in eurer Lifestyle-Sammlung nachgucken, ich frage euch im November ab.
So, dann war auch genug mit Erholung und zum 18.10. konnte endlich wieder das große, dicke
Partyschiff geentert und geplündert werden. In diesem Fall die HMS Exhaus. Und zwarrharrharr richtig piratig, aye! So mit Holzbein an, Haken dran und ein Auge zu. Es war nämlich DJ Beatpirate's Börsday. Auf zwei Decks, mit frischer Beat-Brise in den Elektrosegeln und Kurs auf Chakkachukka! Alles zu Ehren des Turntable-Konteradmirals Marco Kohl, der in den letzten Jahren schon auf vielen Kähnen zwischen Trier Island und Trier Harbour das Partysteuer in der Hand hatte. Und für einen extra lauten Salut aus allen Rohren kam Felix Kröcher aus Frankfurt auf seiner Club-Kaperfahrt nach Trier geschippert. Und ‘ne Buddel voll Rum. *Hicks*
Und dann war da vom 16.10. bis 18.10. auch noch Poetry-Slam-Landesmeisterschaft. Da ich ja wegen schlechter Reimerei im letzten Partyreview ausgeladen wurde (mit der Faust ins Gesicht), war also die schöne Redakteurin da und hat gesagt, es sei richtig gut gewesen. Und drum sitz' ich hier, ich armer Thor / und bin so klug als wie zuvor / frag': Was machst du mit dem Reime, sprich / ach, werd' kein arger Wüterich / denn jedem Faustschlag wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu schreiben / drum stopf' ich, weil's gerad' Mittag vom Turme scholl / mir beide Backen mit Keksen voll. Wer alle Verulknudelten in den
letzten Zeilen entdeckt, wird im nächsten Review namentlich erwähnt. Vielleicht. Lösungen bitte an schwarz@lifestyle-tr.de.
Jetzt zu etwas totally different. Flunky Ball. Klingt nicht nur crazy, isses auch. Und war's wohl auch beim Flunkyball-Turnier am 18.10 vorm Dom. Ich muss auf jeden Fall kurz googlen, warum. Bin gleich wieder da. (Geht nach links von der Redakteursbühne ab, dann: Google-Geräusche aus dem Off). So, da bin ich wieder. Also: Es ist ein Trinkspiel! Sagt das Internetz. Und das hat immer recht, gehört ja schließlich den USA. Also irgendwie was mit leeren Dosen, Bällen, zwei Teams, Bier und am Ende sind alle zu wie ‘ne Handbremse, dicht wie 'n Aquarium und rund wie Ottfried Fischer. Scheint auch in Trier funktioniert zu haben und wenn's noch mal ist, sagen wir Euch rechtzeitig Bescheid, damit Ihr vorher leere Dosen
sammeln könnt.
Am 20.10. waren Warm Graves in der Villa Wuller gewesen und warfen wohlfeile Wonne ins hörwillige Gewusel. Schön war das gewesen und wie versprochen eine "angenehme Tour de Sci-Fi-Delic! Bis zur Milchstraße und noch ein bisschen weiter". Ebenso von uns im letzten Magazin angekündigt und dann auch live für sehr gut, wenn auch mit ‘ner knappen Stunde Stage-Zeit etwas kurz befunden: London Grammar am 21.10. in der Rockhal in Esch. Wir hoffen, Ihr habt Euch alle unseren Tipp zu Herzchen genommen und wart da. Ja? Gut. Dann wisst Ihr ja auch, wie's war. Nein? Pah! PP! Persönliches Pech. Habt Ihr auf jeden Fall was verpasst.
Am 24.10. waren dann im Rahmen der Fachschaftsparty Psycho ganz viele Psychos in der Luke zur Gruppentherapie mit verhaltenstherapeutischer Geradebiegung multipler Tanz- und Trinkzwänge. Das hat ganz gut geklappt. Es war mächtig was los und auf das grundsätzliche Gutelaunegrundrauschen in der Luke gab's noch ein kleines Extraportiönchen oben drauf. So stellt man sich eine echte Fachschaftsparty von echten Studenten auch vor. Bissi angeranzt, richtige Musik und feiern, bis Es, Ich und Über-Ich zur Freude Freuds aus einem Glas Brüderschaft trinken. Rückfall erwünscht.
Whuaaa! Da war doch was. Buh!!! Na, erschreckt? Wir sind wieder ganz vorne im November, also
hinten im Oktober. Da galt es, noch einsfixdrei Halloween wegzufeiern - zum Beispiel auf
der Horrornight im Metropolis. Hier wurde
gebodypainted, was das Zeug hielt. Die gruseligsten Maskeraden und schaurigsten Fratzen schlichen durch den Club - zusammen mit der stilechten Halloween-Deko eine wirkliche Nacht des fröhlichen Grauens. Doch auch Kein-Bock-auf-Halloween-Haber kamen nicht zu kurz: Im Safari Haus konnte man Vampiren und Co. entkommen. Und schon ist richtig Herbst. Da kann man auch schön feiern, soviel sei schonmal verraten. Was, wo und mit wem und warum genau, steht alles in der Partyvorschau und die kriegt ihr direkt. Also umblättern und ab dafür. Bussi und Baba, ihr Streuner.