Der Betze bebt weiter ...

Der Betze bebt weiter ...

Das persönliche Ziel von 40 Punkten zwei Spieltage vor dem Ende der Saison erreicht und nach den Ergebnissen der Konkurrenz fast gerettet: Der 1. FC Kaiserslautern ist nach dem 2:0 (1:0) am Freitagabend im ausverkauften Fritz-Walter-Stadion gegen Mitaufsteiger FC St. Pauli Hamburg auf dem besten Wege, sich wieder auf Dauer im deutschen Fußball-Oberhaus zu etablieren.

Kaiserslautern. Während die Aktiven und das Trainergespann noch ausgelassen draußen auf dem Rasen mit den Fans auf der Tribüne feierten, sprach Vorstandsvorsitzender Stefan Kuntz im Journalistenkreis das aus, was viele in dem traditionsreichen Pfälzer Verein in diesem Moment fühlten: "Das ist einer der drei wichtigsten Tage, seit ich hier in Kaiserslautern als Vorstandschef bin. "Die beiden übrigen Tage waren einmal der Nichtabstieg in die dritte Liga 2008, dann der Wiederaufstieg im vergangenen Jahr und heute der vermeintliche Klassenerhalt." Durch die hohe 0:3-Niederlage der Frankfurter Eintracht tags darauf in Mainz haben die "Roten Teufel" nunmehr sechs Punkte und neun Tore Vorsprung auf Eintracht Frankfurt, das Relegationsplatz Nr. 16 belegt.
"Reingebissen und festgekrallt" in die Partie habe sich der FCK, sagte Kuntz, Chef der Lauterer Meistermannschaft von 1991. Der FCK hatte spielerisch schon bessere Partien gezeigt als gegen den abschlussschwachen Kiezclub, aber die Mannschaft spielte mit hoher Intensität, ließ nie locker. "Wir wollten diesen Sieg heute Abend unbedingt, das hat man auch gemerkt, sagte Manndecker Mathias Abel. Der gebürtige Lauterer hatte nach Tifferts Kopfballtreffer zum 1:0 (28.) mit dem zweiten Treffer, ebenfalls mit "Köpfchen" nach einem Eckball (68.) erzielt, den Sieg perfekt gemacht.
"Wir haben Großes geleistet, die ganze Mannschaft über die ganze Saison hinweg", bemühte sich der enorm lauf- und kampfstarke Torjäger Srdjan Lakic schon um eine Art Resümee, obwohl noch zwei Partien zu spielen sind. "Ich denke, dass wir mit seriöser Arbeit wieder dort angekommen sind, wo wir hin wollten, und dass die Leute unsere Arbeit respektieren. Aber wir sollten auch nicht vergessen, dass wir vor drei Jahren vor dem Sturz in die Bedeutungslosigkeit standen und dass wir in unserem Streben, den Verein in der ersten Liga zu etablieren, nicht nachlassen dürfen", sagte Kuntz, mit dem der FCK eine sportliche und wirtschaftliche Renaissance erfahren hat.
Vor den abschließenden Erfolg gegen den "Totenkopf-Klub", der nach nur einem Punkt aus den letzten zehn Spielen wohl wieder den Weg in Liga zwei antreten muss, hatten die Gastgeber aber auch etliche brenzlige Situationen zu überstehen. Zweimal durften sie sich bei Torwart Kevin Trapp bedanken, der sowohl gegen den freistehenden Gerald Asamoah wie auch gegen Max Kruse gedankenschnell reagierte. Spielmacher Christian Tiffert offenbarte sein ganz persönliches Tore-Rezept: "Heute, bei meinem zweiten Saisontor, hat meine Frau Geburtstag. Bei meinem ersten Saisontor gegen Borussia Mönchengladbach hatte meine Tochter Geburtstag. Vielleicht sollte ich mehr Kinder machen, dann gibt es auch mehr Tore von mir. Schöne Theorie, oder ?" jüb

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