"Das ist das Geilste, was passieren kann"

"Das ist das Geilste, was passieren kann"

Auch wenn gestern "nur" 10 000 Fans in die Münchner Allianz-Arena kamen, um den neuen Bayern-Trainer Pep Guardiola zu begrüßen: Der smarte Spanier elektrisiert die Massen. Was ist vom Rummel zu halten? Die Fußballtrainer Klaus Toppmöller, Paul Linz und Edgar Schmitt aus dem TV-Kolumnistenkreis sind begeistert.

Rivenich/Trier/Rittersdorf. "Das ist das Geilste, was dem Fußball in Deutschland passieren kann." Enthusiastisch bewertet Paul Linz (57, Ex-Trainer von Eintracht Trier) die Ankunft von Pep Guardiola beim FC Bayern München.
Die Aura des Spaniers würde auch außerhalb Münchens die Fans in Scharen anziehen, glaubt Klaus Toppmöller (61), als Coach mit Bayer Leverkusen 2002 Champions-League-Finalist. "Wenn Pep beim 1. FC Kaiserslautern vorgestellt würde, wäre das Fritz-Walter-Stadion beim ersten Training auch voll", sagt der momentan joblose Rivenicher.
Mit der Verpflichtung von Guardiola setzt der FC Bayern aus Sicht von Edgar Schmitt neue Maßstäbe: "Es ist der endgültige Fingerzeig an die europäische Konkurrenz: ,Wir haben keine Angst mehr vor euch!\'", meint der 50-jährige Rittersdorfer, einst Coach in Aalen und derzeit ebenfalls ohne Trainerjob.
Toppmöller geht von einem "absolut positiven Effekt" für die Bundesliga aus: "Peps Wechsel unterstreicht, dass die Bundesliga derzeit die beste Liga der Welt ist." Schmitt stimmt zu - mit Verweis auf Probleme in anderen europäischen Topligen: "In Italien klemmt es bei der Infrastruktur. Spanien steckt in der Wirtschaftskrise. Und die englischen Topteams werden von Scheichs beherrscht."
Nach dem ganzen Spektakel beginnt jetzt die Arbeit. Wie wird Guardiola Akzente setzen? "Er wird seinen eigenen Stil haben, aber nicht alles ändern. Er wird nicht so dumm sein und ohne Mittelstürmer spielen lassen", sagt Linz. Schmitts Prognose: "Wenn Pep es schafft, sich auf seine Spieler einzustellen, wird die Mannschaft annähernd so erfolgreich sein wie zuletzt."
Zählt also nur das erneute Triple aus Meisterschaft, Pokal und Champions League? Wie undankbar ist die Aufgabe, einen nicht zu toppenden Erfolg lediglich bestätigen zu können? Linz: "Der Druck ist riesengroß. Wenn für Pep im ersten Jahr ,nur\' ein oder zwei Titel herausspringen, wird ihm aber sicherlich keiner den Kopf abreißen." bl

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